FWG: Kein Geld fürs Albtaljagdhaus

Loffenau (BT) – Die Fraktion der Freien Wähler stellt im Vorfeld der Haushaltsverabschiedung in Loffenau vier Anträge. Sie wollen unter anderem die Ausgaben fürs Albtaljagdhaus streichen.

Die Trinkwasserversorgung und die Abwasserentsorgung im Albtaljagdhaus müssen neu gemacht werden. Die Freien Wähler stellen infrage, ob die Gemeinde als Eigentümerin dafür aufkommen muss. Foto: Nico Fricke

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Die Trinkwasserversorgung und die Abwasserentsorgung im Albtaljagdhaus müssen neu gemacht werden. Die Freien Wähler stellen infrage, ob die Gemeinde als Eigentümerin dafür aufkommen muss. Foto: Nico Fricke

Das soll eigentlich mit einer Kleinkläranlage und einer UV-Anlage ausgestattet werden. Stattdessen möchten die Freien Wähler 20.000 Euro zur Untersuchung des Zustands der Gemeindestraßen einstellen, die Ausgaben für den Friedhof auf maximal 70.000 Euro begrenzen sowie 40.000 Euro für ein Wasserstrukturgutachten und die Sanierungsplanung der Wasserversorgung ausgeben.

„Es hat uns überrascht, dass das Albtaljagdhaus seit kurzem zu Wohnzwecken genutzt wird. Hier stellt sich die Frage, ob dies mitten im Wald zulässig ist? Dies gibt es nach unserer Kenntnis sonst nicht im Murgtal“, erläutert Fraktionsvorsitzender Reiner Singer den Vorstoß. Die Forderungen des Umweltamts nach einer Kleinkläranlage für die Abwasserentsorgung und einer UV-Anlage für die Wasserversorgung resultierten ausschließlich aus dieser Wohnnutzung. Diese sei für die Jagdausübung aber nicht erforderlich. „Aus unserer Sicht sind die Themen Wasser und Abwasser vertragsgemäß Sache des Mieters und daher von dort zu bezahlen. Wir wollen ganz bewusst bei einer Jagdhütte/Jagdhaus auch keine Erhöhung von Standards für eine Wohnnutzung. Dies führt wie bereits geschehen zu Folgeproblemen.“

Zum Zustand der Straßen innerhalb des Orts und auch der Schwarzdecken außerhalb (Lautenbacher Straße, Risswasenweg, Plotzsägmühlstraße, Teufelsmühlstraße, Neubruchweg, Dachsfelsenweg) gibt es laut Freien Wählern keine Bestandsaufnahme zum Zustand. In den vergangenen Jahren seien immer nur die schlechtesten Stellen mit großem Aufwand saniert oder wie im Fall der Plotzsägmühlstraße notdürftig repariert worden. Unterhaltungsarbeiten (wie zum Beispiel Fugenvergießen) seien erst gar nicht mehr durchgeführt worden.

Das sehe man den Straßen inzwischen an: „Risse und Verdrückungen durch Wassereintritt haben deutlich zugenommen. Aufgrund der angespannten Haushaltslage halten wir es für erforderlich hier eine Bestandsaufnahme in Auftrag zu geben. Damit haben wir für die mittelfristige Finanzplanung verlässliche Zahlen und können in den Folgejahren auf einer sicheren Basis priorisieren und sachgerechte Entscheidungen treffen. Es ist zu vermuten, dass die Erhaltung unseres Straßenvermögens in Zukunft deutlich mehr Geld erfordert als bisher, Augen zu und durch hilft nicht mehr weiter. Da eine Sanierungsplanung von uns schon länger gefordert und Mitte 2019 auch schon zugesagt wurde, wollen wir diese jetzt in Auftrag geben.“

„Die Natur wartet nicht, bis wir Zeit haben“

Die Planung zur Umgestaltung des Friedhofs wurde noch in einer Zeit in Auftrag gegeben, als die Haushaltslage deutlich besser war. Es erscheint den Freien Wählern zwar nach wie vor wünschenswert zusätzliche neue Bestattungsformen wie Urnenbaumgräber, Urnenrasengräber oder gärtnergepflegte Grabflächen anbieten zu können, zwingend sei dies aus ihrer Sicht aber nicht. „Wir können weiterhin bei den Erdbestattungen, Urnenerdgräbern und Kolumbarien ausreichend Bestattungsplätze anbieten, ein Mangel ist nicht zu verzeichnen. Die geplante Neugestaltung erfordert in der Folge einen höheren Unterhaltungsaufwand. Dieser muss zusätzlich zu den neuen Abschreibungen auf alle Friedhofsgebühren umgelegt werden. Eine reduzierte Umsetzung der Planung halten wir für vertretbar.“

„So trocken wie seit 2.100 Jahren nicht mehr“: Das war Mitte März in der Presse zu lesen. In Loffenau sei zudem bekannt, „dass unsere eigene Kaltenbrunnenquelle nicht mehr so viel Wasser schüttet wie vor Jahren, wir müssen zusätzliches Wasser von der Axtlohquelle der Stadt Gernsbach beziehen. Die Erstellung eines Wasserstrukturgutachtens haben wir schon öfters angeregt, auch weil andere Gemeinden uns hier voraus sind. Aus unserer Sicht ist es dringend erforderlich dieses Gutachten sofort in Auftrag zu geben, da Trinkwasser zur zwingenden Grundversorgung gehört. Wir dürfen nicht zuwarten, bis wir die Wasserabgabe rationieren müssen oder unsere Hochbehälter einmal leer sind. Die Natur wartet nicht auf uns, bis wir Zeit haben.“

Bei der Bestandsaufnahme des Straßenzustands sei aus Sicht der Freien Wähler zur Auftragserteilung nur wenig Vorarbeit der Verwaltung erforderlich. Für das Wasserstrukturgutachten wird die Verwaltung die vorhandenen Pläne und Daten bereitstellen müssen. „Sofern erforderlich, sind wir daher offen für eine zusätzliche personelle Unterstützung zum Beispiel in Form von Studenten im Praxissemester oder projektbezogen für eine zeitlich befristete Einstellung eines Studienabgängers.“


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