„Fit fürs Abi“ dieses Jahr digital

Baden-Baden (sga) – Digitales Theater: Die Intendantin Kekke Schmidt lässt das Abiturientenprogramm „Fit fürs Abi“ derzeit online stattfinden. Denn: „Ausfallen lassen“ ist trotz Corona „keine Option“.

•Wollen trotz Corona etwas bieten: Sebastian Brummer, Anneliese Grenke, Kekke Schmidt und Lothar Volle (von links). Foto: Gallenberger

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•Wollen trotz Corona etwas bieten: Sebastian Brummer, Anneliese Grenke, Kekke Schmidt und Lothar Volle (von links). Foto: Gallenberger

Für Kekke Schmidt ist eines klar: „Unsere Schüler leiden besonders unter der aktuellen Situation.“ Deshalb ist es für die komissarische Intendantin des Theaters Baden-Baden besonders wichtig, auch in diesem Jahr „Fit fürs Abi“ anzubieten. Und so finden die Sternchenthementage seit gestern digital statt. Denn: „Ausfallen lassen ist keine Option.“

Immerhin sei das Angebot bereits das zwölfte Mal fester Bestandteil des Spielplans, zu „normalen Zeiten“ tummeln sich unzählige Schüler vor dem Theater. „Dieses Jahr geht das eben nicht, da müssen andere Lösungen her“, weiß auch Sebastian Brummer. Für den Leiter Junges Theater ist die Planung des „bis über die Stadtgrenzen hinaus“ bekannten Angebots alles anderes als einfach gewesen, „im Dezember haben wir entschieden, alles digital zu machen“. Es folgten sechs Wochen Planung mit einem „interaktiven und lebendigen Erlebnis“, wie Schmidt findet.

Digitale Materialpakete

Denn das Abitur muss auch in Zeiten von Corona geschrieben werden, „und da darf eine ausgiebige Vorbereitung nicht fehlen“, sagen Lothar Volle von der Sparkasse Baden-Baden/Gaggenau und Bühl und Anneliese Grenke von der Grenke-Stiftung, die einen großen Teil des Programms finanziert haben. Die Möglichkeit zur Lernvorbereitung haben die Schüler im Rahmen von „Fit fürs Abi digital“ noch bis Freitag. Neben zwei Online-Veranstaltungen und einem individuell nutzbaren Angebot stehen den Abitur-Kursen digitale Materialpakete zur Verfügung, für die Lehrer gibt es theaterpädagogisches Begleitmaterial.

So begeben sich Sebastian Mirow und Mattes Herre im Rahmen der „Faust-Werkstatt digital“ auf die Probebühne, bieten den Schülern szenische Eindrücke und entdecken gemeinsam die Bedeutung des weltberühmten Textes durch praktischen und spielerischen Umgang – und das alles während einer Videokonferenz. Ebenfalls live und online sein wird ein Escape-Room, der bereits seit zwei Jahren Bestandteil von „Fit fürs Abi“ ist. Diesmal thematisch an Hermann Hesses „Der Steppenwolf“ orientiert, müssen die Teilnehmer wieder aktiv in die Geschichte eingreifen, um durch Spiele und das Lösen von Rätseln der Protagonistin zu helfen.

Für „Der Goldene Topf“ wurden mit der Firma Applegreen aus Baden-Baden verschiedene Elemente im Studio vor einem Greenscreen aufgezeichnet, zum Materialpaket gehört zudem ein virtueller Flug durch den Zaubergarten, den die Zuschauer bei der Theatervorstellung mit einer VR-Brille erleben. „Alles in allem eine ziemlich wilde Geschichte“, schmunzelt Brummer.

Lyrische Reise

Und auch von der Aufführung „Crooked letter, crooked letter“ ist der Leiter Junges Theater begeistert: „Die American Drama Group Europe gastiert regelmäßig in Baden-Baden, diesmal ist das leider nicht möglich.“ Ausfallen muss der Programmpunkt allerdings nicht – er findet nur ebenfalls digital statt. In rund 90 Minuten Material wird das Stück geschichtlich und thematisch eingeordnet und Szenen präsentiert.

Wer nicht drinnen vor dem Computer sitzen möchte, kann Teil der lyrischen Reise werden. Denn passend zum Prüfungsstoff „Reisen – deutschsprachige Lyrik vom Sturm und Drang bis zur Gegenwart“ wurden von Schauspielern und Mitarbeitern des Theaters zehn Gedichte eingelesen, die man an den Bushaltestellen der Linie 201 (zwischen Leopoldsplatz und Bahnhof) mittels QR-Code hören kann.


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