Filzherzen werben für Gastronomie und Einzelhandel

Ottersweier (BT) – Ungewöhnlich: Rote Filzherzen zieren derzeit Bäume und Laternen in Ottersweier. Dahinter steckt der Appell, die lokale Gastronomie und den hiesigen Einzelhandel zu unterstützen.

Bürgermeister Jürgen Pfetzer (rechts) mit den Werbeexperten Matthias und Maxie Vetter im „beherzten“ Ortskern.  Foto: Katrin König-Derk

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Bürgermeister Jürgen Pfetzer (rechts) mit den Werbeexperten Matthias und Maxie Vetter im „beherzten“ Ortskern. Foto: Katrin König-Derk

Sie fallen ins Auge, die knallroten Herzen im Umkreis der Pfarrkirche im Ortskern Ottersweiers. Weithin leuchten sie von Bäumen und Straßenlaternen. Ein ungewöhnlicher Blickfang, besonders reizvoll durch die Kombination mit dem intensiven Grün der Baumkronen. Die Erklärung, zugleich ein Appell an die Bevölkerung, findet sich auf einem Banner am Kreisverkehr: „Lokal einkaufen in Ottersweier“, steht dort in großen Lettern geschrieben.
Die Filzherzen stehen symbolisch für die Aktion „Mein Herzkauf“, eingebettet in die seit Jahren etablierte Marketingkampagne, die von der Gemeinde Ottersweier initiiert wurde („Ottersweier lohnt sich“). Die Idee, die Menschen nicht nur mit Worten, sondern auch optisch auf die Corona-bedingt prekäre Situation von Einzelhandel und Gastronomie vor Ort hinzuweisen, geht auf Bürgermeister Jürgen Pfetzer zurück. Der berichtet laut einer Pressemitteilung, dass im Lenkungskreis, der für das Stadtmarketing etabliert wurde, intensiv über mögliche Facetten des Projekts beraten wurde. „Anlass war, dass viele unserer geplanten Aktionen pandemiebedingt nicht stattfinden konnten und wir unser Budget auf andere Weise sinnvoll einsetzen wollten.“

Das erklärte Ziel: „Wir möchten die Bürger motivieren, lokal einzukaufen und somit dazu beizutragen, unsere lebendige Gemeinde mit ihren Geschäften und Restaurants wieder zu stärken.“ Zum Glück sei den Lockdowns kein Betrieb vor Ort zum Opfer gefallen, konstatiert der Bürgermeister. „Und wir wünschen uns sehr, dass das auch so bleibt.“

Rund um die Kirche hängen insgesamt 100 Herzen an Bäumen und Straßenlaternen.  Foto: Katrin König-Derk

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Rund um die Kirche hängen insgesamt 100 Herzen an Bäumen und Straßenlaternen. Foto: Katrin König-Derk

Das Konzept des „Herzkaufs“ setzten die Werbeexperten Matthias und Maxie Vetter (VMS Design), federführend für die gesamte Marketingkampagne verantwortlich, sehr professionell um. Sie skizzieren die Details: „Es ging darum, einen Eyecatcher zu kreieren, aber auch um den Aspekt der Nachhaltigkeit.“ Plastik sei daher von vorneherein ausgeschlossen gewesen. „Filz hingegen ist nicht nur schön und witterungsresistent – es kann auch wiederverwertet werden“, betont Maxie Vetter.

Weiterverwendung in Kitas und Schulen

Und zwar, wie Pfetzer ergänzt, als Bastelmaterial für örtliche Schulen und Kindergärten, pünktlich zum Ende der Sommerferien. „Bis dahin werden die Herzen hier hängen bleiben und die Bürger an unser Anliegen erinnern.“ Er spricht von einem Aufruf zur Loyalität gegenüber Einzelhandel und Gastronomie: „Sie zu unterstützen, ist eine solidarische Verpflichtung.“

Auch in Printmedien sowie online, informiert Matthias Vetter weiter, werde „Mein Herzkauf“ visuell und verbal platziert, von der Homepage bis hin zu sozialen Medien wie Facebook und Instagram. Die Einzelhändler und Gastronomen könnten sich auf diesen Kanälen werbewirksam präsentieren, als besondere Attraktion für die Bürger sei ein Gewinnspiel integriert. „Wir haben zudem einen kurzen, bewegenden Werbefilm gedreht“, sagt er. Die Firmen vor Ort wiederum, insbesondere die Mitglieder von Handel & Handwerk – dazu zählen über 60 Betriebe und rund 50 Vereine – sind Pfetzer zufolge ebenso aufgerufen, ihren Beitrag zu leisten. „Sie können zum Beispiel Mitarbeitern, die ein Präsent erhalten sollen, unsere Einkaufsgutscheine besorgen.“ Die Samen für Pfetzers „Herzenssache“ sind mithin in jeder Hinsicht gesät.

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Erstellt:
1. Juli 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 27sec

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