Festspielhaus-Intendant will Baden-Baden als wichtige Festspielstadt etablieren

Baden-Baden (cl) – Eine „wirtschaftlich fantastische“ erste Halbzeit hat das neue Leitungsteam im Festspielhaus Baden-Baden bilanziert. Intendant Benedikt Stampa und Geschäftsführerin Ursula Koners wollen einen „Generationenwechsel“ einläuten, zunächst wohl vor allem digital.

Das neue Leitungsteam im Festspielhaus Baden-Baden: Intendant Benedikt Stampa und Geschäftsführerin Ursula Koners hat Halbzeitbilanz gezogen: Wirtschaftlich läuft's „fantastisch“.Foto: Festspielhaus

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Das neue Leitungsteam im Festspielhaus Baden-Baden: Intendant Benedikt Stampa und Geschäftsführerin Ursula Koners hat Halbzeitbilanz gezogen: Wirtschaftlich läuft's „fantastisch“.Foto: Festspielhaus

Im Programm wird weiter auf Künstlergrößen gesetzt, die schon in den vergangenen 20 Jahren regelmäßig hier gastiert haben: die Dirigenten Thomas Hengelbrock und Teodor Currentzis, nun mit dem SWR Symphonieorchester, auf Choreograf John Neumeier mit dem Hamburg Ballett und auf das Mariinsky-Ballett. Die schon erreichte Strahlkraft des Opern- und Konzerthauses soll noch erhöht werden: Baden-Baden will endgültig in die Top Ten der europäischen Festspielstädte vorstoßen.

Eine vielversprechende erste Halbzeit dank bewährter Kräfte und viel neuem Spielwitz: ein Auftakt nach Maß also für das neue Leitungsteam des Festspielhauses Baden-Baden. „Die ersten Monate im Festspielhaus sind wirtschaftlich fantastisch gelaufen“, bilanziert Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa. „Wir haben unsere 100-Prozent-Planung noch übertroffen“, fügt Geschäftsführerin Ursula Koners hinzu. Nicht nur die Konzertbesucher, ob bei Klassik, Jazz oder Pop, oder die Opernfans sollen hier bedient werden – sondern auch der Name des Hauses vermehrt Programm sein: das Festspielhaus als Haus der Festspiele werde künftig im Focus stehen, wird betont.

Große Vorschau soll es erst Mitte März geben


Als musikalisch vorbildhaft nannte Intendant Stampa das kontrastreiche Beethoven-Konzert von Dirigent Thomas Hengelbrock mit seinen Balthasar-Neumann-Ensembles erst jüngst – er habe einen ganz neuen Zugriff auf das bekannte Werk gezeigt. „Das war genauso, wie ich mir das künftig vorstelle“, so Stampa. Der Stardirigent aus Bremerhaven gehört zu den Künstlern der ersten Stunde im Festspielhaus, das heuer in sein 22. Jahr geht – und wichtig soll Hengelbrock fürs Festspielhaus auch künftig bleiben. „Wir brauchen eine Mischung aus Tiefgründigkeit und Kommerzialität, das ist für mich entscheidend für die Zukunft des Festspielhauses“, erklärt der Intendant.
Die große Vorschau auf die nächste Spielzeit soll es erst MItte März geben, aber einige zentrale Künstler, die weiterhin eine große Rolle im Konzertangebot des Festspielhauses spielen sollen,wurden bereits genannt: „John Neumeier werden wir in die künstlerische Mitte des Hauses stellen, er wird in Baden-Baden mehr Platz bekommen“, so Stampa. Und das SWR Symphonieorchester werde nach vielen Jahren wieder zurückgeholt, mit Teodor Currentzis am Pult die Pfingstfestspiele gestalten. „Das ist unser größter Coup“, schon die Herbstfestspiele 2019 liefen bestens mit dem eigenwilligen griechischen Stardirigenten. Zu Weihnachten bleibt das Mariinsky-Ballett eine eigene Festspielmarke, mit der man als Festspielhausbesucher rechnen kann.

Grün-gelb-blaue Beete zu Osterfestspielen


Überhaupt will der neue Intendant die Festspielidee in Baden-Baden weiter voranbringen – und somit auch international einen „neuen programmatischen Funkenschlag“ bewirken: angefangen von den Osterfestspielen, bei denen sich die Berliner Philharmoniker unter ihrem neuen Chefdirigenten Kirill Petrenko Anfang April ganz Baden-Baden widmen werden, den wieder erstarkten Pfingstfestspielen, den Sommer- und Herbstfestspielen und schließlich dem Weihnachtsgastspiel des Mariinksy-Balletts, das den Rang von Festspielen erhalten soll. „Vergangene Weihnachten erlebte das Festspielhaus das erfolgreichste Mariinsky-Gastspiel aller Zeiten, wir waren bei allen Vorführungen nahezu ausverkauft“, fügt Stampa hinzu. „Das Festspielhaus hat das Zeug, eine der führenden europäischen Festivalorte zu werden“, ergänzt der Intendant.
Insbesondere auf Baden-Badens reiche Kulturgeschichte will der Münsterländer Benedikt Stampa seine neuen Pläne stützen. „Es gibt die Festspielidee in Baden-Baden schon lange, sie steht auf einem historischen Fundament.“ Auch der legendäre Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, Wilhelm Furtwängler (ein bekennender Baden-Baden-Fan, der hier auch 1954 starb), habe in Baden-Baden Festspiele etablieren wollen. Stampa will das Haus damit ganz klar weiter in die Stadt hinein öffnen und die hiesige Musikgeschichte neu aufarbeiten. Bereits die Osterfestspiele vom 4. bis 13. April werden sich nicht nur im ans Programmheft angelehnten, grün-gelb-blauen Farbenkleid der Baden-Badener Blütenbeete weithin sichtbar zu erkennen geben: Im Beethoven-Jahr wollen die Berliner Philharmoniker seine Kammermusik an allen Innenstadt-Locations erklingen lassen.
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Erstellt:
6. Februar 2020, 20:45 Uhr
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