Forbach: Leader-Plakette für „Waldhaus“

Forbach (mhr) – Der Blick von der „Waldhaus“-Terrasse auf die Murg und die Forbacher Holzbrücke verband Natur und Tradition – Schwarzwald trifft auf China.

Bürgermeisterin Katrin Buhrke, Yan Chang, Hanli Guo und Walburga Eckert (von links) bei der Übergabe der Leader-Förderplakette. Foto: Margrit Haller-Reif

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Bürgermeisterin Katrin Buhrke, Yan Chang, Hanli Guo und Walburga Eckert (von links) bei der Übergabe der Leader-Förderplakette. Foto: Margrit Haller-Reif

Für den Künstler und Hotelier Yan Chang wiederum ist die heimische Natur eine wesentliche Inspirationsquelle. Mit dem durch Leader geförderten Projekt „Arthotel Waldhaus“ – Räumlichkeiten für Kunst und Kultur“ wurde am Sonntagnachmittag nun auch eine Brücke geschlagen zwischen Kultur und Kommunikation. Yan Chang und seiner Frau Hanli Guo stand die Freude über die „Entwicklung unseres Hauses“ bei der Veranstaltung des Kulturvereins Rote Brücke ins Gesicht geschrieben. Wegen des „guten Wassers, der guten Luft und der schönen Umgebung seien sie hier, im „schönsten Ort im Schwarzwald“.

„Herzlichen Dank, dass Sie nach Forbach gekommen sind und hier so wunderbare Dinge entwickeln“, freute sich im Gegenzug Bürgermeisterin Katrin Buhrke. Ebenso Walburga Eckert, zweite stellvertretende Vorsitzende des Vereins Regionalentwicklung Mittelbaden, die die Leader-Plakette an die Hotelbetreiber übergab. Das EU-Förderprogramm für den Ländlichen Raum hat die Neugestaltung eines Künstler-Cafés, Ateliers sowie einer Künstlergemeinschaftswohnung mit einem Zuschuss von 19000 Euro (rund 40 Prozent der Nettoinvestitionskosten) ermöglicht: „Sie bieten damit eine Bühne für Lesungen, Ausstellungen und den künstlerischen Austausch im Murgtal.“

Besondere Beziehung zu Bäumen

Bei der von Daniel Oliver Bachmann musikalisch umrahmten Vernissage führte die Gausbacher Schriftstellerin und Malerin Beate Rygiert detailliert in das Werk und die Ausstellung des Künstlers Yan Chang ein. Dass der Maler eine besondere Beziehung zu Bäumen habe, zeige sich bereits im Logo des Arthotels. Der stilisierte, dynamische, wie ein kaligrafisches Zeichen anmutende Baum vor einer Bergkulisse sei für ihn Programm und Ausstellungsmerkmal in einem.

So bedeute für ihn und seine Frau auch das „Waldhaus“ „einen Ort der Begegnung, eine Herberge für Wanderer und Urlauber, die den Wald und die Schönheit der Landschaft im Tal der Murg genießen möchten“. Gleichwohl seien für Yan Chang Bäume keine bloßen Natur-Requisiten, sondern eigenständige „Persönlichkeiten“. Für ihn habe jedes Objekt in der Natur einen einzigartigen Charakter und eine einzigartige Ausstrahlung.

Die Gemälde und teils skulpturalen Werke in seiner Ausstellung „Der Abdruck“, die aus Changs Dialog mit der heimischen Natur hervorgegangen sind, verdeutlichen die zutiefst respektvolle Haltung gegenüber seinem Sujet. „Wenn die Bedeutung einer künstlerischen Arbeit wichtiger ist als das ästhetische Erscheinungsbild, dann verwenden wir in China nur Schwarz und Weiß“, erklärt Yan Chang die Tatsache, dass seine Bäume und Baumgruppen ausschließlich so auf Leinwand gebannt sind. Auf diese Weise verbindet er spielerisch eine traditionelle chinesische Technik mit der westlichen Maltechnik.

In seiner experimentellen Arbeit „Der Abdruck“ überträgt er mit einer speziellen Technik die Struktur der Rinde direkt auf Papier. China begegnet dem Schwarzwald auch im Lieblingsnadelbaum des Künstlers – der Kiefer. In der chinesischen Kultur verkörpert sie Eigenschaften wie Integrität, Ausdauer, Aufrichtigkeit und Furchtlosigkeit vor Kälte. Für Yan Chang verkörpern Kiefern „den Geist des Schwarzwalds“. Sollten wir uns daran gerade in diesen Zeiten nicht ab und an erinnern?

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Erstellt:
26. Oktober 2020, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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