Fachkräftemangel stellt Gastronomen vor Probleme

Baden-Baden (for) – Der Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker hat am Montag mit Vertretern der Dehoga-Kreisverbände Baden-Baden, Bühl und Rastatt über die Probleme in der Gastro-Branche gesprochen.

Kai Whittaker (Mitte) mit Vertretern der Dehoga-Kreisverbände Baden-Baden, Bühl und Rastatt. Foto: Janina Fortenbacher

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Kai Whittaker (Mitte) mit Vertretern der Dehoga-Kreisverbände Baden-Baden, Bühl und Rastatt. Foto: Janina Fortenbacher

Die Corona-Pandemie hat die Gastronomie hart getroffen, und obwohl die Gastronomen mittlerweile wieder ihren Betrieb aufnehmen konnten, leiden nach wie vor viele unter den Folgen der Pandemie.

Ein Problem, mit dem derzeit viele Gastronomen und Hoteliers zu kämpfen hätten, sei der Fachkräftemangel, wie Nicolai Danne, Geschäftsführer des Dehoga-Kreisverband Baden-Baden, sagte. Durch den langen Lockdown seien viele Mitarbeiter abgewandert und hätten sich eine Beschäftigung in einer anderen Branche gesucht.

Immer weniger junge Fachkräfte

Gleichzeitig kämen aber auch immer weniger neue junge Fachkräfte nach, wie Frank Hildenbrand, Vorsitzender beim Kreisverband Rastatt, beklagt. „Aber da kann die Politik helfen, indem sie die Handwerksberufe wieder mehr ins Schaufenster stellt und den Wert dieser Berufe aufwertet“, fordert er. Zudem schrecke zu viel Bürokratie junge Menschen ab. Der Verwaltungsaufwand im Gaststättengewerbe müsse endlich weniger werden. „Ich bin schließlich Gastronom geworden, weil ich lieber hinter der Theke stehe, statt auf dem Bürostuhl zu sitzen“, so Hildenbrand.

Mehr Flexibilität bei Arbeitsstundenaufteilung

Danne sprach noch eine weitere Problematik an, die die Gastrobranche vor eine Herausforderung stellt: Während der Mindestlohn zum 1. Juli 2021 auf 9,60 Euro angestiegen ist, liegt die Verdienstobergrenze für Mini-Jobber nach wie vor bei 450 Euro im Monat. Für Minijobber bedeutet die Mindestlohnerhöhung deshalb auch kürzere monatliche Arbeitszeiten. „Es ist ein Unding, dass die Obergrenze für Minijobs nicht an die Erhöhung des Mindestlohns angepasst wird“, beklagt etwa Uli Hörth vom Hotel Rebstock in Bühlertal. „Wir sind mit den Stunden ganz schnell am Limit“. Danne findet deshalb eine Koppelung von Mindestlohn und Minijob-Obergrenze sinnvoll.

Hans Schindler, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbands Baden-Baden, fordert zudem mehr Flexibilität hinsichtlich des Arbeitszeitenschutzgesetzes. „Eine Bedienung sollte an bestimmten Tagen, etwa bei einer Hochzeit, auch mal länger als zehn Stunden arbeiten dürfen. Dafür hat sie dann eben in der nächsten Woche mehr freie Tage.“ Auch das Personal würde dies befürworten, „es geht ja schließlich nicht darum, die Anzahl der Arbeitsstunden ins Unermessliche zu drücken“, betont Schindler. Die Dehoga fordere lediglich eine flexiblere Verteilung der Stunden, meint auch Christian Röck, stellvertretender Vorsitzender beim Dehoga-Kreisverband Bühl.

Testregelung für Mitarbeiter nicht nachvollziehbar

Auf Unverständnis trifft im Gaststättengewerbe auch die Testnachweisregelung für Mitarbeiter. „Während für Gäste die strenge 3-G-Regelung gilt, bleibt es Gastro-Mitarbeitern selbst überlassen, sich testen zu lassen. Gastronomen müssten ihren Arbeitnehmern pro Woche zwar zwei Tests zur Verfügung stellen, könnten ihnen aber nicht vorschreiben, sich zu testen. „Warum es für Gäste eine Testpflicht gibt, für Gastro-Mitarbeiter hingegen nicht, ist absolut nicht nachvollziehbar“, kritisiert Danne. Auch hier müsste das Arbeitsschutzgesetz entsprechend angepasst werden.


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