FKB: Absturz nach dem Rekordjahr

Rheinmünster (vo) – Der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (FKB) hat im Jahr 2020 rund 70 Prozent seiner Passagiere verloren. Jetzt hofft man auf eine neue Reisewelle.

Einige Tausend Erntehelfer vor allem aus Südosteuropa kamen im Frühjahr und Sommer mit Sonderflügen am FKB an. Foto: Frank Vetter/av

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Einige Tausend Erntehelfer vor allem aus Südosteuropa kamen im Frühjahr und Sommer mit Sonderflügen am FKB an. Foto: Frank Vetter/av

Nur ein paar wenige Maschinen heben derzeit vom FKB ab – teilweise ist es sogar nur eine am Tag. Es passt ins Bild des zurückliegenden Jahres 2020, in dem der Flughafen wegen Corona einen Passagierrückgang von rund 70 Prozent hatte.

Momentan gilt am FKB der Winterflugplan, der schon zu „normalen Zeiten“ gegenüber den Sommermonaten ausgedünnt ist. Zwar sind die Systeme derzeit ein Stück weit heruntergefahren, aber nicht außer Betrieb. Die Baden Airpark GmbH muss die Infrastruktur rund um den Airport aufrecht erhalten. Das ist eine der Aufgaben des neuen Geschäftsführers Uwe Kotzan. Seit dem 1. Januar ist er in seiner Funktion tätig, nachdem er sich zuvor bereits noch unter seinem Vorgänger Manfred Jung mit den Gegebenheiten vertraut gemacht hatte.

Flüge für Erntehelfer bringen ein wenig Betrieb

2020 war für die gesamte Luftfahrt ein äußert schwieriges Jahr. Die Passagierzahlen brachen auf breiter Front ein. Am FKB war nach dem Rekordjahr 2019 mit 1,346 Millionen Fluggästen der Start zunächst noch vielversprechend – bis der erste Lockdown den Flugbetrieb dann nahezu zum Erliegen brachte. Wobei am Baden-Airport zumindest noch Flüge für Erntehelfer aus Südosteuropa stattfanden. Einige Tausend Beschäftigte landeten im Frühjahr und Sommer am FKB. Sie kamen vornehmlich aus Rumänien (Sibiu, Timisoara, Targu Mures, Cluj und Bukarest).

Auch das Wiederhochfahren des Flugbetriebs im Juli und August brachte mit 51.000 beziehungsweise 62.000 Fluggästen die besten Monate für den Airport. Das alles konnte die Gesamtbilanz allerdings nicht mehr retten. Lediglich nutzten nur rund 401.000 Fluggäste den FKB im Jahr 2020.

Bei Flugbewegungen geringerer Einbruch

Deutlich besser sieht es bei den Flugbewegungen aus: Sie gingen lediglich um 15,6 Prozent zurück, weil eine ganze Reihe von Dienstleistern, die auf dem Airpark-Gelände angesiedelt sind, den FKB nutzen, wie etwa die Deutsche Rettungsflugwacht sowie private Flugdienste.

Uwe Kotzan hätte sich als Geschäftsführer zweifellos einen Start unter günstigeren Vorzeichen gewünscht. Dennoch äußert er sich vorsichtig optimistisch: „Auch wenn sich der Luftverkehr noch immer inmitten dieser schweren Krise befindet, so rechne ich doch mit einer leichten Erholung der Passagierzahlen. Mit der Verfügbarkeit des Impfstoffs wird auch die Sehnsucht der Menschen zu reisen wieder größer werden. Die Nachfrage nach Reisen, ob privat oder geschäftlich, sowie auch die Angebote der Airlines werden steigen“, sagt Kotzan. „Unter diesen Voraussetzungen planen wir am Flughafen mit rund 700.000 Passagieren.“

Im Gegensatz zum Fluggastaufkommen nahm das Frachtvolumen im vergangenen Jahr deutlich zu – um 55,7 Prozent auf 1 915 Tonnen. „Die positive Entwicklung wird sich durch die beiden neuen Frachtlinien nach Dublin und Birmingham auch in diesem weiter fortsetzen“, so Uwe Kotzan.

Ihr Autor

Jürgen Volz

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Erstellt:
13. Januar 2021, 08:30 Uhr
Lesedauer:
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