Fastnachter halten an Narrenparade in Iffezheim fest

Iffezheim (fuv) – Trotz des Ukraine-Kriegs soll die geplante Narrenparade auf der Iffezheimer Rennbahn stattfinden. Laut Veranstalter hat noch keine Teilnehmergruppe aufgrund der Ereignisse abgesagt.

Traditionelle Fastnachtsumzüge sind untersagt, die Parade auf der Rennbahn kann indes stattfinden. Und sie wird es auch, wie der Veranstalter betont. Foto: Frank Vetter/Archiv

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Traditionelle Fastnachtsumzüge sind untersagt, die Parade auf der Rennbahn kann indes stattfinden. Und sie wird es auch, wie der Veranstalter betont. Foto: Frank Vetter/Archiv

Die Narrenparade auf der Iffezheimer Rennbahn am morgigen Sonntag findet statt; auch wenn in der Ukraine der Krieg tobt. Dies bestätigte Organisator Sven Ellwanger von der RS-Stiel-Events gegenüber unserer Zeitung.

Natürlich habe er sich Gedanken gemacht, so Ellwanger. Er habe sich auch mit dem Ooser Carnevals-Verein (OCV) kurzgeschlossen, der am Samstag auf dem Ooser Festplatz ein närrisches Stelldichein veranstalten und dieses ebenfalls durchziehen will. Mit angemeldeten Vereinen und Zünften habe er ebenfalls Kontakt gehabt, und keiner der Teilnehmer habe wegen der Ereignisse in Osteuropa abgesagt. Das würde er auch für ein falsches Signal halten, so Ellwanger.

Nicht zuletzt wäre eine Absage für ihn und sein Eventunternehmen eine wirtschaftliche Katastrophe, wie er betont.

Absagen habe es von sechs Vereinen gegeben, allerdings wegen Coronainfektionen, so Sven Ellwanger. „Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Deshalb gilt bei unserer Veranstaltung am Sonntag auf der Rennbahn die 2G-plus Regel, auch für geboosterte Besucher“, unterstreicht er. Tickets für die Narren-Premiere auf der Rennbahn gibt es übrigens seit dieser Nacht keine mehr, auch nicht an der Tageskasse. Demnach verfolgen rund 6.500 Besucher das Spektakel.

Friedliches Miteinander

Rainer Stadtfeld, Präsident der Rastatter GroKaGe, die die größte Teilnehmergruppe am Sonntag stellt, sagte, es sei jedem Mitglied überlassen, ob er wegen der Geschehnisse in der Ukraine teilnehme oder nicht. Kerstin Huber, Vorsitzende der Kleinen Narren-Gemeinschaft (KNG) Rastatt, brachte auf den Punkt, was offenbar viele Fastnachter denken. „Natürlich ist das schrecklich und furchtbar, was gerade geschieht. Aber ich habe zwei Jahre lang wegen Corona auf so viel verzichtet. Und wegen dem Idioten in Russland lasse ich mir die Fastnacht dieses Jahr nicht vermiesen.“

Als sehr ambivalent bezeichnete Iffezheims Bürgermeister Christian Schmid das Thema. Er sei sehr bestürzt über das, was in der Ukraine passiert – „ich glaube, das geht uns allen so“. Letztlich habe jedoch nicht er die Entscheidung zu treffen; der Veranstalter habe ihm am Freitagmittag mitgeteilt, dass die Parade stattfinden soll im Sinne eines friedlichen Miteinanders.

Der traditionelle Fastnachtsumzug der Renngemeinde selbst musste wie alle anderen in der Region aufgrund der Pandemie abgesagt werden. Die Parade auf der Rennbahn mit festen Zuschauerplätzen wird hingegen als stationäres Event bewertet.

Die in Rastatt am Sonntag ursprünglich geplante Narrenmesse ab 9.30 Uhr in der katholischen Stadtkirche St. Alexander wird aufgrund der Situation in der Ukraine nun als Bittgottesdienst um den Frieden gefeiert. Dies teilte Pfarrer Ralf Dickerhof am Freitag mit.

Ihr Autor

Frank Vetter und BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
25. Februar 2022, 20:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

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