Festspielhaus vertraut auf sein Hygiene-Konzept

Baden-Baden (sr) – Von klassischen Konzerten geht keine große Corona-Ansteckungsgefahr aus - davon ist Festspielhaus-Intendant Stampa überzeugt. Das Haus spielt derzeit für maximal 500 Personen.

Im Foyer des Festspielhauses herrscht derzeit kein Gedränge, weil nur ein Fünftel der Plätze belegt werden darf. Ohne Maske geht selbst an den Bars nichts. Foto: Andrea Kremper/Festspielhaus

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Im Foyer des Festspielhauses herrscht derzeit kein Gedränge, weil nur ein Fünftel der Plätze belegt werden darf. Ohne Maske geht selbst an den Bars nichts. Foto: Andrea Kremper/Festspielhaus

Das Festspielhaus Baden-Baden vertraut auch angesichts steigender Infektionszahlen auf sein genehmigtes Hygiene-Konzept und will das bereits den Corona-Bedingungen angepasste Programm der nächsten Wochen planmäßig durchziehen. Das sagte Intendant Benedikt Stampa am Freitag im BT-Gespräch. „Ich bin fest davon überzeugt, dass von der klassischen Musik und ihren Aufführungen weit weniger Gefahr ausgeht als von anderen Freizeit-Angeboten,“ so der Intendant.

Das Hygiene-Konzept habe sich beim Saisonauftakt mit dem Hamburg Ballett bestens bewährt. Damit sei es nun auch weiterhin möglich, für 500 Hörer in dem eigentlich 2 600 Personen fassenden Zuschauerraum des Festspielhauses Konzerte zu veranstalten, selbst wenn die Pandemiestufe noch erhöht würde.

In den kommenden Wochen steht mit Anton Bruckners vierter Sinfonie sogar ein großbesetztes Konzert der Bamberger Symphoniker an, die schon seit Wochen mit ihrem eigenen Hygiene-Konzept erfolgreich auf Tournee sind. Das Orchester kommt im eigenen Bus und fährt noch in der Nacht wieder nach Bamberg zurück.

Schnelltests wie in der Bundesliga

Das Festspielhaus hat sich laut Stampa schon frühzeitig um Schnelltests „wie in der Bundesliga“ bemüht und eine „Testkette“ für Ensembles aus anderen Risikogebieten aufgebaut. Dieses Konzept sieht regelmäßige Tests der Orchestermusiker und Chorsänger vor und ermöglicht etwa das Gastspiel von Thomas Hengelbrock und den Balthasar-Neumann-Ensembles. Über das Allerheiligen-Wochenende wird Hengelbrock mit seinem Chor und Orchester zweimal Johannes Brahms „Deutsches Requiem“ aufführen – ein Ereignis, das so schon länger nicht mehr möglich war, da Chorgesang wegen der Übertragung der Aerosole als riskant eingestuft wird. Durch regelmäßige Tests versuchen die Künstler, dieses Risiko auszuschalten. Und das Brahms-Requiem ist ein Werk, das Stampa als besonders pandemie-geeignet empfindet, „der tröstende Gestus des gesamten Werkes wird uns guttun“, meint er. Hengelbrock wird insgesamt vier Konzerte geben, zweimal erklingt die dritte Sinfonie des eng mit Baden-Baden verbundenen Komponisten Johannes Brahms.

Die Nachfrage des Publikums sei in jedem Fall gegeben, viele dankbare Ballettfans hätten ihm nach der Saisoneröffnung am 8. Oktober zustimmend geschrieben, so Stampa. Es gibt für die nächsten Konzerte aber schon noch Tickets. Ob das Publikum derzeit überwiegend aus der Region stammt oder auch aus größerer Entfernung anreist, wurde noch nicht evaluiert.

Abgesagt ist der Liederabend von Elina Garanca am 14. November. Und eine Änderung gibt es am 13. November, da springt für die Pianistin Yuja Wang die Geigerin Julia Fischer ein, im Konzert mit dem römischen Orchestra dell Academia Nazionale di Santa Cecilia unter Antonio Pappano.

Das Festspielhaus plant derzeit nur sechs Wochen im Voraus, so steht das Weihnachtsprogramm noch nicht fest. Man sei auch mit dem Mariinsky-Ballett in Verhandlungen und prüfe als eine Option etwa kleinere Tanzprojekte. Das weltberühmte Ballett zeigte bisher an den Festtagen mit seiner riesigen Compagnie berühmte Klassiker der Ballettgeschichte im Festspielhaus.

Ihr Autor

Sabine Rahner

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Erstellt:
17. Oktober 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 25sec

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