Fahrerflucht bei jedem vierten Unfall

Rastatt (dm) – Die Zahl der Verkehrsunfälle in Rastatt bewegt sich immer noch auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau. Dies geht aus der Polizeistatistik 2019 hervor

Wie bei diesem Unfall im Februar vergangenen Jahres auf der Karlsruher Straße kracht es häufig, wenn Autofahrer beim Abbiegen nicht aufpassen. Foto: av

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Wie bei diesem Unfall im Februar vergangenen Jahres auf der Karlsruher Straße kracht es häufig, wenn Autofahrer beim Abbiegen nicht aufpassen. Foto: av

1747 Mal ist die Polizei im vergangenen Jahr in Rastatt zu Verkehrsunfällen gerufen worden. Gegenüber dem Vorjahr (1864 Unfälle) ist dies ein Rückgang um 6,28 Prozent.
Gleichwohl bewegt man sich noch oberhalb des Durchschnitts der vergangenen zehn Jahre (1568). Die Mobilität hat gegenüber früheren Jahren zugenommen, so ein Erklärungsversuch des Leiters des Rastatter Polizeireviers, Andreas Dahm – und dabei werden dann auch mehr Kilometer gefahren.

Erfreulich: Nur zwei Schulwegunfälle sind in der Stadt registriert worden, zuvor waren es noch zehn gewesen. In fast allen „Kategorien“ ist das Unfallbarometer gesunken, Ausnahme: Unfälle unter Alkohol oder anderen Drogen. 34 Mal (Vorjahr: 28 Mal) hat es gekracht, weil ein Fahrer nicht mehr Herr seiner Sinne war. Dies habe indes nicht zwangsläufig zu bedeuten, dass die Rastatter mehr trinken, wenn sie sich hinters Steuer setzen, wie Dahm betont. Die Zahl hänge auch damit zusammen, wie oft ermittelt werden kann, dass Alkohol im Spiel war, nachdem es zum Beispiel nach einer Vorfahrtsverletzung zur Kollision kam. Kontrollen zur Prävention finden immer wieder statt – gerade an Fastnacht, nennt Dahm ein Beispiel. Dabei sei man fair und zeige vor Veranstaltungen Präsenz, um den Fahrern zu signalisieren, dass man vor Ort ist, ehe die Kontrollstellen eingerichtet werden.

Vier tödliche Unfälle

Hauptunfallursachen waren erneut Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren (11,2 Prozent aller registrierten Unfälle), gefolgt von Vorfahrtsverletzungen (7,9 Prozent) und zu wenig Abstand (3,7 Prozent). 1,9 Prozent machen die Unfälle unter Alkoholeinfluss aus, auf Platz fünf rangiert die Geschwindigkeit (1,1 Prozent).

277 Menschen sind im vergangenen Jahr auf Rastatter Straßen verunglückt, vier davon tödlich. 27 wurden schwer verletzt, 246 leicht. Bei 1526 Unfällen hatten die Beteiligten lediglich Sachschaden zu beklagen. 437 Mal (Vorjahr: 445) haben sich Verursacher aus dem Staub gemacht: Fahrerflucht bei jedem vierten Unfall also. Auffällige Unfallschwerpunkte haben sich im vergangenen Jahr nicht aufgetan, so der Polizeioberrat. Fällt etwas auf, dann werde das an die Stadt herangetragen, die in der Regel entsprechend handelt.

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Erstellt:
24. April 2020, 20:30 Uhr
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