Flüchtlinge in Bühlertal ziehen um

Bühlertal (fvo) – Die Flüchtlinge in Bühlertal, die momentan im „Badischen Löwen“ wohnen, sollen spätestens im nächsten Frühjahr umgezogen sein. Und zwar in die ehemalige Gaststätte „Parkstuben“.

Hier soll bis Jahresende Wohnraum für rund 23 Flüchtlinge entstehen: Die ehemalige Gaststätte „Parkstuben“. Foto: Harald Holzmann

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Hier soll bis Jahresende Wohnraum für rund 23 Flüchtlinge entstehen: Die ehemalige Gaststätte „Parkstuben“. Foto: Harald Holzmann

Um rund 65.000 Euro günstiger als geplant fällt der anvisierte Umbau der ehemaligen Gaststätte Parkstuben in der Liehenbachstraße in Bühlertal aus. Sie soll künftig als soziale Einrichtung, sprich als Anschlussunterkunft für jene Flüchtlinge dienen, die derzeit noch im angemieteten „Badischen Löwen“ untergebracht sind. Sofern der Gemeinderat am Dienstag die Vergabe der ausgeschriebenen Gewerke absegnet, könnten ab Mai die Arbeiten beginnen.

„Beim Kostenrahmen liegen wir gut im Rennen“

Konkret sind zwölf Zimmer plus eine Wohneinheit für insgesamt 23 Personen vorgesehen. „Beim Kostenrahmen liegen wir gut im Rennen“, freut sich Bauamtsleiter Norbert Graf, der auch terminlich guter Dinge ist, dass die Maßnahme zum Jahreswechsel beendet ist. „Im Idealfall sind die Bewohner aus dem ‚Badischen Löwen’ im kommenden Frühjahr alle umgezogen“, sagt auch Hauptamtsleiter Markus Brügel. Aktuell sind dort gut 20 Flüchtlinge untergebracht. Was laut Graf und Brügel bedeutet, dass man von der räumlichen Kapazität her (je nach Zimmerbelegung) „sogar noch ein bisschen Luft hätte“. Mit dem Umzug wird künftig die Anmietung der Räume im „Löwen“ durch die Gemeinde entfallen. Spätestens Mitte des Jahres hofft man, den Mietvertrag dort kündigen zu können.

Insgesamt elf Großgewerke von Rohbau bis Kücheneinrichtung umfasste die beschränkte Ausschreibung, bei der 49 Fachfirmen kontaktiert wurden. Bis Ende März wurden 29 Angebote eingereicht, elf davon erhielten schließlich den Zuschlag zu einer Bruttosumme von 305.000 Euro. Den größten Posten dabei machen die Elektroarbeiten (83.000 Euro) sowie Heizung und Sanitär (45.000 Euro) aus. Laut Graf gab es bei zwei Gewerken lediglich ein einziges Angebot. An Gesamtkosten für den Umbau steht aktuell ein Betrag von 380.000 Euro zu Buche. Im Haushaltsansatz sind 445.000 Euro eingeplant.

Wohneinheit für Familie gedacht

Konkret sind im Erdgeschoss der „Parkstuben“ sieben Zimmer geplant, sie sollen durch das Einziehen leichter Wände im ehemaligen Gastro-, sprich Restaurantbereich entstehen. Im Obergeschoss, wo bereits abgetrennte Räume und sanitäre Einrichtungen vorhanden sind, sind fünf Zimmer sowie eine Wohneinheit geplant, Letzteres etwa für Familien. Im Untergeschoss soll zudem ein Gemeinschaftsraum mit vier Küchenzeilen und Aufenthaltsbereich eingerichtet werden.

Neben Svetlana Schindler, Sachgebietsleiterin beim Sozial-, Einwohnermelde- und Standesamt, wird nicht zuletzt Hausmeister Jason Günter ein Auge auf die künftige Einrichtung werfen. Günter fungierte im Haus des Gastes als „Springer“, ist derzeit im „Haus Mecki“ für die Außenanlagen zuständig und macht seine Sache laut Brügel „sehr rührig“. Mit Blick auf die Kosten sei die Gemeinde jedenfalls „schon interessiert daran, dass das Haus in Schuss gehalten wird und der Umbau letztlich nachhaltig ist“, betont Brügel.

Derzeit drei Unterkünfte genutzt

Derzeit verfügt die Gemeinde über drei Unterkünfte mit insgesamt rund 60 Flüchtlingen in kommunaler Unterbringung. Neben dem „Badischen Löwen“ sind im „Haus Mecki“ 25 und in der Laubenstraße weitere 15 Flüchtlinge untergebracht. Die Herkunft ist querbeet, sie reicht von China und Russland über Syrien bis hin zu Afghanistan. Im „Badischen Löwen“ wird die ehemalige Küche als Gemeinschaftsküche genutzt, der große Saal dient als Lagerfläche, da es keinen Kellerraum gibt.

Im Herbst 2018 hatte die Gemeinde das Anwesen der „Parkstuben“ in zentraler Lage gegenüber dem Seniorenzentrum erworben. Die notwendige Nutzungsänderung wurde in der Technischen Ausschusssitzung im März vorigen Jahres vorgestellt. Der technische Ausschuss gab dann Ende Mai grünes Licht. Die Baugenehmigung erfolgte im Herbst 2020.

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17. April 2021, 06:00 Uhr
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