Fledermäuse lösen ein Raunen aus

Gernsbach (vgk) – Für die Schüler der Naturparkschule Hilpertsau hat der Unterricht besonders spannend begonnen: Ein Vortrag über die Fledermaus samt Beobachtung in der Natur hat sie begeistert.

„Wie klein die Fledermäuse sind!“ Stefan Eisenbarth schlägt die Schüler der Naturparkschule Hilpertsau in seinen Bann. Foto: Gareus-Kugel

© vgk

„Wie klein die Fledermäuse sind!“ Stefan Eisenbarth schlägt die Schüler der Naturparkschule Hilpertsau in seinen Bann. Foto: Gareus-Kugel

Ein Raunen geht durch die Reihen der vierten Klasse der Naturparkschule Hilpertsau. Wie klein die sind, meinen zwei Schülerinnen auf den vorderen Plätzen. Gegenstände ihres Entzückens waren Fledermäuse, eine davon nicht größer als eine Streichholzschachtel.

Das Fledermausprojekt mit Biologin Manuela Riedling und Naturschutzexperte Stefan Eisenbarth ist das erste einer ganzen Reihe für das neue Schuljahr geplanter naturkundlicher Module an der Naturparkschule Hilpertsau. Projektleiterin ist Brigitte Seiser.

In der Klasse herrschte an diesem Morgen gespannte Aufmerksamkeit. Mit wachsendem Interesse verfolgten die Kinder die Ausführungen des Referenten, der vom Regierungspräsidium Karlsruhe für die Kontrolle der Fortpflanzungsquartiere in Obertsrot und Gausbach sowie für die Winterquartiere der Spezies in Rheinstetten beauftragt wurde. Pfeilschnell schießen die Finger der Schüler nach oben, wenn Fragen zu den nachtaktiven Jägern auftauchten.

Und Fragen hatten die Grundschüler reichlich! Wie zieht das einzige flugfähige Säugetier der Welt seine Jungen auf? Wo sind die Fledermäuse zu Hause und wie können sie ihre Beute orten? Über ein eigenes im Ultraschallbereich angesiedeltes Echosystem, lautet die Antwort. Die Neugier der Viertklässler schien grenzenlos.

Doch nicht alles, was sie an diesem Morgen kennenlernten, fand Zustimmung. Der herumgereichte Fledermauskot bedurfte keiner Vertiefung mehr. Diesbezüglich zeigte man sich der einhelligen Meinung: Der Gestank ist zum Naserümpfen. Konzentriert verfolgten sie die Ausführungen zur blutsaugenden Vampirfledermaus, die den Mythos des Vampirs Dracula begründet haben soll. Ebenso herrschte Konsens darüber, dass Fledermäuse keine Schönheiten sind, dafür aber spannende Tiere. Auch von deren Nutzen für Flora und Fauna konnten die Referenten die Schülerschar überzeugen. Schließlich vertilgen die Flattertiere neben Schmetterlingen und anderen Insekten täglich Hunderte von Stechmücken. Zu deren Feinden gehören neben dem Menschen unter anderem Eulen und Katzen.

Rund 800 Fledermausarten werden weltweit gezählt. Davon sind 22 Arten in Deutschland heimisch. Die meisten stehen auf der Roten Liste. Zwölf davon sind im Reichental unterwegs.

In der Dämmerung machten sich daher die Grundschüler deshalb auf den Weg, um auch nach dem Unterricht am Abend den Spuren der Tiere zu folgen. Mit im Gepäck ein Fledermausdetektor. Er machte die Ultraschalllaute der Flattertiere für das menschliche Ohr hörbar. Es herrschte Hochspannung unter der Kinderschar. Jeder wollte einmal den Detektor halten. Zudem konnten sie vornehmlich die Zwerg- und Rauhautfledermaus bei der Jagd beobachten.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.