Flohmarkt-Veranstalter bleibt optimistisch

Baden-Baden (co) – Das Coronavirus hat die Flohmarkt-Saison in Baden-Baden verdorben. Aber: Für das Jahr 2021 hat Organisator Klaus Scheppe wieder neue Termine geplant.

Flohmarkt-Organisator Klaus Scheppe.  Foto: Cornelia Hecker-Stock

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Flohmarkt-Organisator Klaus Scheppe. Foto: Cornelia Hecker-Stock

Schnäppchenjäger und Flaneure waren schon voller Vorfreude gewesen – doch wieder machte die Pandemie kurzfristig einen Strich durch die Rechnung: Der Flohmarkt am Samstag und damit der letzte der Saison in der Kaiserallee fiel der neuen Corona-Verordnung zum Opfer.

Angesetzt waren für das laufende Jahr ursprünglich die üblichen fünf Flohmärkte in der Lichtentaler Allee von April bis Oktober und sieben Termine auf dem Campus in der Cité. Stattgefunden hat nur einer bei der Euraka, den zweiten noch möglichen Markt sagte Organisator Klaus Scheppe (Foto: Hecker-Stock) wegen einer Baustelle in der Cité ab, weil die Anfahrt für Ortsfremde zu kompliziert gewesen wäre. In der Kaiserallee gab es zwei Flohmärkte. Während der zweite Termin im September völlig verregnet war, hatte beim Auftakt im August alles gestimmt. Es durfte wegen der Abstandsregelung zwar nur ein Drittel der sonstigen Stände aufgebaut werden, die Straßenmitte und auch der Bereich entlang der Oos fielen komplett weg. Aber es herrschte Kaiserwetter und Klaus Scheppe registrierte über seinen elektronischen Zähler insgesamt 3.158 Besucher, verteilt über mehrere Stunden.

Erheblicher Mehraufwand durch Bestimmungen

Scheppe hatte einen erheblichen Mehraufwand durch den Aufbau von Absperrungen, ausgedruckte Flyer, zusätzliches Personal an jeweils nur einem Ein- und Ausgang und immer wieder Belehrungen der Besucher, von denen die meisten Verständnis zeigten. Genau seine überregionale Beliebtheit ist in diesen Zeiten die Krux des Allee-Flohmarktes, da die Besucherzahl mit jetzt nur noch maximal 100 gleichzeitig laut Scheppe nicht zu halten ist. Scheppe hält sich selbst auf dem Laufenden über die sich ständig ändernden Vorschriften und schließt sich dann mit der Stadt kurz. Für ihn wäre der Sonderstatus der Wochenmärkte so lange schlüssig, wie diese der Grundversorgung der Bevölkerung dienen. Doch alle Lebensmittelgeschäfte sind geöffnet. „Flohmärkte werden dagegen als Spezialmarkt behandelt“, erläutert Scheppe im BT-Gespräch sein Unverständnis. Das wären sie aber nur, würden beispielsweise ausschließlich Schallplatten und CDs oder Mützen und Schals oder Briefmarken und Münzen angeboten. Doch auf einem Flohmarkt werde völlig allgemeine, vielfältige Ware offeriert, weshalb diese Einstufung keinen Sinn mache.

Nur einmal, im August, dürfen sich die Besucher bei gutem Wetter an Kruscht und Krempel in der Kaiserallee freuen. Der Markt einen Monat später ist verregnet.  Foto: Conny Hecker-Stock/Archiv

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Nur einmal, im August, dürfen sich die Besucher bei gutem Wetter an Kruscht und Krempel in der Kaiserallee freuen. Der Markt einen Monat später ist verregnet. Foto: Conny Hecker-Stock/Archiv

Optimistisch hat der erfahrene Organisator trotzdem wieder fünf Flohmarkttermine in der Kaiserallee und sieben auf dem Campus für das kommende Jahr bei der hiesigen Stadtverwaltung eingereicht. Auf die Frage nach seinem derzeitigen Frustlevel auf einer Skala von eins bis zehn lautet seine Antwort überraschenderweise nicht elf. „Es hält sich in Grenzen“, sagt Scheppe und zuckt mit den Schultern. Sein Trostpflaster ist der immer noch funktionierende Flohmarkt auf dem Real-Parkplatz in Sinzheim. Der ist durchführbar, da sich an den rund 40 bis 50 Ständen nie 100 Besucher gleichzeitig tummeln. „Die Aussteller sind dort wie eine große Familie“, erzählt Scheppe, man kenne sich und sorge sich umeinander. Das gehe so weit, dass für den Nachbarn schon mal Verpflegung mit eingekauft wird. Oder sogar, wie kürzlich passiert, eine ganze Warenladung, die aus Altersgründen aufgegeben werden sollte, einfach an einen Standneuling der nächsten Generation verschenkt wurde. „Das ist gelebte Nachhaltigkeit“, freut sich der Organisator über das gute Miteinander in der Stabsgemeinde.

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Erstellt:
26. Oktober 2020, 09:29 Uhr
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