„Fallers“-Star Peter Schell gestorben

Baden-Baden (cl) – Herber Verlust für Schwarzwald-TV-Serie „Die Fallers“: Der beliebte Schweizer Schauspieler Peter Schell (64) ist tot. 27 Jahre lang spielte er den grantigen Erben des „Fallerhofs“.

27 Jahre lang hat er die Schwarzwälder Bauernhof-Serie geprägt: Der Schweizer Schauspieler Peter Schell ist an seiner schweren Krankheit gestorben.  Foto: Alexander Kluge/SWR

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27 Jahre lang hat er die Schwarzwälder Bauernhof-Serie geprägt: Der Schweizer Schauspieler Peter Schell ist an seiner schweren Krankheit gestorben. Foto: Alexander Kluge/SWR

Eines der prominentesten Gesichter der SWR-Schwarzwaldserie „Die Fallers“, Peter Schell, ist tot. Der gebürtige Schweizer gehört zum „Fallers“-Team der ersten Stunde und verkörperte in der Fernsehserie 27 Jahre lang den Hoferben des Faller-Clans, stets verschmitzt und widerspenstig. Schell erlag am Donnerstag in seiner Wahlheimat Baden-Baden im Alter von 64 Jahren seiner schweren Krankheit, wie der SWR jetzt bekanntgab.

„Seit der ersten Folge ‚Die Fallers“ 1994 war er Mitglied des Ensembles und prägte als Bauer ,Karl‘ die Serie entscheidend mit“, würdigte SWR-Intendant Kai Gniffke den beliebten Fernsehschauspieler. „Der SWR muss durch seinen viel zu frühen Tod einen herben Verlust hinnehmen“, fügte Gniffke hinzu. Die Senderfamilie trauere um ein „Familienmitglied“. Die „Fallers“-Fans werden ihren „Karl“ noch rund ein Jahr lang in der Serie sehen können, da der SWR die Folgen weit im Voraus produziert.

Neben der ebenfalls aus der Schweiz stammenden Schauspielerin Ursula Cantieni und dem Schauspiel-Urgestein Wolfgang Hepp aus Singen gehörte Schell zu den kantigen Charakteren in der TV-Serie, die sich stets um Authentizität bemühten. Mit alemannischer Mundart und treffender Schwarzwälder Dickköpfigkeit haben Schell und seine Kollegen nicht zuletzt zum Erfolg der Serie beigetragen.

Schon in der ersten Folge der Schwarzwaldserie am 25. September 1994 spielte Schell den eigensinnigen Jungbauern Karl Faller, der den malerischen Schwarzwaldhof von seinem Vater Hermann (Hepp) übernahm und im Dauerclinch mit seinem konservativen Altvorderen stand, stets verteidigt von der Mutter (Cantieni). Um sich in das anstrengende, herausfordernde Leben auf einem Bauernhof einzufühlen, quartierte sich Schell auf dem Original-„Fallerhof“ bei Furtwangen ein. Er wollte lernen, was es bedeutet, ein Schwarzwaldbauer zu sein. In mehr als 1.000 Folgen hat Schell diese Rolle fast schon als Lebensaufgabe angenommen.

Schell liebte den Witz und den trockenen Humor seiner Figur besonders

Natürlich sei ihm die Figur des Karl ans Herz gewachsen, kommentierte Schell selbst seine Rolle – „vielleicht ist er manchmal etwas zu ,grantlig‘“, kommentierte er, „aber sein Witz und sein trockener Humor gefallen mir besonders.“ Zwar liegt das Hauptaugenmerk der TV-Dauerserie auf den Konflikten innerhalb des Familienclans, aber es werden auch immer wieder Probleme einer Landwirtschaft angesprochen, die sich in den Höhenlagen des Schwarzwalds behaupten und erneuern muss. Von anfangs rund 100.000 Zuschauern stieg die Resonanz des seit 2011 in „Fallers – Eine Schwarzwaldfamilie“ umbenannten TV-Dauerbrenners auf weit über eine Million pro Folge, die jeweils am frühen Sonntagabend im Südwest-Fernsehen ausgestrahlt wird.

Seinen Schauspielberuf hat Schell von der Pike auf gelernt. Er studierte am Konservatorium Bern – und betrachtete es als Glück, an der Schauspielschule in Bern von dem Brecht-Schüler Hans Gaugler unterrichtet worden zu sein. Der große Dramatiker des sozialkritischen Theaters, Bertolt Brecht, gehörte zu Schells Vorbildern. Nach erfolgreichem Abschluss verbrachte Schell an verschiedenen Theatern, unter anderem an der Städtischen Bühne Quedlinburg. Es folgten Engagements in Nürnberg und am Theater Nordhausen. Der freischaffende Schauspieler trat auch in der ZDF-Serie „Unser Charly“ oder in „Hallo, Onkel Doc!“ (Sat.1) auf. Das SWR-Fernsehen widmet Peter Schell am Sonntag, 25. Juli, eine ganze „Fallers“-Reihe ab 16 Uhr.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Christiane Lenhardt

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Erstellt:
23. Juli 2021, 17:10 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 35sec

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