Festspielhaus Baden-Baden hofft auf Fördergelder

Baden-Baden (nof) – Der Hauptausschuss befürwortet einen Förderantrag fürs Festspielhaus. Damit soll eine energetische Sanierung kofinanziert werden. Außerdem will sich das Haus strategisch öffnen.

Das Festspielhaus soll energieeffizienter werden und möchte sich den Bürgern „strategisch öffnen“. Dazu ist zum Beispiel eine Multimedia-Installation im Foyer geplant. Foto: Monika Zeindler-Efler

© pr

Das Festspielhaus soll energieeffizienter werden und möchte sich den Bürgern „strategisch öffnen“. Dazu ist zum Beispiel eine Multimedia-Installation im Foyer geplant. Foto: Monika Zeindler-Efler

Richtig sicher ist man sich im Rathaus nicht, ob es klappt mit den Fördermitteln für das Festspielhaus aus einem Bundestopf. „Der Antrag wurde mit heißer Nadel gestrickt“, räumte denn auch Kämmerer Thomas Eibl in der Sitzung des Hauptausschusses am Montagabend auf entsprechende Nachfrage von Grünen-Stadtrat Dr. Fabrice Gireaud ein. Doch mal will nichts unversucht lassen, um an Fördergelder für den Kulturtempel zu gelangen, der seit Juli zum Eigentum der Stadt gehört und um dessen Strahlkraft man sich somit auch kümmern muss. So hofft die Stadtverwaltung also beim Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ auf einen Zuschlag, mit dem die anstehende energetische Sanierung des Hauses zum Teil kofinanziert werden könnte.

Foyer soll multimedial ausgestattet werden

Wesentlicher Bestandteil des Förderantrags ist die „strategische Öffnung“ des Festspielhauses für die Bevölkerung, von der man sich im Rathaus einen „Innovationscharakter“ verspricht. Unter anderem soll das bisher tagsüber geschlossene Foyer des Opernhauses für Besucher geöffnet und multimedial ausgestattet werden. „Der Antrag kommt zur rechten Zeit“, sagte Rüdiger Beermann, Kommunikationsdirektor im Festspielhaus im BT-Gespräch. „Der partizipative Ansatz nimmt eine Entwicklung auf, die wir in den kommenden Jahren ohnehin unbedingt weiterverfolgen wollen.“

Rund drei Millionen Euro pro Jahr hat der Gemeinderat im aktuellen Doppelhaushalt für die Substanzerhaltung der Kultureinrichtung zur Verfügung gestellt. Das Bundesprogramm sieht Fördermargen zwischen 0,5 und drei Millionen Euro vor. Der Anteil der Kommune an der Gesamtmaßnahme soll 55 Prozent betragen.

Einmütiger Beschluss mit offenem Ausgang

Der Hauptausschuss stimmte diesem Vorgehen in seiner Sitzung am Montagabend einmütig zu. „Selbstverständlich begrüßen wir den Antrag“, betonte Ansgar Gernsbeck (CDU), schließlich habe seine Fraktion im September auf das Programm aufmerksam gemacht. „Da hatten Sie es aber schon in Ihren Händen“, sagte er in Richtung Verwaltungsspitze. „Kultur war explizit aufgeführt“, unterstrich Gernsbeck, dass es durchaus Hoffnung für einen Zuschlag gebe. „Kultur ist erwähnt, mit Einschränkungen“, umschrieb Kämmerer Eibl die Förderkriterien. Doch Eibl machte auch klar: „Vor der Pandemie gab es kein Förderprogramm, das uns bei der Sanierung des Festspielhauses unterstützt hätte. Wie es nach der Pandemie sein wird, wissen wir nicht.“ Auch deshalb bewerbe man sich jetzt, in einer Zeit, in der Gelder zur Verfügung gestellt werden. Oberbürgermeisterin Margret Mergen rief dazu auf, sich bei den hiesigen Bundestagsabgeordneten zu melden, damit diese sich für das Festspielhaus stark machen.

Zum Artikel

Erstellt:
11. November 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 13sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.