Feuer im „Badischen Hof“: Anfangsverdacht auf Brandstiftung

Baden-Baden (BT) – Im Hotel „Badischer Hof“ in Baden-Baden ist in der Nacht zum Donnerstag ein Feuer ausgebrochen. 160 Personen wurden evakuiert. Es besteht der Anfangsverdacht auf Brandstiftung.

Rund 160 Personen mussten aus dem brennenden Hotel evakuiert werden. Foto: Stadt Baden-Baden/Berthold Wagner

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Rund 160 Personen mussten aus dem brennenden Hotel evakuiert werden. Foto: Stadt Baden-Baden/Berthold Wagner

Wie die Polizei mitteilte, wurde der Dachstuhlbrand in dem Hotel in der Lange Straße um 2.45 Uhr gemeldet. 160 Gäste wurden aus dem Gebäude evakuiert. Sie wurden zunächst in Bussen der Verkehrsbetriebe untergebracht. Nach ersten Angaben wurde eine Frau ins Krankenhaus gebracht. Sie konnte kurze später die Klinik aber ohne Verletzungen wieder verlassen. Im weiteren Verlauf des Morgens wurden alle Hotelgäste unter Vermittlung der Baden-Baden Kur und Tourismus GmbH in anderen Hotels untergebracht. Die Betroffenen hatten das Gebäude so schnell verlassen müssen, dass sie nur mit dem Nötigsten – zumeist in Schlafbekleidung – auf der Straße gestanden hatten. Da viele von ihnen wohl auch ohne ihr Mobiltelefon aus dem Hotel flüchteten, hat die Polizei nun eine Hotline eingerichtet, bei der sich besorgte Anrufer nach ihren Angehörigen erkundigen können. Diese ist unter (08 00) 2 01 20 11 erreichbar.

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Feuer im „Badischen Hof“: Anfangsverdacht auf Brandstiftung
Am Morgen wird klar, dass die Statik nun Probleme bereitet. Laut Polizei besteht Einsturzgefahr. Foto: Franziska Kiedaisch/BT

Feuer im „Badischen Hof“: Anfangsverdacht auf Brandstiftung
Experten schätzen die Höhe des Schadens im zweistelligen Millionenbereich. Foto. Sarah Reith/BT

Feuer im „Badischen Hof“: Anfangsverdacht auf Brandstiftung
Der Brandherd liegt im Dachstuhl des erst jüngst sanierten Altbaus. Foto: Feuerwehr

Feuer im „Badischen Hof“: Anfangsverdacht auf Brandstiftung
Die Löscharbeiten dauern bis zum Nachmittag an. Foto: Feuerwehr

Feuer im „Badischen Hof“: Anfangsverdacht auf Brandstiftung
Mehrere Feuerwehren aus der Region sind bei dem Großbrand im Einsatz. Foto: Feuerwehr

Feuer im „Badischen Hof“: Anfangsverdacht auf Brandstiftung
Die Einsatzkräfte bekämpfen noch viele Stunden später Glutnester im Dachstuhl. Foto: Werner Kellert/pr

Feuer im „Badischen Hof“: Anfangsverdacht auf Brandstiftung
Polizei und Staatsanwaltschaft riegeln am Vormittag den Bereich des Brandausbruchs ab. Sie sprechen von einem Anfangsverdacht auf Brandstiftung. Foto: Werner Kellert/pr

Feuer im „Badischen Hof“: Anfangsverdacht auf Brandstiftung
Am Vormittag müssen noch Glutnester bekämpft werden. Foto: Roland Seiter/Stadt

Feuer im „Badischen Hof“: Anfangsverdacht auf Brandstiftung
Mit einer an einem Kran hängenden Gondel werden am Nachmittag Feuerwehrleute hochgezogen, um das Dach zu kontrollieren. Foto: Stephanie Hölzle/BT

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Die Feuerwehren aus Baden-Baden und Sinzheim sowie die Werksfeuerwehr aus Gaggenau und das Technische Hilfswerk waren mit rund 150 Einsatzkräften zur Brandbekämpfung vor Ort. Laut der Feuerwehr erfolgte die Brandbekämpfung von innen und außen. Zudem war der Rettungsdienst mit etwa 25 Personen und mehreren Fahrzeugen im Einsatz. Die Löschmaßnahmen waren am Nachmittag beendet.

Anfangsverdacht auf Brandstiftung

Wie die Polizei gegenüber dem BT mitteilte, werde wegen des Anfangsverdachts auf Brandstiftung ermittelt. Laut einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft lägen Erkenntnisse vor, dass es an zwei unterschiedlichen Stellen des Gebäudes zu brennen begonnen haben soll. Im Zuge der Brandermittlungen werde eine Vielzahl von Mitarbeitern und Gästen befragt. Kriminaltechniker sind vor Ort. Der entstandene Sachschaden wird auf einen Millionenbetrag im zweistelligen Bereich geschätzt.

Gebäude gilt als einsturzgefährdet

Der Badische Hof hatte erst in diesem Sommer nach einer langen Sanierungsphase wieder eröffnet. Von dem Feuer betroffen ist nach Angaben der Stadt Baden-Baden der eben erst sanierte Altbau. Der Brand habe den Dachstuhl völlig zerstört, teilte die städtische Pressestelle am Nachmittag mit. Durch das Löschwasser seien zudem große Teile des Hotels in Mitleidenschaft gezogen worden. Laut Polizei gilt das Gebäude als einsturzgefährdet und kann deshalb nicht mehr gefahrlos betreten werden.

Noch am Vormittag begann zudem das Stadtarchiv damit, Kunstschätze aus dem Gebäude zu retten. In diesem sollen wohl allein rund 100 alte Gemälde aufgehängt gewesen sein.

Der Badische Hof hat eine sehr lange Geschichte und Tradition. Der vom Feuer betroffene Altbau ist erst jüngst saniert worden. Foto: Sarah Gallenberger/av

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Der Badische Hof hat eine sehr lange Geschichte und Tradition. Der vom Feuer betroffene Altbau ist erst jüngst saniert worden. Foto: Sarah Gallenberger/av

Wegen der zeitweise starken Rauchentwicklung wurden Anwohner gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Warnung wurde am späten Vormittag wieder aufgehoben. Der Bereich um den „Badischen Hof“ wurde weiträumig abgesperrt und eine Umleitung eingerichtet. Der Autoverkehr wurde über die Schlossbergtangente und den Michaelstunnel geleitet. Dabei kam es zu Rückstaus. Die Zufahrt zur Wagener Parkgarage war über die Schützenstraße gewährleistet. Die städtischen Linienbusse fuhren während der Sperrung durch den Michaelstunnel. Der Fahrplan war nicht mehr einzuhalten.

Oberbürgermeisterin Margret Mergen, die sich gemeinsam mit Erstem Bürgermeister Alexander Uhlig bereits am frühen Morgen ein Bild vom Brandort machte, hofft, dass der Wiederaufbau des renommierten Hotels möglichst bald beginnen kann: „Wir brauchen die Hotelkapazitäten des Badischen Hofs, gerade dann, wenn hoffentlich bald wieder Kongresse und Großveranstaltungen in der Stadt möglich sind. Das Hotel hat einen guten Ruf und ist wegen seiner Innenstadtnähe gut nachgefragt.“

Der Badische Hof ist das älteste Palasthotel Deutschlands. Erbaut wurde es zwischen 1807 und 1810. Zahlreiche Persönlichkeiten waren dort zu Gast. Im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurde der Badische Hof mehrfach umgestaltet. 1980/81 wurde der nördliche Trakt abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Bereits 1949 stand das Hotelgebäude bei einem Großbrand in Flammen.

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Am Morgen wird klar, dass die Statik nun Probleme bereitet. Laut Polizei besteht Einsturzgefahr. Foto: Franziska Kiedaisch/BT

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Experten schätzen die Höhe des Schadens im zweistelligen Millionenbereich. Foto. Sarah Reith/BT

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Die Einsatzkräfte bekämpfen noch viele Stunden später Glutnester im Dachstuhl. Foto: Werner Kellert/pr

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