Federbachfestspiele: Katastrophale Saison

Durmersheim (manu) – Corona, Vandalismus und das Wetter haben die Durmersheimer Federbachfestspiele schwer gebeutelt. 2022 soll deshalb keine Freiluftsaison gespielt werden.

Zeltaufbau der Federbachfestspiele im Sommer 2021. Foto: Manuela Behrendt

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Zeltaufbau der Federbachfestspiele im Sommer 2021. Foto: Manuela Behrendt

Im Sommer 2022 gibt es keine Freilichtsaison der Federbachfestspiele in Durmersheim. „Uns fehlt das Geld, um die Kosten für die Aufbauten zu stemmen“, erklärte der Vorsitzende und künstlerische Leiter Dieter Baldo bei der Jahreshauptversammlung des Theatervereins am Freitag.

Nach mehreren Sturmschäden an den Bühnen- und Zuschauerzelten, zwei Einbrüchen sowie wetter- und gesundheitsbedingten Gastspielabsagen „hat man dann einfach mal keine Lust mehr“, konstatierte der Regisseur und Dramaturg. Gleich zweimal innerhalb weniger Tage wurden die Federbachfestspiele Opfer von Vandalismus. Geklaut wurden Lautsprecherboxen, Kabel und Getränke. Am Kostüm- und Requisitenwohnwagen schlug man die Scheiben ein, verstreute Schminkutensilien und Klamotten auf dem Gelände.

„Katastrophale Saison“

Wegen der Corona-Einschränkungen sowie der Wetterkapriolen ist nach Baldos Aussage die diesjährige Saison „katastrophal“ gewesen. Künstlerisch erwies sich die Eigenproduktion „Pot-pourrrri“, die die Amateurmimen als Geburtstagsfest anlässlich der zehnten Freilichttheatersaison in Durmersheim aufgelegt hatten, trotzdem als kleiner finanzieller Erfolg, spielte 580 Euro ein. Dass man die Sommersaison überhaupt realisieren konnte, gab dem Team Auftrieb, wie die Stimmung beim Mitgliedertreffen belegte. Für das Geschäftsjahr 2020 gab Baldo „dank der staatlichen Corona-Zulagen“ einen Gewinn in Höhe von 1.333 Euro bekannt. Auf die Schnelle hatte er voriges Jahr mit einem auf sieben Akteure reduzierten Ensemble „Die Tränen der Meerjungfrau“ inszeniert, würdigte damit 20 Jahre der künstlerischen Zusammenarbeit mit der Malerin Simone Vögele. Künftig fallen für den Theaterverein die Zuschüsse vom Landesverband für Amateurbühnen weg, informierte Baldo.

Fundraising geplant

Als Basis für Fördergelder müsse Baldo mindestens drei Mitarbeiter mit einer staatlich diplomierten Ausbildung vorweisen, erklärte er den Rückzug des Verbands. Vor sich her schieben die Federbachfestspiele den Betrag von 3.267 Euro. Dieser ist an die Kommune zurückzuzahlen. Mit dieser Summe hatte die Gemeinde für technische Anschlüsse ausgeholfen, die man zum Betrieb des Zirkuszelts „Pulcinella“ benötigte. Dieses steht mittlerweile zum Verkauf.

Um finanziell Luft zu holen und ein Polster für eine potenzielle Rückkehr zu einer Freilichttheatersaison zu schaffen, werden die Federbachfestspiele die für 2022 geplante Adaption von Ernest Hemingways „Der alte Mann und das Meer“ ausnahmsweise in den Räumen der „Kleinen Klamotte“ aufführen. Zugunsten der Federbachfestspiele organisiert Baldo im Herbst 2021 außerdem einen Fundraising-Abend mit der öffentlichen Präsentation des Werkschau-Videos über alle bisherigen Freilichttheatersommer in Durmersheim.

Bei der Jahreshauptversammlung standen auch Vorstandswahlen an. Einstimmig in ihren Ämtern bestätigt wurden Dieter Baldo (Vorsitzender), Paul Hengsbach (Stellvertreter), Annette Friedl (Schatzmeisterin) und Annette Meister (Schriftführerin).

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Erstellt:
30. August 2021, 13:00 Uhr
Lesedauer:
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