Fiducia & GAD wird zur Atruvia AG

Karlsruhe/Baden-Baden (vo) – Neue Strategie unter neuem Namen: Der IT-Dienstleister Fiducia & GAD AG der Volks- und Raiffeisenbanken startet mit einer Namensänderung in eine „neue Ära“.

Die Fiducia & GAD AG ist Digitalisierungspartner für rund 820 Volks- und Raiffeisenbanken. Foto: Murat/dpa/Archiv

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Die Fiducia & GAD AG ist Digitalisierungspartner für rund 820 Volks- und Raiffeisenbanken. Foto: Murat/dpa/Archiv

„Damit wollen wir uns zum einen im wettbewerbsintensiven Finanz-Technologiemarkt zukunftsfähig positionieren und nicht zuletzt attraktiver für neue Talente werden“, sagte Vorstandssprecher Martin Beyer nach der Hauptversammlung in Karlsruhe.

Der Konzern hat sich in den vergangenen Monaten mit einer veränderten Strategie und dem Umbau seiner Organisation neu aufgestellt. Im Fokus steht dabei die Entwicklung digitaler Lösungen und Prozesse auf der Basis einer neuen Banking-Plattform. „Wir haben uns radikal neu ausgerichtet, um unsere Kunden im Zuge der Digitalisierung und dem zunehmenden Wettbewerbsdruck nachhaltig zu unterstützen“, so Beyer.

Außerdem gebe man mit einem neuen Preismodell Synergieeffekte von 125 Millionen Euro aus der Harmonisierung von Bankverfahren und Infrastruktur an die Kunden weiter.

Im Geschäftsjahr 2020 erwirtschaftete der Digitalisierungspartner für rund 820 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie weitere Privat- und Spezialbanken einen Umsatz von 1,37 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,34 Milliarden) und einen Jahresüberschuss von 24,7 Millionen Euro. Der Konzernumsatz lag bei 1,77 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,73 Milliarden), der Jahresüberschuss bei 27,9 Millionen Euro.

Der Konzern hat seinen Hauptsitz in Karlsruhe, einen Zweitsitz in Münster sowie Niederlassungen in München, Frankfurt und Berlin. Er war Mitte 2015 aus der Fusion der Fiducia und GAD hervorgegangen und beschäftigt heute mehr als 8.300 Mitarbeiter.

Veränderung im Vorstand

Im Zuge der Neuausrichtung gibt es auch eine Veränderung im Vorstand. Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Brinkmann informierte auf der Hauptversammlung darüber, dass Ulrich Coenen, verantwortlich für das Ressort „Digitale Lösungen“, neben Martin Beyer zum weiteren Vorstandssprecher ernannt worden sei.

Zuletzt war der Konzern im Juni Opfer eines gezielten Angriffs auf seine Rechenzentren in Karlsruhe und Münster geworden. Dabei wurde das Onlinebanking zahlreicher Geldhäuser zeitweise lahmgelegt.

Für negative Schlagzeilen und Nachwehen bis in das laufende Geschäftsjahr sorgte die Bankenaufsicht Bafin 2018 mit einer Sonderprüfung beim Dienstleister. Eine lange Liste von 15 Mängel- und Kritikpunkten musste daraufhin abgearbeitet werden. Nun spricht die Fiducia & GAD IT AG in ihrem aktuellen Geschäftsbericht 2020 davon, dass acht der 15 Feststellungen erledigt worden seien. Die Umsetzung aller notwendigen Maßnahmen soll nach jetziger Planung bis Ende des Jahres 2021 abgeschlossen werden.

Ihr Autor

Jürgen Volz

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Erstellt:
1. Juli 2021, 22:30 Uhr
Lesedauer:
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