Forbach: Plus aus Wald durch Zuschüsse

Forbach (mm) – „Wir bleiben auf der Bremse, haben aber Potenzial nach oben, wenn sich der Holzmarkt verbessert“, sagte Forstdirektor Markus Krebs im Forbacher Gemeinderat.

Eine zurückhaltende Holzernte ist 2021 in Forbach geplant. Foto: Markus Mack/Archiv

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Eine zurückhaltende Holzernte ist 2021 in Forbach geplant. Foto: Markus Mack/Archiv

Dort stellte er den Betriebsplan für den Forbacher Gemeindewald. Kalkuliert wird – dank Zuschüssen – für das Jahr 2021 mit einem Überschuss von rund 115.000 Euro.
Ein zurückhaltender Holzeinschlag von rund 16.300 Festmetern ist vorgesehen, es wird mit einem Verkaufserlös von 820.000 Euro gerechnet. Dem stehen Ausgaben für die Holzernte, Kulturpflege und Beförsterung gegenüber. Förderzuschüsse von rund 280.000 Euro und Gewinne aus der Jagd summieren sich zu dem positiven Gesamtergebnis.

„Wir haben Schlimmeres verhindert“, blickte Krebs auf das Forstjahr 2020 zurück. Das vorläufige Ergebnis sei ein Minus von 78.000 Euro, so der Forstdirektor. Ursachen dafür waren die Witterungsfolgen der Jahre 2018 bis 2020 mit Dürre, Borkenkäfern, Spätfrösten und der dadurch angefallenen Menge an Kalamitätsholz. Holzmarkt und Forstbetrieb seien fest im Griff dieser überregional negativen Bedingungen. 16.670 Festmeter wurden 2020 im Forbacher Gemeindewald eingeschlagen. Rund ein Drittel davon war Kalamitätsholz. Im überregionalen Vergleich sei der Anteil allerdings unterdurchschnittlich gewesen, so Krebs. Der Holzmarkt bedinge die Nutzungszurückhaltung. Der Umsatzrückgang führte in Verbindung mit niedrigeren Erlösen, höherem Aufwand für die Holzernte und den bestehenden Fixkosten zu dem negativen Ergebnis. Bei solch schlechten Voraussetzungen seien keine Überschüsse zu erwarten gewesen.

Für 2021 ist ein Einschlag von 16.300 Festmetern geplant, Jungbestandspflege soll es auf rund 35 Hektar Fläche geben. Sollte sich der Markt verbessern, könne flexibel reagiert werden. Bei schlechten Preisen mache es keinen Sinn, diesem hochwertiges Holz zuzuführen, erläuterte Krebs. Schwerpunkt beim Betriebsaufwand sind Holzernte (466.000 Euro), Wegeunterhaltung (rund 81.000 Euro) sowie Bestandspflege (61.000 Euro). Zwei Fahrzeuge sind als Ersatz für die in die Jahre gekommenen Autos bereits bestellt, zwei Seilwinden sollen zudem angeschafft werden, um die Risiken von Arbeitsunfällen zu minimieren. Die Investitionssumme beträgt insgesamt rund 87.000 Euro.

Hubert Reif (Grüne) wollte wissen, ob es alternative Überlegungen für die Einschlagsmenge gebe, sollte der Sommer 2021 wieder sehr trocken werden. Zunächst freue er sich über den Schnee, meinte Krebs. Er hoffe, dass das Schmelzwasser langsam in den Boden einsickere und in tiefere Lagen vordringe. Die Borkenkäfersituation müsse man abwarten und den Holzmarkt beobachten. Mit der dezenten und flexiblen Planung fahre man „auf Sicht“. Lob für die Arbeit der Forstbediensteten gab es aus den Reihen des Gemeinderats.

Nachhaltigkeitsprämie als Einnahmequelle

Eine neue Einnahmequelle aus dem Forst ist die Nachhaltigkeitsprämie Wald. Dazu muss der Forstbetrieb zertifiziert sein, was für Forbach zutrifft. Einmalig werden der Gemeindekasse aus diesem Förderprogramm 180.000 Euro zufließen, „viel Geld, das können wir gut gebrauchen“, freute sich Werner Schoch (CDU). Er hatte im Rat angeregt, nach Förderprogrammen für den Wald Ausschau zu halten und Hilfen zu beantragen. Auch aus dem Vertragsnaturschutz werden dem Haushalt Fördermittel zufließen. Der Gemeinderat hatte im September 2020 den Einstieg beschlossen. Vorgesehen ist, dass zur Förderung der Artenvielfalt in den nächsten zehn Jahren jährlich Bäume stillgelegt werden. Für den Vertragsnaturschutz könnten zwischen 33.000 und 40.000 Euro pro Jahr dem Haushalt zufließen. Der Vertragsnaturschutz unterliegt derzeit noch der Regelung, dass die Summe der Fördermittel der vergangenen drei Steuerjahre 200.000 Euro nicht übersteigen darf. Nach dem Vorbild des bereits positiv beschiedenen Antrags des Landes Bayern hat auch Baden-Württemberg beantragt, dass die Regelung entfällt. Mit einem positiven Bescheid wird zum Sommer 2021 gerechnet.

„Wir brauchen die Förderungen“, machte Bürgermeisterin Katrin Buhrke im Rat deutlich. Das Gremium stimmte dem Forstbetriebsplan 2021 und der Stilllegung von Bäumen im Rahmen des Vertragsnaturschutzes zu.

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Erstellt:
27. Januar 2021, 20:00 Uhr
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