Felix Braun und die League of Legends

Gaggenau (galu) – Nach der League-of-Legends-WM in Island genießt Felix Braun aus Oberweier erst mal ein paar ruhige Wochen.

Felix Braun (links) misst sich mit seinem US-Team, den „100 Thieves“, mit den Großen der internationalen E-Sports-Szene. Foto: League of Legends

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Felix Braun (links) misst sich mit seinem US-Team, den „100 Thieves“, mit den Großen der internationalen E-Sports-Szene. Foto: League of Legends

Für US-Legionär Felix Braun aus Oberweier ist das Jahr vorbei. Denn für die E-Sportler der höchsten Güteklasse in der League of Legends (LoL) war am 6. November in der isländischen Hauptstadt Reykjavík das Finale über die Bühne gegangen.

Im BT-Gespräch erzählt „Abbedagge“, wie Braun in der E-Sports-Szene genannt wird, von seinen Eindrücken und Erlebnissen bei seiner ersten Weltmeisterschaftsteilnahme, über das frühe Ausscheiden seines Teams, das generell schlechte Abschneiden der westlichen Teams sowie seine persönlichen Ziele.

Eines ist Braun auf jeden Fall: Zufrieden mit seiner Leistung – obwohl sein Team, die „100 Thieves“, mit einer Bilanz von 3:3 in der Gruppenphase ausgeschieden ist: „Uns war von vorneherein klar, dass es eine extrem harte Gruppe wird und es schwierig sein würde, weiterzukommen. Wir wollten einfach nur abliefern und gut spielen, das haben wir auch getan. Immerhin haben wir auch ein Spiel gegen ,Edward Gaming‘ gewinnen können.“

„Edward Gaming“ (EDG), das Top-Team aus China, und „T1“, Rekordweltmeister aus Korea, konnten sich letzten Endes in der Gruppe B mit 5:1 und 4:2 durchsetzen. Sein Hauptfokus, so Braun, habe jedoch ohnehin darauf gelegen, Erfahrungen auf internationaler Ebene zu sammeln – „sicherlich hilfreich für das nächste große Turnier.“

Erfahrungen durfte Braun in der Tat einige machen, insbesondere im direkten Duell mit Lee „Faker“ Sang-hyeok. Der Koreaner gilt als lebende Spielerlegende und LoLs erstes Wunderkind. Auch wenn es nur zwei Spiele waren und beide von den Koreanern gewonnen wurden, so weiß Braun das Erlebnis doch zu schätzen. „Es war einfach eine richtig gute Erfahrung, gegen die Legende selbst spielen zu dürfen. Ich denke zwar, dass er nicht mehr so gut wie früher ist, aber mit Sicherheit noch mindestens einer der besten 15 Spieler der Welt“, so seine Einschätzung.

Derzeit dominieren die Asiaten

Sein direktes Duell kommentiert er nur mit einem einzigen Satz: „Faker, Faker, Playmaker“ – ein Ausspruch innerhalb der Spielergemeinde von LoL, der ungefähr mit „Nicht von dieser Welt – Lionel Messi“ im Fußball gleichgesetzt werden kann.

Im Allgemeinen war das Turnier keine Freude für Zuschauer und Fans aus Amerika und Europa: Lediglich zwei von sechs Teams überstanden die Gruppenphase. Ihre sechs Gegner kamen allesamt aus dem asiatischen Raum – zwei chinesische und vier koreanische Teams. Das ist für die LoL-Weltmeisterschaft keine Neuheit und Braun empfindet die Entwicklung auch als nachvollziehbar: „Es ist ganz einfach: Die Chinesen und Koreaner können jederzeit gegeneinander in Übungsspielen antreten. Aufgrund der Distanz und der Zeitverschiebung bietet sich Teams aus anderen Regionen diese Chance einfach nicht. Dementsprechend können wir unsere Leistungen nicht schon vorher mit diesen Top-Teams messen und daran als Spieler wachsen.“

Bis zur nächsten Teilsaison in der amerikanischen League Championship Series, dem Ende Januar beginnenden „Spring Split“, will sich Braun lediglich fit halten und ansonsten erst einmal entspannt die Zeit genießen – auch mit Freunden und Familie, für deren spürbare Unterstützung er im Turnierverlauf sehr dankbar war, wie der Profispieler anmerkt.

Als Weltmeister hat der Gaggenauer das Team von Damwong Kia (DWG KIA) gesetzt, den Vorjahresmeister um Seo „ShowMaker“ Su – dieser gilt derzeit als bester Spieler der Welt. Diese mussten sich letzten Endes jedoch in einem Rekordfinale vor rund vier Millionen Zuschauern mit 2:3 gegen EDG geschlagen geben – eben jene EDG, denen Braun und die 100 Thieves in der Gruppenphase einen Sieg abringen konnten.

Computerspiel mit Kultstatus

League of Legends, innerhalb der Szene mit LoL abgekürzt, ist ein 2009 von Riot Games veröffentlichtes Computerspiel.

In LoL existieren mehrere Spielmodi, die beliebteste und bekannteste Variante ist dabei das „Fünf gegen Fünf“ auf dem Spielfeld mit dem Namen „Kluft der Beschwörer“.

Die Hauptaufgabe ist stets, das gegnerische Hauptgebäude zu zerstören; das kann über verschiedene Taktiken erreicht werden. Anders als bei Strategiespielen werden keine Ressourcen gesammelt, um den Spielfluss schnell zu halten. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines sogenannten Beschwörers und steuert nur einen Spielhelden über das Schlachtfeld, auf der Suche nach Gegnern, um diese für Gold zu töten und kurzzeitig aus dem Spiel zu nehmen, damit das Hauptziel erreicht werden kann.

Laut Publisher Riot Games spielen monatlich etwa 11,5 Millionen Spieler weltweit LoL (Stand 24. Mai 2021). Es gehört dem Genre der Multiplayer Online Battle Arena (MOBA) an. Dieses Genre ist 2003 durch die kostenlose Modifikation Defense of the Ancients (DotA, auf Deutsch etwa Verteidigung der Urahnen) innerhalb des Strategiespiels Warcraft 3 entstanden.

Weiterer Bericht zu Felix Braun.

www.leagueoflegends.com

Ihr Autor

Lukas Gangl

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Erstellt:
15. November 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 19sec

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