FFP2-Masken für Risikopatienten ab Dienstag

Berlin/Gaggenau (fk) – Ab Dienstag können rund 27 Millionen Deutsche aus Corona-Risikogruppen die ersten kostenlosen FFP2-Masken erhalten. Die Apotheker appellieren zu Ehrlichkeit und Geduld.

Ob alle Apotheken schon ab Dienstag mit kostenlosen FFP2-Masken dienen können, scheint fraglich. Foto: ABDA/ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände/obs

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Ob alle Apotheken schon ab Dienstag mit kostenlosen FFP2-Masken dienen können, scheint fraglich. Foto: ABDA/ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände/obs

27,3 Millionen Risikopatienten bundesweit sollen sich ab heute kostenlos in der Apotheke ihrer Wahl mit sogenannten FFP2-Schutzmasken versorgen können. So sieht es eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums vor. Die Apotheken stellt das vor eine Herkulesaufgabe. Sie müssen die Masken selbst besorgen und befürchten einen Ansturm der Kunden – gerade in Zeiten von Corona ist das kontraproduktiv.

„Wir sind auf die Mithilfe und Ehrlichkeit der Menschen angewiesen“, appelliert deshalb Tatjana Zambo. Sie betreibt zwei Apotheken in Gaggenau und ist gleichzeitig Vizepräsidentin des baden-württembergischen Apothekerverbands. Was sie mit „Ehrlichkeit“ meint, wird schnell klar, wenn man sich das Konzept aus dem Hause von Minister Jens Spahn (CDU) genauer anschaut. Aber der Reihe nach:

Wer hat Anspruch auf die Masken?

Grundsätzlich haben der „Verordnung zum Anspruch auf Schutzmasken zur Vermeidung einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2“ zufolge alle Bürger, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, einen Anspruch auf die FFP2-Masken. Allerdings nur, sofern ihr Wohnsitz in der Bundesrepublik liegt. Zudem dürfen auch Menschen mit chronischen Erkrankungen, egal welchen Alters, die Masken in einer Apotheke abholen. Als chronisch krank gelten gemäß der Verordnung Personen mit folgenden Voraussetzungen oder Erkrankungen:

a)chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder Asthma

b)chronische Herzinsuffizienz

c)chronische Niereninsuffizienz

d)Zerebrovaskuläre Erkrankung, insbesondere Schlaganfall

e)Diabetes mellitus Typ 2

f)aktive, fortschreitende oder metastasierte Krebserkrankungen oder stattfindende oder bevorstehende Therapie, welche die Immunabwehr beeinträchtigen kann

g)stattgefundene Organ- oder Stammzellentransplantation

h)Risikoschwangerschaft

Wie erfolgt die Verteilung der Masken?

Es gibt zwei verschiedene Vergabemethoden, mit denen jedem Berechtigten in den kommenden drei Monaten 15 Masken zugeteilt werden sollen. Von heute ab können drei Masken bei der Apotheke der Wahl abgeholt werden. Zambo appelliert dabei allerdings an die Menschen, tunlichst ihre Stammapotheke zu wählen, um riesige Schlangen etwa bei Apotheken in Innenstädten zu vermeiden und den Apothekern die Kalkulation zu erleichtern. Um eine Maske zu erhalten genügt bis zum 6. Januar die Vorlage eines Personalausweises oder die „nachvollziehbare Darlegung des Anspruchs durch Eigenauskunft“, wie es in Spahns Verordnung heißt.

Im neuen Jahr soll es dann Berechtigungsscheine der Krankenkassen geben. Mit diesen könnten in einer zweiten Runde sechs Masken bis 28. Februar und weitere sechs in einer dritten Runde von 16. Februar bis 15. April abgeholt werden, erklärt Zambo. Wer als Risikopatient nicht selbst in die Apotheke kommen kann, darf sich die Masken auch abholen lassen. Das stellt der Landesapothekerverband klar. Die Abgabe erfolge dann nach Vorlage einer Vollmacht und des Personalausweises der berechtigten Person. Die ersten drei Masken sind demnach kostenfrei. Bei der Abgabe der weiteren Masken im Januar und Februar werde eine Eigenbeteiligung von zwei Euro pro sechs Masken fällig.

Wo sehen die Apotheker Probleme?

Zum einen sind die Apotheker darauf angewiesen, dass die Menschen ehrlich sind. Bei der Abholung in der Apotheke muss Zambo zufolge eine Selbsterklärung unterschrieben werden, in der der Abholer versichert, dass er die drei Masken noch in keiner anderen Apotheke abgeholt hat.

Zudem befürchtet Zambo wie viele ihrer Kollegen trotz Appellen einen Ansturm und lange Schlangen. „Hier müssen wir die Vernunft der Menschen anrufen, sich auch dabei an die Abstands- und Corona-Regeln zu halten.“ Sie selbst hat bereits entsprechende Absperrbänder angebracht.

Darüber hinaus bittet Tatjana Zambo um Verständnis, wenn nicht alle Apotheken ab Dienstag mit FFP2-Masken dienen könnten. Denn die Betreiber müssen diese selbst besorgen. Zambo macht aber klar: „Es gibt Masken und wir müssen und werden sie auch ausgeben“ – nur manche möglicherweise erst ab Mittwoch oder später. Man solle sich in so einem Fall in Verständnis üben und warten und nicht einfach zu einer anderen Apotheke gehen.


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