Feuerwehr Sinzheim zeigt Blau

Sinzheim (nie) – Die Freiwillige Feuerwehr Sinzheim macht bei der Aktion #bluelightfirestation-Challenge mit und damit darauf aufmerksam, dass die Wehren für die Bevölkerung da sind.

Täglich von 17 bis 20 Uhr sind in der Nowackistraße Haus und Turm beleuchtet. Foto: Tobias Hopp/Feuerwehr

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Täglich von 17 bis 20 Uhr sind in der Nowackistraße Haus und Turm beleuchtet. Foto: Tobias Hopp/Feuerwehr

„Wir haben viel erfahrenes Personal, wir können die übungsfreie Zeit überbrücken“, da ist sich Tobias Hopp, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Sinzheim, sicher. Auch für die Floriansjünger hat sich durch Corona vieles verändert – nicht nur, dass nun das Gerätehaus in der Nowackistraße abends blau leuchtet.

Hintergrund dafür ist eine Aktion, die von Feuerwehren aus dem ganzen Bundesgebiet ins Leben gerufen wurde: die #bluelightfirestation-Challenge. „Wir sind auch weiterhin für Sie da!“ soll damit laut einer Mitteilung der Feuerwehr gezeigt werden und: „Außerdem wollen wir hierdurch auch Solidarität mit der Bevölkerung zum Ausdruck bringen, da wir wissen, welche Einschränkungen viele Menschen ertragen müssen.“ Weiterhin soll das ehrenamtliche Engagement aller weiteren freiwilligen Blaulichtorganisationen besonders hervorgehoben werden. Dass Sinzheim „Blau“ machen will, darüber war man sich laut Hopp schnell klar – „damit machen wir auf uns aufmerksam“. Auch die Freiwillige Feuerwehr Gaggenau, Abteilung Gaggenau, macht bei der Aktion mit (das BT berichtete). Täglich um 17 Uhr schalten sich in Sinzheim die LEDs per Zeitschaltuhr ein, bis 20 Uhr ist dann das Haus und auch der Turm blau beleuchtet. Wie lange? Das komme auf die Corona-Lage an, so Tobias Hopp.

Neuerungen bei den Einsätzen

Ebenso lange müssen sich die Feuerwehrleute wohl auch den Umstellungen während eines Einsatzes und im Wochenplan beugen. Zum Beispiel muss bei jedem Einsatz eine Maske getragen werden, ausreichend Sicherheitsabstand ist einzuhalten und die Fahrzeuge werden mit weniger Personal besetzt – nach den Vorgaben des neuen internen Hygienekonzepts. Mittlerweile sei man das Masketragen gewohnt, sei es doch auch im privaten Alltag nun normal. Aber im Einsatz merke man schon, wie das Atmen durch den Mundschutz auf die Kondition gehe, meint Hopp.

„Ein genereller Übungsbetrieb ist zurzeit nicht möglich“, erläutert der Feuerwehrmann weiter. Übungs-, Ausbildungsdienste und Treffen unter den Kameraden, Aktive wie Jugend, finden normalerweise wöchentlich statt, momentan trifft man sich also nur zu den weniger schönen Dingen: bei einem Alarm. „Das Feuerwehrhaus wird nur noch dann betreten, wenn es der Sicherstellung des Einsatzgeschehens dient“, beschreibt Hopp.

Dabei seien die fehlenden Übungen gar nicht das größte Problem. Zwar werden in der Jugendzeit Grundlagen gelegt, die könnten aber später nachgeholt werden, und die Aktiven seien alle sehr erfahren. Problematisch seien eher die Auswirkungen auf die Mitgliederzahl. Durch Corona könne man schließlich keine Werbung betreiben und es sei wie in anderen Vereinen schon eine Herausforderung, die Jugend ohne Kameradschaftsleben und regelmäßige Treffen bei der Stange zu halten.

Nachweispflicht für bestimmte Übungsinhalte gibt es laut Hopp nicht, mit der Ausnahme beim Atemschutz. Hier müssten einmal im Jahr eine Übung unter realen Bedingungen oder ein Einsatz in dieser Richtung, ein Belastungstest beim Arzt und die Belastungsübung auf Landkreisebene (bisher in Kuppenheim, in Zukunft in der neuen Atemschutzübungsanlage in Baden-Baden) nachgewiesen werden. Wegen der Pandemie seien all diese praktischen Inhalte nicht durchführbar. Hier sei der Landreis den Wehren entgegengekommen – der Nachweis werde in diesem Jahr ausgesetzt.

Alle 72 Stunden zu Alarm ausgerückt

„Sie können sich auch weiterhin auf uns verlassen“, mit diesen Worten richtet sich die Freiwillige Feuerwehr Sinzheim abschließend an die Bevölkerung und verweist auf die im Januar getätigten Einsätze: Zehn Alarme galt es zu bewältigen, somit seien die Floriansjünger im Schnitt alle 72 Stunden ausgerückt. „Neben drei Verkehrsunfällen, einer ausgelösten Brandmeldeanlage und einem Kaminbrand, musste auch ein eingeklemmtes Kind aus einer Notlage befreit werden. Außerdem wurden wir zu einer Türöffnung für den Rettungsdienst und zu einer Rauchentwicklung im Waldgebiet gerufen. Gegen Ende des Monats galt es bei zwei Einsätzen eine Gewässerverunreinigung zu stoppen und die Gefahrstoffe aufzunehmen“, heißt es von der Feuerwehr.

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Erstellt:
4. Februar 2021, 14:00 Uhr
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