Forbach: Reaktion auf Fegeaktion

Forbach (mm) – Gewundert hat sich Dirk Schmidt schon. Auf der von ihm eingerichteten Forbach-Seite bei Facebook hatte er auf eine geplante Putzaktion in der Gemeinde aufmerksam gemacht.

Dirk Schmidt engagiert sich für ein sauberes Forbach. Foto: Jeannette Schmidt

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Dirk Schmidt engagiert sich für ein sauberes Forbach. Foto: Jeannette Schmidt

Unter dem Motto „Let’s putz“ hätte am Samstag, 10. April, eine Fegeaktion stattfinden sollen. Diese hatte eine Reaktion der Gemeinde hervorgerufen.

„So sehr wir ein solches Engagement für den Ort begrüßen, müssen wir dennoch darauf hinweisen, dass eine Durchführung in der von Ihnen geplanten Form nach der aktuellen Corona-Verordnung nicht gestattet ist“, heißt es in einem Schreiben aus dem Rathaus.

Zu keinem Zeitpunkt dürfe eine solche Veranstaltung die im Rahmen der Kontrollbeschränkungen zulässige Teilnehmerzahl von fünf Personen aus zwei Haushalten überschreiten. Ein Treffen aller Teilnehmer an der Murghalle sei daher nicht möglich. Das Schreiben schließt mit der Bitte, die Veranstaltung bis nach dem Ende des Lockdowns zu verschieben.

Mit dem Aufruf sei Schmidt als Organisator einer Veranstaltung zu sehen, begründet Thomas Hudeczek von der Forbacher Gemeindeverwaltung die Reaktion. Er hat das Schreiben an Schmidt geschickt. Die bestehenden Kontaktbestimmungen müssten eingehalten werden. Man hätte einen Arbeitseinsatz durchaus im Vorfeld absprechen können, und jeder Teilnehmer wäre direkt zu seinem Bereich gegangen, ohne Kontakt zu anderen. Ein gemeinsames Treffen vor oder nach einem Arbeitseinsatz, „das geht einfach nicht“.

Aufruf über Facebook

Der Eintrag auf dem Facebook-Account sei der Verwaltung zugetragen worden. „Wenn wir etwas mitbekommen, müssen wir reagieren“, erläutert Hudeczek.

Schmidt sagte daher die Aktion ab. Solche Bürgeraktionen hatte er zuvor in seiner früheren Wohngemeinde Rheinstetten organisiert und wollte das Prinzip nach Forbach übertragen. Aus Rheinstetten ist er 2010 zunächst nach Bermersbach gezogen, seit 2018 betreibt er eine Physiotherapiepraxis in der Forbacher Hauptstraße.

Der 54-Jährige hat bereits in der Vergangenheit Eigeninitiative bei der Reparatur von defekten Parkbänken ergriffen, wie er auf Anfrage berichtet. Mit der „Let’s-Putz“-Fegeaktion sollte der Müll und der vom Winter verbliebene Split entfernt werden, bevor er in der Kanalisation Schäden anrichtet. Er möchte, dass die Forbacher Bürger durch Fegen vor den eigenen Häusern die Kanalisation entlasten. So ganz würden seine Eigeninitiativen seitens der Gemeinde allerdings nicht gewürdigt, bedauert er.

Gefegt hat er am vergangenen Samstag trotzdem, alleine, beim Feuerwehrhaus. „Ich will, dass Forbach sich ein bisschen aufbaut, schöner und sauberer wird“, begründet er sein Engagement. Am kommenden Samstag, 17. April, soll wieder der Besen im Einsatz sein, ab 8 Uhr beim Krankenhaus. Mitstreiter sind willkommen, ein Treffen gibt es nicht. Und auf Abstand und Mundschutz werde selbstverständlich geachtet.

Ihr Autor

BT-Redakteur Markus Mack

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Erstellt:
14. April 2021, 16:00 Uhr
Lesedauer:
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