Fallzahlen steigen auch bei frisierten E-Bikes

Bühl (kos) – „sicher.mobil.leben“: Der bundesweit stattfindende Verkehrskontrolltag schlug sich auch in Bühl nieder. Die Polizei testete die Sicherheit von Radfahrern.

Hier drehen sich Fallzahlen und Tests ausnahmsweise mal nicht um Corona, sondern um Verkehrssicherheit: Polizei und OB Hubert Schnurr danken einer Bühlerin für ihr sicheres Fahrrad. Foto: Konstantin Stoll

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Hier drehen sich Fallzahlen und Tests ausnahmsweise mal nicht um Corona, sondern um Verkehrssicherheit: Polizei und OB Hubert Schnurr danken einer Bühlerin für ihr sicheres Fahrrad. Foto: Konstantin Stoll

Auch in diesem Jahr ist die Zwetschgenstadt offiziell Radkultur-Stadt. Dabei liegen ihr vor allem die Sicherheit der Fahrradfahrer und ein entsprechendes Umfeld besonders am Herzen. Im Zuge der bundesweiten Verkehrssicherheitsaktion „sicher.mobil.leben“ fanden nun auch in Bühl zahlreiche Kontrollen zum Zwecke der Prävention und Aufklärung zur Verkehrssicherheit statt.

Unter dem Motto „Radfahrende im Blick“ hat das Polizeipräsidium Offenburg in Bühl bereits in den frühen Morgenstunden des gestrigen Mittwochs an der deutschlandweiten Aktion teilgenommen, um auf die Lage der Verkehrssicherheit auf zwei Rädern aufmerksam zu machen. Ziel der Aktion war es, eine nachhaltige Reduzierung von schweren und tödlichen Verkehrsunfällen zu erreichen.

Tragen eines Helms im Blickpunkt

Die Kontrollen der Beamten am Bühler Polizeikreisel nahmen schwerpunktmäßig Aufklärungs- und Präventionsarbeit ins Visier. So wurde unter anderem auf das Tragen von Helmen aufmerksam gemacht. Obwohl dazu keine rechtliche Verpflichtung besteht, wollten die Beamten auf den Nutzen von Helmen gerade in Unfallsituationen hinweisen, wie Rolf Fritz, Leiter des städtischen Polizeireviers, erklärte: „Kein Mensch schafft es, beim Unfall nicht auf dem Kopf zu landen“, betonte der Polizeileiter die Relevanz entsprechender Schutzausrüstung. Das Tragen eines Helms gewinne zudem dadurch an Gewicht, wenn beachtet werde, dass mehr als die Hälfte aller Unfälle von den Radfahrern selbst verursacht würden, wie Fritz hervorhob. Die Gewohnheit, sich durch Helme zu schützen, fehle allerdings nach wie vor sehr oft. Diesbezüglich appellierte Fritz vor allem auch an die Eltern und nahm sie in die Pflicht, in ihrer Vorbildfunktion auf den Schutz ihrer Kinder zu achten.

Darüber hinaus wurde die generelle Verkehrstauglichkeit der kontrollierten Räder mit Blick auf Bremsen und Licht überprüft sowie auf manipulierte Pedelecs geachtet. Laut Polizeibericht waren etwa 30 vor dem Revier überprüfte Räder in einem einwandfreien technischen Zustand. Die Präventionsarbeit enthielt zudem die mobilen Botschaften für Busse, die auf den toten Winkel hinweisen.

Mit E-Unterstützung
bis zu Tempo 50

Entgegen dem deutschlandweiten Trend sinkender Unfallzahlen, sind Unfälle auch mit Pedelecs angestiegen. Das spiegelt auch das Bühler Unfallbarometer wider: Von 45 Zweiradvorfällen betrafen 2020 insgesamt 30 Prozent die Räder mit elektronischer Antriebsunterstützung. Fritz verriet zudem, dass die Zahl von frisierten Pedelecs bei Jung und Alt merkbar zunehme. Diese könnten eine Geschwindigkeit von bis zu 50 km/h aufbauen und damit innerorts genauso schnell fahren wie Autos und Motorräder. Verletzungen und Schadensersatzansprüche seien bei Unfällen mit manipulierten E-Bikes jedoch meist nicht gedeckt, da für Pedelecs nach wie vor kein Führerschein und keine Versicherungspflicht vorgeschrieben seien, hob Fritz hervor.

Gerade in Bühl, wo vom 1. bis zum 21. Mai auch das sogenannte Stadtradeln stattfindet, wolle man ein sicheres Umfeld für Radfahrer schaffen, wie Fritz sagte. Grundsätzlich sei die Stadt in Sicherheitsbelangen des Zweiradverkehrs relativ gut aufgestellt, betonte er. Auch bauliche Hindernisse würden keine Unfälle in der Zwetschgenstadt verursachen, gaben Fritz und Oberbürgermeister (OB) Hubert Schnurr an. Präventiv appellierte Fritz dennoch an die Autofahrer, nicht auf dem Fahrradschutzstreifen zu parken. Laut Polizeibericht mussten zwei Autofahrer darauf hingewiesen und zur Weiterfahrt aufgefordert werden. Folge können zum Teil gefährliche Ausweich- oder Überholmanöver durch Auto- und Radfahrer sein.

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Erstellt:
6. Mai 2021, 11:00 Uhr
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ca. 2min 36sec

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