Feuerwache: Beim Brandschutz hapert es

Von Sarah Gallenberger

Baden-Baden (sga) – Im jüngsten Hauptausschuss führte die Feuerwache zu Diskussionen. Die Stadt muss 450.000 Euro in Baumaßnahmen investieren.

Feuerwache: Beim Brandschutz hapert es

Muss dringend saniert werden: Das Gebäude an der Schwarzwaldstraße weist erhebliche Mängel auf. Foto: Sarah Gallenberger

Weil im Bereich der Hauptfeuerwache eine Vielzahl von Mängel festgestellt worden ist, muss das Gebäude dringend saniert werden. Kostenpunkt: 450.000 Euro. In seiner jüngsten Sitzung stimmte der Hauptausschuss der außerplanmäßigen Aufwendung einstimmig zu – wenn auch mit kritischen Augen.

„Wir müssen dringend reagieren“, lautete der Appell von Oberbürgermeisterin Margret Mergen am vergangenen Montag. Bereits 2016 seien innerhalb einer Brandverhütungsschau einige Mängel aufgefallen, die bisher nicht alle behoben worden sind. Nun sei es an der Zeit, einen „genehmigungsfähigen Zustand der Hauptfeuerwache“ zu erreichen.

Geplant sind der Einbau neuer Brandschutztüren (90.000 Euro), die Erstellung von Rettungswegen (80.000 Euro) sowie der Einbau von Brandschutzwänden, um einzelne Brandabschnitte abtrennen zu können (100.000 Euro). Weitere 11. 000 Euro sind für brandschutztechnische Ertüchtigungen der Bausubstanz nötig, darunter fällt beispielsweise die Sanierung der Lüftungstechnik sowie eine Erweiterung der Brandmeldeanlage. 70.000 Euro kostet die gesamte Planung der anfallenden Maßnahmen.

Stadtrat Wolfgang Niedermeyer (FBB) zeigte wenig Verständnis für die erst jetzt vorgesehenen Planungen: „Wieso hat man die Dinge so lange schleifen lassen?“ Laut Feuerwehrkommandant Martin Buschert hängen die baurechtlichen Mängel mit dem Alter des Gebäudes zusammen, das bereits seit 45 Jahren besteht. Zudem seien laut Bürgermeister Roland Kaiser Gebäude wie das der Feuerwache früher mit anderen Maßstäben gebaut worden. Die Brandschutzvorschriften seien im stetigen Wandel, die sofortige Umsetzung aller Verordnungen sei organisatorisch nicht leistbar.

Neubau derzeit noch nicht realisierbar

Laut Verwaltungsangaben wurden die Mängel bislang nicht komplett beseitigt, weil man zuvor von einer rascheren Realisierung eines Neubaus der Wache ausgegangen war. Doch inzwischen hat sich herausgestellt, dass dieses Projekt nicht zeitnah verwirklicht werden kann. Daher sollen erst jetzt die Brandschutzdefizite im Altbau beseitigt werden.

„Es ist mir ein Rätsel, weshalb erst jetzt reagiert wird. Das sind Gelder, die bei der Haushaltsplanung nicht berücksichtigt worden sind“, kritisierte Rolf Pilarski (FDP) die zeitliche Vorgehensweise. Mit dieser späten Planung sei eine strukturierte Finanzierung nicht möglich, obwohl eine solche „vor allem zu Zeiten von Corona“ unabdingbar sei. Auch Markus Fricke (FBB) hinterfragte, weshalb erst jetzt reagiert werden soll: „Es kann nicht wahr sein, dass so etwas vier Jahre lang liegenbleibt.“

Laut Siegfried Schmich, Leiter des Fachgebiets Gebäudemanagement, sei man in der Vergangenheit nicht untätig gewesen. Knapp 70.000 Euro wurden in Brandschutz-Maßnahmen an der Feuerwache investiert, die dringend nötig waren. Nun soll mit der Sanierung die restlichen Mängel behoben werden.

Kurt Hermann (AfD) wollte wissen: „Warum wurden die Brandschutzmaßnahmen in der Zeit nicht peu à peu ausgeführt?“ Er beklagte, dass die Ausgaben jetzt „zur Unzeit“ kämen.

Die Oberbürgermeisterin betonte jedoch, dass man in der Vergangenheit viel für die Feuerwehr getan habe. Sie zählte auf: „In den vergangenen sechs Jahren haben wir viel Geld in den Fuhrpark investiert, außerdem in notwendige Schutzkleidung, den Digitalfunk oder auch in das Personal.“