Fast alle Termine in Mittelbaden ausgebucht

Rastatt/Baden-Baden (for) – Alle Baden-Württemberger über 60 können sich seit dieser Woche gegen Covid-19 impfen lassen. Das Land hat am Montag die Terminvergabe für diese Altersgruppe geöffnet.

In der vergangenen Woche wurden in Baden-Württemberg etwa eine Million Impftermine vergeben – das ist laut Sozialministerium ein neuer Rekord. Foto: Friso Gentsch/dpa

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In der vergangenen Woche wurden in Baden-Württemberg etwa eine Million Impftermine vergeben – das ist laut Sozialministerium ein neuer Rekord. Foto: Friso Gentsch/dpa

Bisher musste man mindestens 70 Jahre alt sein, Vorerkrankungen oder einen bestimmten Beruf haben, um impfberechtigt zu sein. Entsprechend hoch ist nun auch die Nachfrage bei der Terminvergabe, wie das Sozialministerium mitteilt. Auch in den Kreisimpfzentren in Mittelbaden war der Andrang auf die Impftermine groß.

Termine im KIZ Bühl zügig ausgebucht

Im Bühler Kreisimpfzentrum (KIZ) wird von heute an bis Donnerstag noch Astrazeneca verimpft. „Die dafür vorgesehenen 2.200 Termine wurden alle zügig gebucht“, wie Benjamin Wedewart, Pressesprecher des Landratsamts Rastatt, auf BT-Nachfrage mitteilt.

Ob diese Termine nun tatsächlich größtenteils von den neu berechtigten über 60-Jährigen gebucht wurden, könne er allerdings nicht sagen. „Bisher können wir die Altersstruktur aus Datenschutzgründen noch nicht erfassen“, so Wedewart. Das soll sich aber künftig ändern. Ein spezielles Dokumentationstool soll bald ermöglichen, dass das Kreisimpfzentrum die Altersstruktur in Zehner-Schritten erfassen kann.

Am Donnerstag sollen im Bühler KIZ die letzten Erstimpfungen mit Astrazeneca erfolgen. In Zukunft werde dieser Impfstoff dann aufgrund einer Entscheidung des Bundes nur noch für die notwendigen Zweitimpfungen verwendet. Für die Termine für Erstimpfungen am Freitag, Samstag und Sonntag sei Biontech vorgesehen. „Davon sollen wir noch diese Woche 3.500 Dosen bekommen“, kündigt Wedewart an. Die seien dann für diese und die kommende Woche eingeplant. „Nach wie vor bekommen wir immer nur kurzfristig Lieferinformationen“, sagt der Pressesprecher.

„Bedarf bei über 60-Jährigen relativ groß“

Im Kreisimpfzentrum in Baden-Baden sieht die Lage ähnlich aus. „Wir haben für Montag, Dienstag und Sonntag jeweils 700 Termine ins Netz gestellt – also insgesamt 2.100“, teilt Kreisimpfzentrumsleiter Jürgen Jung gestern auf BT-Nachfrage mit. Bei den meisten handele es sich um Astrazeneca-Termine. Schon gestern seien so gut wie alle Termine ausgebucht gewesen, so Jung weiter.

Zwar könne die Altersstruktur bei den Buchungen auch im Baden-Badener KIZ nicht festgestellt werden, allerdings habe man gestern beobachten können, dass relativ viele Menschen zwischen 60 und 70 Jahren zum Impfen gekommen seien. „Es scheint also wirklich zuzutreffen, dass der Bedarf bei den über 60-Jährigen relativ groß ist“, vermutet Jung.

Größere Biontech-Lieferung erwartet

Auch in Baden-Baden werden am Sonntag die letzten Astrazeneca-Dosen verimpft. „Momentan sind dann für diesen Impfstoff keine weiteren Lieferungen angekündigt“, so Jung. Stattdessen werde am Wochenende noch eine größere Biontech-Lieferung erwartet. „Bereits in der Woche danach wird die Lieferung von Biontech aber wieder reduziert.“ Hinzukomme, dass ein Teil der Dosen auch immer an die mobilen Impfteams verteilt werden muss. Das habe Auswirkungen auf die Planung der Impftermine im Baden-Badener Kreisimpfzentrum. „In dieser Woche müssen wir unser Impfzentrum am Mittwoch und Donnerstag leider dichtmachen und in der kommenden Woche können wir nach heutigem Stand auch nur am Mittwoch, Freitag und Samstag impfen“, sagt Jung. Auch für kommende Woche seien die meisten Termine bereits vergeben.

„Wir hoffen sehr, dass wir dann ab 5. Mai wieder im großen Stil impfen können, das hängt aber davon ab, wie viele Lieferungen wir in der 18. Kalenderwoche bekommen.“

Zuletzt seien Termine für Impfungen mit Astrazeneca aufgrund mangelnder Akzeptanz gegenüber diesem Vakzin in einzelnen Zentren oft freigeblieben. Das war auch in Bühl so. Seit der Personenkreis der Impfberechtigten ausgeweitet wurde, habe sich das aber verändert, stellt Wedewart fest. Von den über 60-Jährigen würden nun auch Termine für Astrazeneca eher wahrgenommen.


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