Firmengründern in Bühl unter die Arme gegriffen

Bühl (jo) – Das Bühler Gründerzentrum BITS hat die Corona-Krise schadlos bewältigt. Im Gemeinderat wurde kürzlich ein positives Fazit des Jahres 2020 gezogen.

Blick ins BITS: Elf Jungunternehmen belegen 16 Räume. Im Juli wird das geplante Innovationszentrum „RegioMORE“ ein Büro beziehen. Foto: Joachim Eiermann

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Blick ins BITS: Elf Jungunternehmen belegen 16 Räume. Im Juli wird das geplante Innovationszentrum „RegioMORE“ ein Büro beziehen. Foto: Joachim Eiermann

Im voll belegten Bühler Gründerzentrum BITS wird zum Monatsende ein Büro frei. Die Nachfolger stehen bereits in der Tür. Sie kommen von „RegioMORE“, dem geplanten Bühler Innovationszentrum. BITS-Geschäftsführer Jürgen Braun begründete die Vergabe in der jüngsten Bühler Gemeinderatssitzung so: „Wir können RegioMORE in der Aufbauphase Unterstützung leisten.“
Hinter der kryptischen Abkürzung steckt ein technokratischer Projektname: „Regionales Mittlerer-OberRhein Digital Ecosystem“. Das Ganze versteht sich als Leuchtturmprojekt: Die Stadt Bühl, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Technologie-Region Karlsruhe beabsichtigen das Innovationszentrum „für Wissenschaft und Unternehmertum“ in der ehemaligen Montagehalle von USM zu realisieren.

In der Aufbauphase soll „RegioMORE“ von der Start-up-Beratung des im Gewerbegebiet Froschbächle angesiedelten Gründerzentrums profitieren und ein Netzwerk mit dessen Firmen bilden. Als Rechtsform wird eine Genossenschaft angestrebt.

Jürgen Braun „ein Glücksfall“

Der Bühlertäler Jürgen Braun, Aufsichtsratsvorsitzender von Pfizer Deutschland, ist für das BITS ehrenamtlich tätig. Seinen „Vertrag“ mit Bühl hat er kürzlich um fünf weitere Jahre verlängert.

Dafür galt ihm ein fast überschwänglicher Dank („Ein Glücksfall“) aus allen Fraktionen.

Der von Braun vorgetragene Geschäftsbericht 2020 der „Bühler Innovations- und Technologie Start-ups GmbH“ tat sein Übriges dazu. Ulrich Nagel (SPD) juchzte am vordringlichsten: „Ein super Ergebnis!“ War im Wirtschaftsplan noch von einem Verlust in Höhe von 84.300 Euro ausgegangen worden, muss die Stadt entsprechend dem Gesamtergebnis lediglich 76.565 Euro zuschießen. „Das BITS ist uns lieb und nicht teuer“, dichtete Lutz Jäckel (FDP) eine Redewendung um.

Kurios: Zins und Tilgung fallen seit 2020 nicht mehr an, gleichwohl erfordert die Rechnungsführung eine Abschreibung. „Unser Cashflow liegt bei 50.000 Euro“, schilderte Braun. Das bedeutet: „Wir haben derzeit 26.000 Euro übrig, die wir nicht gebrauchen können.“ Ein Aspekt, der die Finanzspezialisten am Ratstisch auf den Plan rief.

Minimaler „Corona-Impact“

Bernd Bross (CDU) riet, die eingesparten Darlehensraten „als Reserve zu behalten“ für Gebäuderenovierungen. Braun beabsichtigt stattdessen, den Überschuss an die Stadt (alleinige Gesellschafterin) zurückzugeben, was jedoch noch einer Klärung mit dem Wirtschaftsprüfer bedürfe. Die Billigung des Jahresabschlusses 2020 und die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder durch den Gemeinderat war reine Formsache.

Über die Zahlen hinaus blickte Braun insgesamt positiv auf die Entwicklung im Jahr 2020 zurück. Der „Corona-Impact“ sei minimal gewesen, im Klartext: Die Pandemie wirkte sich nur wenig aus. Um zwei Jungunternehmen unter die Arme zu greifen, sei der Mietzins vorübergehend gestundet oder erlassen worden. „Beide haben sich stabilisiert und zahlen wieder normal Miete.“

Aktuell belegen elf Firmengründer aus ganz unterschiedlichen Branchen die insgesamt 16 Räume im Gebäude. Angesichts der Vollauslastung und den Auswirkungen der Corona-Krise hatte es im vergangenen Jahr eines nur geringen Werbeaufwands bedurft. Statt der budgetierten 10.000 Euro gab Braun lediglich 600 Euro aus, um die Web-Auftritte zu aktualisieren.

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Erstellt:
18. Juni 2021, 22:00 Uhr
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