Fastnacht in Gernsbach und Weisenbach auf der Kippe

Gernsbach/Weisenbach (stj/mm) – Ausgeschunkelt für die nächsten Monate? Corona bremst die Fastnachter im Murgtal bereits jetzt aus.

Die Prinzengarde der Hohlen Eiche Weisenbach legt eine Zwangspause auf der Bühne ein. Foto: Raimund Götz/BT-Archiv

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Die Prinzengarde der Hohlen Eiche Weisenbach legt eine Zwangspause auf der Bühne ein. Foto: Raimund Götz/BT-Archiv

Was wird 2021 mit der Fastnacht in Gernsbach und Weisenbach? Die Frage, was in der kommenden Kampagne möglich ist und was nicht, ist noch nicht abschließend beantwortet. Es sieht aber ganz danach aus, als würde es viele der beliebten Großveranstaltungen in der Papiermacherstadt wegen Corona nächstes Jahr nicht geben. Bereits Nägel mit Köpfen gemacht haben die Obertsroter Schlossbergteufel. Auch die Weisenbacher Narren haben ihre regulären Termine abgesagt, Veranstaltungen in der Festhalle fallen aus, ebenso der Umzug zum 85-jährigen Bestehen am Fastnachtssonntag.

Die Schlossbergteufel haben ihre Teufelsnacht, die im Januar in der Ebersteinhalle hätte stattfinden sollen, abgesagt. „Aus heutiger Sicht und im Hinblick auf den 9. Januar sehen wir unter den aktuellen Hygiene- und Abstandsregelungen keine Möglichkeit, die Veranstaltung durchzuführen“, sagt Oberteufel Manuel Dörrer im BT-Gespräch: „Keiner möchte sich den Schuh anziehen, falls etwas vorfällt, das weitreichende Folgen hinterlassen würde. Selbst wenn eine Veranstaltung mit einem genehmigten Hygienekonzept durchführbar wäre, ist nicht gesagt, ob Mitglieder bereit sind, bei der aktuellen Situation und möglicher Ansteckungsgefahr mitzuwirken.“

Zudem fragt sich der Vorsitzende, ob überhaupt Gruppen und Besucher kommen würden? Während das Thema bundesweit diskutiert wird, warten die Fastnachtsgruppen in Gernsbach auf ein Zeichen der Politik. Unterdessen haben die Schlossbergteufel beschlossen, die närrische Zeit aber auf jeden Fall zu feiern. „Das ist ein Kulturgut, das kann man nicht einfach aus dem Kalender streichen“, betont Dörrer. Er und seine Mitstreiter planen, eine Fastnacht wie früher im Ort für den Ort zu feiern – begrenzt auf die traditionellen tollen Tage vom Schmutzigen Donnerstag bis Aschermittwoch.

Eine Großveranstaltung werde es definitiv nicht geben, betont Dörrer: „Du bist dran, wenn etwas passiert.“ Die Schlossbergteufel haben bisher auch nirgends zugesagt. „Wir können nicht den eigenen Umzug absagen und dann woanders hingehen“, erklärt der Oberteufel. Von der Stadt Gernsbach sei bisher nichts gekommen zum Thema Fastnacht. Dörrer glaubt aber nicht, dass groß etwas stattfinden wird. Schon gar keine Umzüge oder größere Events:

Die Hoffnung richtet sich auf 2022

„Du kannst keinen Sektempfang machen, keinen Barbetrieb ... Aber gerade das macht ja die Veranstaltungen auch aus!“ Die Teufel konzentrieren sich deshalb in erster Linie auf die Zukunft, steht doch 2022 das 22-jährige Bestehen des Vereins an. Dieses närrische Jubiläum will man gebührend feiern. 2021 werde man „aufgrund der Corona-Pandemie einen Gang zurückschalten kündigt Dörrer an und schwört seine Mitglieder ein: „Jetzt zeigt es sich, wie gut ein Verein und seine Mitglieder sind, wie gut Ideenreichtum umgesetzt werden kann und man das Brauchtum lebt – auch wenn es keine Massenveranstaltungen geben wird.“

„Wir haben unsere regulären Termine für die Kampagne 2020/2021 abgesagt“, berichtet Tobias Großmann als Vorsitzender der Weisenbacher Karnevalsgesellschaft „Hohle Eiche“. Die Vereinsverwaltung stand wegen dieser Thematik in den vergangenen Wochen und Monaten im regen Austausch miteinander. Die Entscheidung sei alles andere als leicht gefallen: „Nach langer Diskussion sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir unsere bevorstehende Jubiläumskampagne nicht wie ursprünglich vorgesehen durchführen können.“ Kampagneneröffnung, Sitzungen und Kinderball in der Festhalle sowie der Jubiläumsumzug am Fastnachtssonntag fallen aus. „Auch wenn dies einen massiven Einschnitt in unsere Kampagne bedeutet, möchten wir trotzdem betonen, dass wir diese nicht komplett absagen wollen, sondern trotz allem versucht sind, das närrische Gedankengut in anderer Form unter die Menschen zu bringen“, betonen die Fastnachter.

„Hohle Eiche“ will etwas „Fastnachtliches machen“

Wie die närrischen Aktivitäten aussehen könnten, hänge von der weiteren Corona-Entwicklung ab. „Wir wollen versuchen, irgendetwas Fastnachtliches zu machen“, sagt Großmann. Allerdings: Die Gesundheit der Mitglieder und Besucher stehe immer im Vordergrund.

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Erstellt:
17. September 2020, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 51sec

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