Fokus Energie kümmert sich um junge Gründer

Karlsruhe (tas) – Das Netzwerk Fokus Energie in Karlsruhe hat sich in den vergangenen sieben Jahren bundesweit zu einer Anlaufstelle für Start-ups aus dem Energiebereich entwickelt.

Hilft Gründern: Hilmar F. John, Geschäftsführer von Fokus Energie in Karlsruhe. Foto: Fokus Energie

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Hilft Gründern: Hilmar F. John, Geschäftsführer von Fokus Energie in Karlsruhe. Foto: Fokus Energie

Die Energiewende ist in vollem Gang. Immer mehr Elektroautos sind auf deutschen Straßen unterwegs, beim Bau neuer Wohngebäude zieht die Landesregierung die Daumenschrauben an und verlangt ab kommendem Jahr zwingend die Installation von Solaranlagen. Gleichzeitig machen sich immer mehr Menschen in jungen Unternehmen Gedanken darüber, wie durch Erzeugung, Speicherung, Verteilung und effiziente Nutzung von Energie dem Klimawandel begegnet werden kann.

Ihnen bietet das Netzwerk Fokus Energie in Karlsruhe eine Anlaufstelle. „Wir wollen die Dinge sichtbar machen, die sich in den einzelnen Netzwerken, Organisationen und Initiativen tun“, sagt Hilmar F. John, der die Geschäfte des Vereins führt, im BT-Gespräch. Obwohl im Bereich Energie in Karlsruhe schon sehr viel passiere, sei die Stadt vor allem als IT-Standort bekannt. Der Verein will den Blick für das wichtige Thema Energie weiten.

Ausgangspunkt der Gründung von Fokus Energie war die Klimawandel-Anpassungsstrategie der Stadt Karlsruhe aus dem Jahr 2013. Damals wurden 16 Handlungsfelder und mehr als 50 strategische Maßnahmen festgelegt, wie die Fächerstadt beispielsweise mit Hochwasser- oder Hitzeereignissen in Zukunft besser umgehen kann. Die Pläne basierten auf dem bereits 2009 verabschiedeten Karlsruher Klimaschutzkonzept.

Mehr als 70 Teams mit rund 140 Gründern


2014 wurde der Verein Fokus Energie durch engagierte Unternehmer ins Leben gerufen, einer von ihnen der IT-Unternehmer Hans Hubschneider, Gründer der PTV Planung Transport Verkehr AG. Seine Idee: die Karlsruher Energiestrategie auch lebendig werden zu lassen. Heute hat Fokus Energie mehr als 100 Mitglieder, darunter der Energiekonzern EnBW oder der Karlsruher Gebäude- und Sicherheitsdienstleister Big.

„Wir sind mittlerweile nicht nur in der Region Karlsruhe oder Baden-Württemberg aktiv, sondern haben unseren Wirkungskreis in die gesamte Republik ausgeweitet“, sagt John. Das gelte vor allem bei der Förderung junger Unternehmen, die innovative Produkte im Energiebereich entwickeln (wollen) und an Workshops, Seminaren und Trainings der Karlsruher teilnehmen. Extra dafür wurde die Plattform AXEL geschaffen, laut Fokus Energie konnten seit Dezember 2017 mehr als 70 Teams mit rund 140 Gründern in Sachen unternehmerisches Denken und Handeln in der Praxis begleitet werden. „Start-ups haben oftmals einen langen und teuren Weg vor sich, um eine Idee zur Marktreife zu bekommen“, sagt John, „genau hier bringen wir uns ein und fördern die Start-ups ganz individuell.“

Fokus Energie unterstützt die jungen Gründer bereits ab einem sehr frühen Stadion, wenn Studenten schon vor ihrem Abschluss eine gute Idee für eine Soft- oder Hardware im Energiebereich haben. „Wichtig ist es, ihnen die richtigen Mentoren an die Seite zu stellen, die sich in dem entsprechenden Themengebiet gut auskennen.“ Für November beispielsweise sei ein Energiegipfel „nur für junge Leute“ geplant, wo sie eine Möglichkeit zum Netzwerken bekommen.

Seit der Liberalisierung in Bewegung geraten


Dass John die Sorgen und Nöte von Gründern kennt, liegt auch an seiner eigenen Biografie. 1997 hatte er in Karlsruhe ein Industrieunternehmen gegründet, dieses zu einem Systemlieferanten und Auftragsfertiger für Medizin- und Laborgerätetechnikunternehmen entwickelt und bis zum strategischen Verkauf an eine Holding im September 2019 als Geschäftsführender Gesellschafter geleitet. Seit Dezember 2020 lenkt er nun die Geschicke von Fokus Energie.

Aufgaben gibt es für ihn und sein Team reichlich. Denn der früher stark regulierte und unbewegliche deutsche Energiesektor ist seit der Liberalisierung im Jahr 1998 in Bewegung geraten und hat großen Nachholbedarf bei der Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen – auch um der Energiewende mit E-Mobilität, -Management und dezentraler Stromproduktion und -speicherung gerecht zu werden. John: „Wir wollen mit den verschiedenen Akteuren ins Gespräch kommen. Das bedeutet aber auch, ein Stück weit unbequem zu sein.“


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