Fahrradstraße durchs grüne Herz von Baden-Baden

Baden-Baden (hol) – In der gesamten Lichtentaler Allee gilt ab sofort: Vorrang haben Radfahrer. Die OB sieht darin einen wichtigen Schritt für mehr Fahrradfreundlichkeit in Baden-Baden.

Unterwegs auf der neuen Flaniermeile für Radfahrer: Alexander Uhlig, Rolf Basse, Margret Mergen und Dirk Nesselhauf (von links).  Foto: Harald Holzmann

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Unterwegs auf der neuen Flaniermeile für Radfahrer: Alexander Uhlig, Rolf Basse, Margret Mergen und Dirk Nesselhauf (von links). Foto: Harald Holzmann

Es ist zweifelsohne die schönste Straße der Kurstadt: die Lichtentaler Allee. Sie führt über 2,3 Kilometer vom Theater zum Klosterplatz mitten durchs grüne Herz von Baden-Baden. Auf dieser Strecke haben nun Fahrräder Vorrang. Autofahrer müssen Rücksicht nehmen oder draußen bleiben.

Dirk Nesselhauf von der Abteilung Tiefbau bei der Stadtverwaltung fasst am Mittwoch beim Pressetermin in der Allee alles Wichtige in einem Satz zusammen: „Wir geben die Straße der Bevölkerung zurück und machen die Lichtentaler Allee zur wunderschönen Flaniermeile für Radfahrer.“

Was sich an der Verkehrsführung in der Allee ändert, im Überblick:

Abschnitt zwischen Hirtenhäuschen und Klosterplatz:

Dieser Abschnitt ist bereits seit 2018 Fahrradstraße. Die Straße ist derzeit sonntags für Autos gesperrt. Künftig gilt die Sperrung für PKW auch samstags. Außerdem werden an der Kreuzung an der Kettenbrücke in der Gunzenbachstraße und in der Maria-Viktoria-Straße Stoppschilder aufgestellt, um die Sicherheit der Radfahrer auf der Allee zu verbessern.

Abschnitt zwischen Fremersbergstraße und Hirtenhäuschen:

Dieser Abschnitt wird jetzt als Fahrradstraße ausgeschildert. Das heißt: Radler haben Vorrang, dürfen auch nebeneinander fahren. Autos müssen Rücksicht nehmen. Es gilt Tempo 30. Eine komplette Durchfahrt des Abschnitts für Autos bleibt wie bisher verboten. Poller verhindern das.

Abschnitt zwischen Theater und Fremersbergstraße:

Hier gilt weiter: „Durchfahrt verboten“. Ausgenommen davon: Kutschen und Fahrräder. „Faktisch ist der Bereich also eine Fahrradstraße“, sagt Oberbürgermeisterin Margret Mergen. Auf eine entsprechende Ausschilderung habe man verzichtet wegen der Touristen, die das Schild „Fahrradstraße“ vielleicht nicht kennen. Das Schild „Durchfahrt verboten“ sei wirksamer.

Rolf Basse vom Fachbereich Planen und Bauen betont, seit der Ausschilderung des ersten Abschnitts 2018 der Fahrradstraße seien immer mehr Radler auf der Allee unterwegs. Man könne viele Schüler beobachten, die gemeinsam mit ihren Eltern zur Grundschule Lichtental radeln.

Die Stadt schlage ein weiteres Kapitel beim Thema „Fahrradfreundlichkeit“ auf, sagt Mergen. „Wir kommen voran, auch wenn es topografisch schwierig ist.“ Die flache Lichtentaler Allee sei „absolut prädestiniert“ für die Nutzung als Fahrradstraße. Auch Touristen könnten auf diese Weise die Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt umweltfreundlich per Fahrrad erkunden.

Gedanken macht man sich im Rathaus nun auch noch über eine Entschärfung der Kreuzung Lichtentaler Allee/Fremersbergstraße. Letztere schneidet die Allee – Radfahrer, die die Fremersbergstraße kreuzen wollen, müssen anhalten und vorsichtig sein. Baubürgermeister Alexander Uhlig deutet an, dass man diese Situation durch „bauliche Maßnahmen“ verändern wolle. Da die Fremersbergstraße eine Landesstraße sei und zudem bei Tunnelsperrungen als Umleitungsstrecke diene, könne man aber nicht einfach Stoppschilder aufstellen. Nachgedacht wird aber über eine optische Weiterführung der Allee über die Fremersbergstraße und einen Rückbau des Kreuzungsbereichs, um Autofahrer zu mehr Rücksicht anzuhalten. Zudem könnte sich Uhlig an dieser Stelle den Einsatz von Wechselverkehrszeichen vorstellen, die nur im Falle einer Tunnelsperrung umschalten und dann die Durchfahrt auf der Fremersbergstraße freigeben.

Ihr Autor

BT-Redakteur Harald Holzmann

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Erstellt:
17. März 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 26sec

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