Forbach: Warten auf indische Schwestern

Forbach (mm) – „Es ist besser, wenn die Schwestern bereits Deutsch sprechen können, wenn sie zu uns kommen“, sagt Pfarrer Thomas Holler.

Lernen derzeit die deutsche Sprache in ihrem Heimatland: die Schwestern Glora (von links), Jacqueline und Shaiji. Foto: Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach/Archiv

© red

Lernen derzeit die deutsche Sprache in ihrem Heimatland: die Schwestern Glora (von links), Jacqueline und Shaiji. Foto: Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach/Archiv

Der Leiter der Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach sieht zumindest einen kleinen Vorteil in den Verzögerungen – es wird noch einige Zeit dauern, bis die Ordensschwestern aus dem indischen Chennai, dem ehemaligen Madras, im Murgtal sind.

Bereits im Sommer des vorigen Jahres hätten die drei Frauen kommen sollen, dann zum Anfang dieses Jahres. Doch Corona und die Bedingungen für die benötigten Visa machten die Zeitpläne zunichte.
Nach wie vor besteht per Video regelmäßiger Kontakt zu den Schwestern, berichtet der Geistliche. Pfarrgemeinde und Erzdiözese hätten die erforderlichen Unterlagen nach Indien übermittelt. Mehrere Termine im deutschen Konsulat wurden wegen Corona abgesagt. Als die Schwestern schließlich einen Termin hatten, wurde ihnen mitgeteilt, dass Visa für religiöse und wohltätige Zwecke derzeit nicht bearbeitet würden, erläutert Holler. Um in Deutschland arbeiten zu können, müssen Deutschkenntnisse nachgewiesen werden. Dazu sollten die Schwestern einreisen, um Kurse zu absolvieren. Dies ist derzeit aber nicht möglich. Deutsch könne auch in Indien gelernt werden, hieß es seitens der Behörden, berichtet der Pfarrer.

Deutsch lernen in der Heimat

So lernen die Schwestern in ihrer Heimat die deutsche Sprache. In vier Abschnitten müssen sie die Ausbildung online absolvieren, nach erfolgreichem Abschluss können dann Arbeitsvisa beantragt werden, erläutert Holler. So schnell wie möglich soll dies passieren, schließlich würden die Schwestern in Bereichen gebraucht, in denen in Deutschland ein Fachkräftemangel herrsche. In der Sozialstation Forbach-Weisenbach, im Forbacher Kindergarten und in der allgemeinen Arbeit der Seelsorgeeinheit sollen sie eingesetzt werden.

Für Schwester Shaiji ist eine Ausbildung als Erzieherin vorgesehen, Glora Mary soll als Krankenschwester die Sozialstation unterstützen, Jacqueline Mary in die allgemeinen Aufgaben der Seelsorgeeinheit eingebunden werden. Die Schwestern sind „Sisters of Saint Anne-Madras“. Dies ist eine relativ junge Ordensgemeinschaft mit weltweit mehr als 700 Schwestern in über 130 Niederlassungen.

Bis die Unterstützung aus Indien im Murgtal eintrifft, kann es noch eine ganze Weile dauern. Wenn alles gut läuft, könnten die drei Ordensfrauen im Herbst ihre erforderlichen Zeugnisse über die Sprachkenntnisse haben und mit diesen Nachweisen dann die Beschäftigungsvisa beantragen. „Es wäre schön, sie an Weihnachten bei uns zu haben“, so Pfarrer Holler. Die Ordensfrauen freuen sich nach wie vor auf ihre neuen Aufgaben. Einziehen könnten sie jederzeit, die Wohnung im ehemaligen Bermersbacher Pfarrhaus ist fertig.

Ihr Autor

BT-Redakteur Markus Mack

Zum Artikel

Erstellt:
3. März 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 10sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.