Förderunterricht startet in den Schulen

Baden-Baden/Bühl/Karlsruhe (kos) – In Baden-Württemberg sollen Lernprogramme helfen, die pandemiebedingten Lernlücken der Schüler aufzuarbeiten. Auch in Mittelbaden ist im Sommer Unterricht geplant.

Auch Studierende werden ab sofort für die Nachhilfe in den Schulen eingesetzt. Seit Pandemiebeginn besteht dort großer Bedarf an Förderunterricht. Foto: Fabian Sommer/dpa

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Auch Studierende werden ab sofort für die Nachhilfe in den Schulen eingesetzt. Seit Pandemiebeginn besteht dort großer Bedarf an Förderunterricht. Foto: Fabian Sommer/dpa

Das Pilotprojekt „Bridge the Gap“ bildet den Auftakt zu den Schulförderprojekten in Baden-Württemberg. Nicht zu verwechseln ist das Programm mit den sogenannten Lernbrücken, die in den Sommerferien starten werden. Damit will die Landesregierung Schülern in Baden-Württemberg die Möglichkeit geben, ihre pandemiebedingten Lernlücken zwischen Pfingsten und den Sommerferien aufzuarbeiten.

Seit Pandemiebeginn bewegen sich Schüler im ständigen Wechsel zwischen Präsenz-, Wechsel- oder Fernunterricht. Das hat weitreichende Folgen für das Lern- und Kompetenzniveau aller Altersgruppen in den Schulen. Um dem entgegenzuwirken, hat das Kultusministerium in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsministerium beschlossen, eine Reihe von Förderprogrammen zu organisieren. Diese beginnen zum Teil schon vor den Sommerferien: Seit vergangenem Monat soll nach Angaben von Wolfgang Held, Leiter des Staatlichen Schulamts Rastatt, das Pilotprojekt „Bridge the Gap“ – oder „Überbrücke die Lücke“ – an den Start gehen. Das Projekt läuft befristet bis zum Beginn der Sommerferien am 29. Juli. Hierbei sollen vor allem Studierende der lehramtsausbildenden Hochschulen und Universitäten direkt in den Schulen eingesetzt werden, um die Lehrkräfte zu unterstützen und die Lernlücken der Schüler aufzuarbeiten. Welche Standorte das genau betrifft, blieb dabei zunächst noch offen.

Pilotprojekt läuft bis Ende Juli

Wo die Studierenden eingesetzt werden können, erklärte Held. So sollen die Studierenden dort eingesetzt werden, wo sich im Landkreis eine Pädagogische Hochschule (PH), beziehungsweise eine Universität mit Lehramtsstudiengang befindet: So zum Beispiel in Karlsruhe, Heidelberg, Weingarten, Stuttgart/Ludwigsburg oder Schwäbisch Gmünd. Das habe neben dem Modellcharakter des Programms auch rein praktische Gründe: Studierende würden nur teilnehmen, wenn sich die Schule in ihrer unmittelbarer Erreichbarkeit befinden würde, sagte Held. Das Programm wird nach ersten Angaben sehr gut aufgenommen: Von insgesamt 550 angedachten Plätzen haben sich beispielsweise 87 Studierende von der PH Karlsruhe für das Programm angemeldet, informierte Pressesprecherin Regina Schneider.

Für die Land- und Stadtkreise Rastatt und Baden-Baden bedeutet das, dass das Pilotprojekt dort absehbar nicht zum Einsatz kommen wird. Held betonte, dass „Bridge the Gap“ nicht mit anderen Lern- und Förderprojekten wie den „Lernbrücken“ oder „Rückenwind“ verwechselt werden sollte. „Bridge the Gap“ sei zudem nicht langfristig geplant. Das bestätigten auch Wissenschafts- und Kultusministerium auf Nachfrage. Vielmehr sollen die Erfahrungen daraus anderen Hilfsprogrammen als Basis dienen.

„Lernbrücken“ starten in den Sommerferien

In den letzten beiden Wochen der Sommerferien sollen dann die „Lernbrücken“ landesweit angeboten werden. Laut Mitteilung des Kultusministeriums könne sich jede öffentliche Schule in Baden-Württemberg für das Programm anmelden und anbieten. Die Umsetzung des Zusatzunterrichts bemisst sich dabei am Förderbedarf und an der Teilnehmerzahl.

Im Landkreis Rastatt rechnet sich beispielsweise die Carl-Netter-Realschule in Bühl diesbezüglich gute Chancen aus. Schulleiter Markus Faller gab an, dass die Realschule das „Lernbrücken“-Programm voraussichtlich anbieten wird. Wie viele Schüler und Lehrer sich dafür anmelden werden, bleibt noch abzuwarten. Dafür geben Lehrer eine Förderempfehlung an die Eltern jener Schüler, die nach Einschätzung der Lehrkräfte besonders förderbedürftig sind, erklärte Faller. Die Empfehlungen werden zudem in verschiedenen Sprachen formuliert und sollen bis Freitag, 18. Juni, ausgegeben sein; eine verbindliche Anmeldung ist bis zum 25. Juni möglich, heißt es in einem Schreiben des Kultusministeriums. Die endgültige Standortwahl wird voraussichtlich bis zum 15. Juli festgelegt. Aktuell befinden sich die Schulen noch in den ersten Planungsschritten.

Als größte Realschule im Landkreis Rastatt stünden für die Carl-Netter-Realschule die Chancen gut, auch in diesem Jahr die Zusatzförderung anzubieten, nachdem sie bereits im vergangenen Jahr dort schon durchgeführt wurde, wie Faller sagte. Ähnlich sieht es in Baden-Baden aus: Dort will sich die Theodor-Heuss-Schule am Programm beteiligen. Schulleiter Werner Schlindwein sprach diesbezüglich von einem klar gegebenen Aufholbedarf.

Ihr Autor

BT-Volontär Konstantin Stoll

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Erstellt:
10. Juni 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 51sec

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