„Fairteiler“ in Bietigheim eröffnet

Bietigheim (ser) – Die Menschen standen am Samstag Schlange vor der regionalen Abgabestelle für überschüssige Lebensmittel: Die Eröffnung des „Fairteilers“war für die Initiatorinnen erfolgreich.

Auf große Resonanz stößt am Samstag die „Fairteiler“-Eröffnung der Foodsharing-Initiative. Foto: Heiner Wirbser

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Auf große Resonanz stößt am Samstag die „Fairteiler“-Eröffnung der Foodsharing-Initiative. Foto: Heiner Wirbser

Lebensmittelretter aus Bietigheim haben mit Unterstützung der Gemeinde den ersten regionalen „Fairteiler“ eröffnet, eine Abgabestelle für überschüssige Lebensmittel. Diese ist künftig jeden Samstag ab 15 Uhr für jedermann zugänglich.

Über zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jährlich verschwendet. Das entspricht rund 55 Kilogramm Lebensmittelabfälle pro Kopf. Dahinter wiederum stecken Arbeitseinsatz, Ressourcen, Umweltbelastungen durch Düngemittel, Transport und Verteilung. Aus diesem Grund hat sich die Organisation „Foodsharing“ seit 2012 in Berlin, 2015 in Karlsruhe und 2019 in Rastatt/Baden-Baden gegründet, erläutert Verena Rau, die die regionale Gruppe mit Mandy Pfeilsticker, Kristina Petry und Christa Huber ins Leben rief.

Foodsharing ist eine Internetplattform, die Privatpersonen, Händler und Produzierende die Möglichkeit bietet, überschüssige Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten und diese kostenlos weiter zu geben. Alle, die sich daran beteiligen, arbeiten ehrenamtlich. Bereits im Sommer hatte die Botschafterin der Initiative „Rettung überschüssiger Lebensmittel“ Verena Rau das Projekt im Bietigheimer Bürgerzentrum vorgestellt. Bürgermeister Constantin Braun sicherte damals zu, dass sich auch die Gemeinde am Foodsharing beteiligen werde. Dringend notwendig war es, eine Räumlichkeit zu finden um dort die Lebensmittel zu sammeln und anbieten zu können. Die Gemeinde stellte schließlich ein Ökonomiegebäude in der Ritterstraße 26 zu Verfügung (wir berichteten). Örtliche Firmen halfen mit Spenden, das Ökonomiegebäude umzubauen und Einrichtungsgegenstände wie Kühlschränke Theken und dergleichen zu kaufen.

Durchweg positive Resonanz

„Wir sind sehr überrascht und angetan von der überaus großen Resonanz“, freute sich Foodsaverin Christine Huber bei der Eröffnung am Samstag. Die Menschen standen in Schlangen vor dem Fairteiler in der Ritterstraße, um für sich „gerettete“ Lebensmittel zu holen. Sieben Kooperationsbetriebe aus der Region stellen nicht verkaufte Lebensmittel, wie Backwaren, Obst und Gemüse mit kleinen Macken und auch Produkte, bei denen in nächster Zeit das Mindesthaltbarkeitsdatum abläuft, zur Verfügung. Aber auch Privatpersonen können ihre überschüssigen Lebensmittel abgeben. Ausgenommen sind laut den Vorschriften von Foodsharing leicht verderbliche Lebensmittel wie roher Fisch oder Fleisch, rohe Eierspeisen und zubereitete Lebensmittel.

Viele Besucher fanden diese Initiative nicht nur eine sehr gute Idee, um einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, sondern dabei auch die Haushaltskasse zu schonen.

Die Initiatorinnen freuten sich nicht nur über die große Zustimmung, sondern auch darüber, dass sich doch einige meldeten, die ehrenamtlich am Fairteiler mitarbeiten wollen. Arbeit, so Verena Rau, gebe es viel, denn die Lebensmittel müssen bei den Firmen abgeholt, zum Fairteiler gebracht und dort nach hygienischen Vorschriften verpackt werden. Die große Resonanz zeige doch, so Christine Huber, dass die Idee auch in Mittelbaden immer mehr Zustimmung findet und ein Projekt für die Zukunft ist.


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