„Flöckchen“ sucht verzweifelt seine Mutter

Gernsbach (ham) - Die Reichentaler Familie Lang ringt um Leben des drei Wochen alten Lämmchens „Flöckchen“. Das Mutterschaf ist am Sonntag auf der Weide abgeschlachtet worden.

Da war die Welt für „Flöckchen“ noch in Ordnung, als es Muttermilch saugen konnte. Foto: Lang

© pr

Da war die Welt für „Flöckchen“ noch in Ordnung, als es Muttermilch saugen konnte. Foto: Lang

„Flöckchen“ blökt verzweifelt und ruft hungrig nach seiner Mutter – doch das erst drei Wochen alte Lämmchen wird nicht mehr erhört. Ein Gauner hat das Mutterschaf abgeschlachtet. In der Nacht zum Sonntag zerschnitt der Halunke den Elektrozaun im Reichentaler Gewann Eben und meuchelte das Schwarznasenschaf. Zurück blieb nur eine große Blutlache.
Ob das Muttertier auf einem Grillteller landete und sich schon längst durch den Verdauungstrakt des Täters und seiner möglichen Spießgesellen quält? Thorsten Lang kann es nur vermuten. Der Halter erstattete Anzeige bei der Polizei. „Das war kein Tier.“ Spuren hat er bis auf mehrere Blutlachen im satten Grün, die seiner Meinung nach vom gewaltsamen Tod auf der Wiese künden, keine entdeckt. Ein weiterer „komischer Fall“ in der Nachbarschaft im Gewann Eben könnte jedoch im direkten Zusammenhang stehen. Entlang derselben Zufahrt wurde Holz entwendet.

„Zurück bleibt ein kleines Lämmchen“, klagt Thorsten Lang und erzählt, „nachts brüllt es regelmäßig, rennt herum und sucht seine Mutter.“ Der 44-Jährige, seine Frau Tanja und Tochter Lea quälen sich dann schlaftrunken aus dem Bett, um ihr „Baby“ zu füttern. „Alle sechs Stunden, viermal am Tag, braucht es Milch“, berichtet der Hobbyschäfer von der Mühsal, nun neben seinem Beruf auch noch zusätzliche Nachtschichten mit dem Milchaustauscher einlegen zu müssen.

Die Familie kämpft jedoch darum, wenigstens das kleine Schwarznasenschaf durchzubringen. Das Lämmchen ist allen ans Herz gewachsen. Tochter Lea taufte das possierliche Tier wegen der weißen Löckchen auf „Flöckchen“. Von der Wiese verlegte es die Familie in den Mini-Stall direkt neben ihrem Wohnhaus in Reichental. In dem ehemaligen Saustall haben die Langs quasi immer das Ohr am „Flöckchen“ und können es im Dauereinsatz optimal versorgen.

Einen ähnlich grausamen Fall erlebte der Hobbyschäfer schon „vor vielen Jahren. Damals kam nichts raus“. Dennoch will Thorsten Lang die feige Tat nicht auf sich bewenden lassen und erstattete Anzeige bei der Polizei.

Das Polizeirevier Gaggenau bittet bei dem Verbrechen um sachdienliche Hinweise unter: (07225) 98870.

Zum Artikel

Erstellt:
26. Mai 2020, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 01sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.