Forbach: Gute Erfahrung mit Graffiti-Wand

Forbach (mm) – Graffitis werden oft als störend empfunden, wenn sie Gebäude verschandeln. Am Montanabad-Parkplatz in Forbach ist das Gegenteil zu sehen.

In Forbach können Graffiti-Künstler ihre Werke legal auf die Wände der Unterführung beim Montana sprayen. Foto: Markus Mack

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In Forbach können Graffiti-Künstler ihre Werke legal auf die Wände der Unterführung beim Montana sprayen. Foto: Markus Mack

Dort verzieren bunte Kunstwerke die grauen Mauern der Unterführung.

Der Gemeinderat hatte sich im Dezember 2019 auf Anregung und Idee von Bürgermeisterin Katrin Buhrke für die Einrichtung einer legalen Graffiti-Fläche, einer „Legal Wall“, einstimmig ausgesprochen. An der Unterführung der B462 zum Montanabad und der dortigen Mauer bis zum Parkplatz können seither Graffiti-Sprayer ihre Kreativität ausleben.

Hobby legal ausüben

Die bis dahin triste Mauer bot sich als Fläche an. „Häufig kämpfen Gemeinden mit Graffitis an Stellen, an denen diese nicht immer erwünscht sind oder durch die Optik nicht wirklich an Graffiti-Kunst erinnern“, erläutert Hauptamtsleiterin Margit Karcher. Mit der Schaffung einer solchen Fläche sollte den Sprayern die Möglichkeit gegeben werden, ihr Hobby auf legale Weise auszuüben, ohne Anzeigen wegen Sachbeschädigung fürchten zu müssen. Auch der künstlerische Charakter der Arbeiten werde von einfachen „Schmierereien“ abgegrenzt.

Diese seien im Ortsbild immer mal mehr, mal weniger, zu finden, und müssten mit Mühe und Kosten entfernt werden. Über bloße Tags, die Signaturkürzel des Graffiti-Sprayers, oder Sympathiebekundungen für einen Fußballclub gingen die ungewollten Schmierereien jedoch nicht hinaus.

Raum für junge Kunst

Die Wand an der Unterführung zum Montana hingegen pflegen die Künstler selbst. Die „Legal Wall“ wird von Sprayern aus dem Murgtal und darüber hinaus gut angenommen. „Es ist immer wieder interessant, die Veränderungen wahrzunehmen“, freut sich Karcher. Die Graffiti-Wand gebe der jungen Kunst den geeigneten Raum. Spaziergänger und Radfahrer halten an, lassen die Werke auf sich wirken. „Es gab bislang keinerlei Beschwerden wegen der Nutzung. Auch die Sprayer haben noch keine Probleme in Form von Zerstörung oder negativen Äußerungen gegenüber der Gemeinde vorgebracht.“ Mit den Werken anderer Graffiti-Künstler werde respektvoll umgegangen.

Die „Spielregeln“ sind auf einem Schild nachzulesen. So ist klar festgelegt, wo gesprayt werden darf. Jeder dürfe das tun, kreativer Austausch sei erwünscht.

Nicht geduldet werden Beleidigungen, Hassbotschaften und Aufrufe zur Gewalt sowie Werke mit politischen, obszönen oder sexistischen Darstellungen. Sollte dies der Fall sein, würden sie gegebenenfalls überstrichen, erläutert Thomas Hudeczek von der Gemeindeverwaltung.

Insgesamt habe man mit der „Legal Wall“ bislang ausnahmslos gute Erfahrungen gemacht. „Die oft der Jahreszeit angepassten Motive wie Halloween oder Ostern sind ein deutlicher Gewinn sowie ein bunter Blickfang“, lautet das Fazit der Gemeinde.

Ihr Autor

BT-Redakteur Markus Mack

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Erstellt:
4. Mai 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 09sec

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