Fördervereine stehen Gewehr bei Fuß

Murgtal (stj) – Im Murgtal hofft man nach wie vor auf eine Schwimmbadsaison 2020. Trotz der Ungewissheit in Zeiten von Corona laufen die Vorbereitungen in den acht Freibädern zwischen Gaggenau und Forbach.

Aufgrund massiven Wasserverlusts war die Stadt gezwungen, direkt nach dem Saisonende 2019 den Pflasterbelag zu entfernen, um Ursachenforschung zu betreiben. Foto: vgk

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Aufgrund massiven Wasserverlusts war die Stadt gezwungen, direkt nach dem Saisonende 2019 den Pflasterbelag zu entfernen, um Ursachenforschung zu betreiben. Foto: vgk

Die Schwimmbad-Saison rückt näher. Vor allem das größtenteils tolle Wetter im April hat bei vielen eine entsprechende Vorfreude geweckt, wäre da nicht die Ungewissheit, ob man dieses Jahr überhaupt in den Genus kommt, ins kühle Nass eines Freibads einzutauchen. Die BT-Redaktion hat sich bei den Städten und Gemeinden sowie den Fördervereinen im Murgtal umgehört. Tenor: Viele hoffen noch, klar ist zurzeit nichts.

„Ob und wann die Bäder in diesem Jahr aufmachen, ist noch nicht bekannt“, heißt es auf Anfrage kurz und knapp aus dem Gernsbacher Rathaus. Im Igelbachbad sind kürzlich Untersuchungen am Kinderbecken vorgenommen worden, die weiteren Sanierungsplanungen (zu einem unbekannten Zeitpunkt) dienen sollen. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat im Zuge der Haushaltsdiskussionen entschieden, die Investitionen für das marode Planschbecken (300 000 Euro) zu verschieben und etwaige Einsparpotenziale zu untersuchen. Defekt ist im Igelbachbad auch die Solaranlage. Sie konnte noch nicht repariert werden, weil dies laut Stadtverwaltung nur im laufenden Betrieb möglich ist. Wann es dazu kommt, steht in den Sternen.

„Wir können aufgrund der derzeitigen Lage leider noch keine verlässliche Auskunft erteilen, ob das Montana-Bad in diesem Jahr geöffnet wird.“ Das teilte die Gemeinde Forbach zuletzt auf zahlreiche Anfragen aus der Bevölkerung mit und stellte daher den Verkauf von Jahreskarten einstweilen ein, um keine Rückforderungen abwickeln zu müssen.

Derweil waren die Fördervereine in Weisenbach, Lautenbach, Obertsrot und Reichental schon aktiv, wenn auch nicht in dem Umfang, wie sonst in der Saisonvorbereitung üblich. „Wir dürfen ja keine großen Aktionen machen“, verweist Robert Klumpp auf entsprechende Vorgaben seitens der Stadt Gernsbach. Normalerweise steht beim Förderverein in Reichental im Mai die Reinigung und das Streichen des Beckens an, die Farbe ist bereits da. „Wir müssen gucken, wie wir das geregelt kriegen“, blickt Vorsitzender Klumpp auf die anstehenden Gespräche mit der Verwaltung voraus.

„Wir haben unser Bad soweit vorbereitet“, berichtet Matthias Mörmann für das Kleinod in Lautenbach. Der Sprecher der Schwimmbadinitiative hat „auf alle Fälle die Hoffnung“, dass die Bäder trotz Corona diese Saison noch öffnen dürfen, „natürlich streng nach Vorgabe“. Jedes Bad habe andere Voraussetzungen, um die Gäste gegen Infektionen zu schützen. Man müsse schauen, wie sich die Corona-Zahlen nach der Wiedereröffnung der Schulen entwickeln. Kommt da ein positives Zeichen, könnte sich das auch positiv auf eine mögliche Badesaison auswirken, hofft Mörmann.

Jedes Bad hat andere Voraussetzungen

Er verweist auch darauf, dass schon zuletzt bei dem guten Wetter an freien, in der Regel unbeaufsichtigten Badeplätzen (in der Murg oder an Badeseen) in der Region viel los gewesen sei. In einem kleinen Schwimmbad wie Lautenbach sei es sicher eher möglich, auf die Einhaltung der Corona-Verordnung zu achten – etwa durch das Festlegen entsprechender Verhaltensregeln.

Hoffnung, dass die Schwimmbäder aufmachen, hat man auch in Obertsrot. Dort hat der Förderverein zuletzt ehrenamtlich an der Installation einer Absorberanlage gearbeitet, mit der künftig das Kinderbecken beheizt werden soll. „Wir wären damit schon viel weiter, aber wir dürfen zurzeit nicht daran arbeiten – nicht mal mit zwei Mann“, berichtet Torsten Feigel von der Anordnung der Stadt Gernsbach. Diese hat jetzt auch das Mähen in den Ortsteilfreibädern übernommen, das normalerweise die Fördervereine erledigen. Es sei schon kurios, dass die Bademeister jetzt im Prinzip die Arbeiten machen, die sonst auf ehrenamtlicher Basis stattfinden, meint Robert Klumpp und betont in der Hoffnung auf eine Schwimmbadsaison 2020: „Die Fördervereine stehen auf jeden Fall Gewehr bei Fuß!“

In Weisenbach hat der Schwimmbadverein die Saison 2020 noch nicht abgeschrieben. In kleinen Gruppen laufen die Vorbereitungen. „Wir stehen in Kontakt mit der Gemeinde, ob wir öffnen dürfen“, berichtet Klaus Burkhardt, der Vorsitzende des Schwimmbadvereins. Stehende Kosten gebe es für den Schwimmmeister, der bezahlt werden muss. Der Verein verfüge über Rücklagen, um die Personalkosten zu tragen. Weitere Ausgaben entstünden erst dann, wenn das Bad öffnet – etwa für Wasseraufbereitung oder Energiekosten. Spätestens bis zum 1. Juli sollte das Bad geöffnet sein, wünscht sich der Schwimmbadverein. Um die Corona-Auflagen einhalten zu können, wäre wohl mehr Personal für die Einlasskontrolle erforderlich. Ob der Kiosk öffnen darf, sei bislang auch ungeklärt.

In Ottenau heißt es auf der Homepage des Fördervereins Kuppelsteinbad: „Aktuell können wir nicht sagen, wann wir unser Bad öffnen dürfen. In Einzelaktionen bringen wir unser Bad technisch in Betrieb, da wir damit auch unsere technischen Anlagen schützen. Sobald es neue Regelungen seitens der Landesregierung gibt, werden wir weitere Informationen bekannt geben.“ Eine weitergehende Stellungnahme wollte der Vorstand des Vereins gegenüber dem BT nicht abgeben.

Im Bernsteinbad Sulzbach laufen aktuell die Arbeiten zur Erneuerung des Beckens. Eingebaut wird ein modernes Edelstahl-Schwimmbecken.

Der Umbau des Waldseebads zum Naturbad und zum Technikbad läuft. Die Wiedereröffnung der Freizeiteinrichtung ist für 2021 geplant.


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