Sinzheimer Firma Rauch feiert 100-Jähriges

Sinzheim/Rheinmünster (nie) – Innovation als DNA: Die Firma Rauch gibt es bereits seit 100 Jahren. Am Mittwoch wurde gemeinsam mit einem Fachpublikum der Geburtstag gefeiert.

Hermann Rauch, Joachim Rauch, Martin Rauch, Wilfried Müller und Volker Stöcklin (von links) präsentieren im Event-Hangar am Baden-Airpark mit viel Herzblut ihr Unternehmen. Foto: Nina Ernst

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Hermann Rauch, Joachim Rauch, Martin Rauch, Wilfried Müller und Volker Stöcklin (von links) präsentieren im Event-Hangar am Baden-Airpark mit viel Herzblut ihr Unternehmen. Foto: Nina Ernst

Der Leitgedanke zieht sich durch. Seit mehr als 100 Jahren. „Ich möchte das Leben vereinfachen“, hat am Mittwoch Wilfried Müller, einer der Geschäftsführer der Firma Rauch, Franz Rauch zitiert. Er soll diesen Satz gesagt haben, und 1880 damit den Grundstein für die lange und erfolgreiche Geschichte der Rauch Landmaschinenfabrik GmbH gelegt haben.

Richtig losgelegt habe dann im Jahr 1921 Franz‘ Sohn Hermann in Sinzheim mit der Gründung der „Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen Gebrüder Rauch“ und eben der Fertigung von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten. 2021 also der 100. Geburtstag – Anlass zum Feiern. Das dachte sich auch die Geschäftsführung, Volker Stöcklin, Hermann Rauch, Martin Rauch, Wilfried Müller und Joachim Rauch (mittlerweile ausgeschieden), und hatte zum zweitägigen Event internationale Pressevertreter eingeladen. Rund 40 waren dem Ruf gefolgt, unter anderem aus Belgien, Österreich, Polen, den Niederlanden und Luxemburg waren sie am Dienstag angereist, um sich beim gemütlichen Zusammentreffen am Abend kennenzulernen und sich dann am Mittwoch mit auf eine Rauch-Zeitreise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mitnehmen zu lassen. Und vor allem, um sich vom Herzblut und der Leidenschaft der Rauch-Verantwortlichen überzeugen zu können.

Über 170 aktive Patente

Längst sind es nicht mehr die Obst- und Beerenmühlen oder die sogenannte Eggenzinkenbefestigung mit U-Eisenbalken, für die das Familienunternehmen Rauch 1918 das erste Patent erhalten hatte, und längst sind es nicht mehr nur die Bauern aus Sinzheim und der näheren Umgebung – Rauch hat sich mittlerweile international einen Namen gemacht und agiert auch dort. Düngetechnik, Kommunaltechnik und Sätechnik sind ihr Steckenpferd, auch Winterstreugeräte gehören dazu, über 170 aktive Patente und zahlreiche Auszeichnungen kann die Firma vorweisen. Kernkompetenzen sind laut Wilfried Müller das exakte Dosieren und das präzise Verteilen von Düngemitteln.

Launig und kompetent leitete Wilfried Müller, der den Bereich Vertrieb und Marketing, verantwortet, die Zuhörer am Baden-Airpark aus dem Jahr 1918 heraus, berichtete über Meilensteine der vergangenen Jahre und blickte auch voraus. Ja, in irgendeiner Form brauche man immer Dünger, zeigte er sich sicher auf eine Frage aus dem Publikum. Klar sei Mineraldünger kritisch, aber das sei eben auch die Kunst: „Wir wollen exakt so viel düngen, wie die Pflanze es braucht und was sie verarbeiten kann.“ Ein Mix aus konventioneller und Bio-Landwirtschaft „ist der Weg“, lautete seine Antwort auf eine weitere Frage hinsichtlich Biobetrieben.

Volker Rathmer (rote Jacke) erklärt dem fachkundigen Publikum mit Know-how und Begeisterung den neuartigsten Rauch-Pneumatikstreuer. Foto: Nina Ernst

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Volker Rathmer (rote Jacke) erklärt dem fachkundigen Publikum mit Know-how und Begeisterung den neuartigsten Rauch-Pneumatikstreuer. Foto: Nina Ernst

Einer eloquenter und leidenschaftlicher als der andere nahmen die restlichen Geschäftsführer das Fachpublikum mit in ihre Verantwortlichkeitsbereiche, und Martin Rauch ließ die ein oder andere Anekdote durchblicken, die sich mit seinem Vater Norbert, ehemals in der Geschäftsführung, am Küchentisch zugetragen hatte. Joachim Rauch sprach von „Kraft und großer Freude“, mit der man nach der Wiedervereinigung neue Märkte erschlossen habe, Hermann Rauch hob den hohen Stellenwert hervor, den die gesamte Mitarbeiterschaft (heute rund 400) für das Unternehmen darstelle und Völker Stöcklin, selbst nicht Mitglied der Familienbande, sprach von der Innovation als DNA, „die in jedem von uns steckt“.

Und von einer neuen Innovation konnten sich die Gäste sogleich überzeugen, es ging nämlich raus aufs Feld bei Stollhofen. Dort führte unter anderem Volker Rathmer, Vertriebsleiter Deutschland, den Prototyp des Pneumatikstreuers AERO 32.1 vor. Dieser Exaktdüngerstreuer habe eine Arbeitsbreite bis 27 Meter und soll in einem Jahr in Serienproduktion gehen. „Die Nachfrage ist hoch“, sagte Rathmer.

Nicht nur auf dem Feld, sondern auch bei einer Werksführung und in der Testhalle erfuhren die Journalisten sodann weitere Details. Und auch, dass das heute in der fünften Generation geführte Familienunternehmen mit großer Freude der Zusammenführung aller Abteilungen am Baden-Airpark im Jahr 2023 entgegenfiebert.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nina Ernst

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Erstellt:
7. Oktober 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 52sec

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