Fast wie immer: Schatulla, Orden und Büttenreden

Baden-Baden (co) – Schatulla, Orden und Büttenreden: Bei der Bürgergemeinde Unterbeuern ist alles fast so, wie immer – doch aufgrund von Corona dann doch irgendwie anders.

Die fantastische Reise in den Orient als Schlussnummer ist in den Videos ebenfalls zu sehen. Foto: Cornelia Hecker-Stock/Archiv

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Die fantastische Reise in den Orient als Schlussnummer ist in den Videos ebenfalls zu sehen. Foto: Cornelia Hecker-Stock/Archiv

Allen Narren tut die ausgefallene Kampagne in der Seele weh. Wen es so richtig bis tief ins Herz schmerzt, ist die Bürgergemeinde Unterbeuern (BGU). Doch wird mit kreativem Einfallsreichtum daran gearbeitet, die närrischen Fans trotzdem bei Laune zu halten.

Normalerweise verbringt der harte Kern der BGU-Fastnachtsfraktion im Spätjahr einen gemeinsamen Kreativurlaub, bevorzugt in Ägypten, um unter sengender Sonne und bei anregendem Meeresrauschen Büttenreden und Showeinlagen zu gebären. Da in diesem Jahr bekanntlich alles anders ist, bastelt das Team schon seit dem Sommer an Ideen, der fünften Kampagne trotz Pandemie wenigstens etwas närrisches Leben einzuhauchen.

Kleine Videosequenzen

Auslöser war der 60. Geburtstag von Fastnachts-Urgestein Sabine Scherer. Sie entwickelte im August die Idee, das Warten auf ihren Ehrentag mit kleinen Videosequenzen als täglichen Countdown zu verkürzen. Diese närrischen Botschaften kamen so gut an, dass sie sich daransetzte, einen ganzen Film zusammenzuschneiden. Auf der Bühne die geborene Ulknudel, zeigte sie hier echte Ausdauer, kaufte extra ein Programm und brachte sich selbst alles Nötige bei, um aus Videofilmen vergangener Kampagnen ein „Best of“ einzelner Sequenzen herauszuschneiden. Doch damit nicht genug. Die Sitzungspräsidenten Norbert Steinel und sein Vize Jerrit Fischer tragen am Beginn und Ende des Films eine persönliche Begrüßung sowie Verabschiedung aus ihren heimischen Wohnzimmern bei.

Querdenker, Impfpflicht und Privilegien

Peter Böhlen, der sich einen Namen als Till Eulenspiegel gemacht hat und sowohl das Weltgeschehen als auch lokale Begebenheiten unter die Lupe nimmt, schrieb eine kleine Rede als aktuellen Beitrag. Darin setzt er sich mit Corona-Regeln, Querdenkern, Impfpflicht und möglichen Privilegien der Gepieksten auseinander. Markus „Otto“ Müller, der als göttlicher Handlanger alljährlich den Part der Schatullataufe übernimmt, mochte die närrische Holde nicht von vornherein mit Unglück überschatten durch Namen wie „Influenza“ oder „Corona“. Also ließ man die Gedanken kreisen und überlegte, wer oder was sich denn noch außer der Pandemie aus dem Leben des gemeinen Volkes verabschieden wird – und kam so auf die Bundeskanzlerin. Weshalb die nach der Taufe wieder im Schaufenster der Papiertruhe bei Uli Kamelski thronende Schatulla den passenden Namen „Angela, die Einmalige“ tragen wird.

Digitaler Orden

Sogar einen Orden hat die BGU entworfen, den sich jeder über die Homepage herunterladen kann. „Das Jahr bestimmt die Pandemie – Fasenacht so öd wie nie“ steht über den mit Mundschutz verzierten Elferräten und auch die BGU-Vorsitzende Waldtraud Nölle und ihre Stellvertreterin Susanne „Snoopy“ Ziller tragen, in Küchenschürzen auf ihrer Couch sitzend, einen Maulkorb. „Snoopy“ lässt sich alljährlich Szenerie und hinreißende Dialoge der Schlussnummern einfallen, die unter dem Johlen des Publikums alle Narren auf der Bühne vereinen. Für die Videosequenzen, die als Gesamtfilm und einzeln gezeigt werden, wurde die fantastische Reise in den Orient gewählt. Weitere Highlights sind Sabine Scherer als „Alde Göttin“, Nicole Heubach als Pinky von Marzahn, Johanna Nölle als Teenie und Blondine, Fastnachtsmuffel Jan Riedinger, Sascha Scheffel in seiner Paraderolle als Klaus Bärbel, die Vogelscheuchen, die Fuzzis und viele mehr. Zu sehen sind die Clips auf der Facebook-Seite der Bürgergemeinde, weitere Links werden angezeigt.

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Erstellt:
22. Januar 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 35sec

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