Flurneuordnung in Weisenbach ist beendet

Weisenbach (galu) – Der finale Teilabschnitt des Flurbereinigungsverfahrens Weisenbach ist fertiggestellt. Besonders bewährt haben sich dabei die „Vor-Ort-Sitzungen“.

Erklären die Flurneuordnung für beendet: Stefanie Korf (Ingenieurin), Patrik Fallert, Heike Götz (Verband der Teilnehmergesellschaften), Hans-Peter Schaible, Bürgermeister Daniel Retsch, Mario Mohr (Landratsamt) und Jörg Adam (Ingenieur). Foto: Lukas Gangl

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Erklären die Flurneuordnung für beendet: Stefanie Korf (Ingenieurin), Patrik Fallert, Heike Götz (Verband der Teilnehmergesellschaften), Hans-Peter Schaible, Bürgermeister Daniel Retsch, Mario Mohr (Landratsamt) und Jörg Adam (Ingenieur). Foto: Lukas Gangl

Fast zwei Jahrzehnte nach dem offiziellen Startschuss ist das Flurbereinigungsverfahren Weisenbach abgeschlossen. Bei der offiziellen Übergabe und Freigabe der Maßnahmen im „Teilgebiet III – Latschigbachtal“ durch das zuständige Amt für Flurneuordnung, Geoinformation und Vermessung des Landratsamts Rastatt erklärte Bürgermeister Daniel Retsch die Bauarbeiten und das gesamte Verfahren für beendet – mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie er betont.

Lachend, da die Baumaßnahmen fast pünktlich abgeschlossen wurden und man somit auch an die naturschutzrechtlichen Vorgaben einhalten konnte. Weinend, da für Bürgermeister Retsch ein „Erfolgsprojekt zur Offenhaltung und Erschließung“ zu Ende ging. Weisenbach werde sich auch bei zukünftigen vergleichbaren Maßnahmen um Teilnahme und Förderung bemühen.

Ähnlich zufrieden über den Abschluss der Arbeiten zeigte sich auch Mario Mohr, Dezernent der Flurneuordnungsbehörde. Das sogenannte Schwarzwaldverfahren (eine spezielle, beschleunigte Verfahrensform) sei auch für Erholungssuchende wichtig, wie zuvor bereits Bürgermeister Retsch betont hatte. Gerade in der aktuellen Zeit sind und waren viele Ausflügler in der heimischen Natur unterwegs . So würden die Maßnahmen im dritten Abschnitt auf dem Gewann Latschigbachtal die Landschaft noch zusätzlich aufwerten.

Ein großes Lob an die Wald- und Wiesenbesitzer, die bereitwillig das Projekt unterstützt haben, stellte der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft der Flurordnung, Hans-Peter Schaible, aus. Während der Durchführungsphase hätten sich insbesondere die „Vor-Ort-Sitzungen“ bewährt, da man so schnell und flexibel auf Probleme reagieren und Anmerkungen und Wünsche der Grundstücksbesitzer umsetzen konnte. Das Tal zeige sich nun nach der Fertigstellung in einem neuen Bild, so Schaible.

Zusammen mit den weiteren Offiziellen galt sein Dank auch dem örtlichen Landschaftspflegebetrieb Sven Strobel für die Rodungsarbeiten sowie der Firma Fallert, die den gesamten Wegebau im einzuhaltenden Zeitrahmen erledigen konnte.

Die Bilanz des dritten und letzten Bauabschnitts: Etwa 1,8 Kilometer Schotterwege, rund 900 Meter Asphaltwege und circa 150 Meter Fuß- und Wanderwege sind modernisiert worden. Zusätzlich dazu entstanden ein Wendeplatz, zwei Ausweichstellen und sechs Geländezufahrten sowie ein Biotop für Gelbbauchunken. Während der Arbeiten wurden insgesamt 69 Bäume gefällt, zahlreiche neue Dolen zur Wasserableitung gesetzt und zusätzliche Drainageleitungen verlegt.

Ziel der Maßnahme war es, zukunftsfähige Erschließungswege zu schaffen. Dadurch sollen sowohl die Grundstückeigentümer als auch die Landschaftspfleger die Grünlandflächen besser erreichen und weiterhin pflegen können. So wird eine Verbuschung der Landschaft verhindert. Außerdem wird der Kaltluftaustausch an heißen Sommertagen verbessert und Sichtverbindungen wieder geöffnet. Pflanzen und Tiere profitieren von der offenen Tallandschaft.

Da die Arbeiten in einem ökologisch hochwertigen Tal stattfanden, war ein Fachbüro für Umweltbau mit eingebunden. Es wurde sorgsam darauf geachtet, dass bestehende Biotope wie Trockenmauern erhalten blieben.

Eigens für die Gelbbauchunke ist ein Ausgleichsbiotop bei der Flurneuordnung entstanden. Foto: Lukas Gangl

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Eigens für die Gelbbauchunke ist ein Ausgleichsbiotop bei der Flurneuordnung entstanden. Foto: Lukas Gangl

Zum Thema: Das gesamte Verfahren im Überblick

Als 2002 der Schafstall im Gewann Langenbusch erweitert werden musste, wurde die Gemeinde Weisenbach zur Schaffung einer neuen wintertauglichen Zufahrt vom Kolpinghaus zum Schafstall in die Flurneuordnung aufgenommen. Das Flurbereinigungsverfahren wurde am 22. März 2002 rechtskräftig angeordnet.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf circa 1,5 Millionen Euro, 85 Prozent wurden durch das Land Baden-Württemberg und den Bund bezuschusst. Insgesamt flossen somit rund 1,3 Millionen Euro an Fördermitteln an die Gemeinde. Der letzte Zuschuss für den dritten Teilabschnitt war im Sommer vergangenen Jahres bewilligt worden. Insgesamt war die Maßnahme in drei Teilabschnitte aufgeteilt. Zunächst wurden in den Gewannen Benzenloch, Langenbusch und auf den Flächen rund um Naturfreunde- und Kolpinghaus Arbeiten vorgenommen, der zweite Bauabschnitt war im Füllenbachtal im Ortsteil Au.

Mit dem Abschluss des dritten Teilabschnitts im Latschigbachtal gilt die Flurneuordnung als abgeschlossen. Insgesamt belief sich die Verfahrensfläche auf etwa 798 Hektar, rund 1.130 Teilnehmer mit 4.178 Grundstücken waren betroffen.

Die vorangegangene Berichterstattung zur Flurneuordnung in Weisenbach finden Sie hier

Ihr Autor

BT-Volontär Lukas Gangl

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Erstellt:
20. Mai 2021, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 51sec

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