Forbach: Wo Fische künftig Aufzug fahren

Murgtal (mm) – Die EnBW investiert in die Fischdurchgängigkeit der Murg. Zwei Fischlifte, einer in Forbach beim Niederdruckwerk und einer beim Wehr in Kirschbaumwasen, werden errichtet.

Beim Niederdruckwerk der EnBW in Forbach steht der Fischlift bereits. Foto: Raimund Götz

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Beim Niederdruckwerk der EnBW in Forbach steht der Fischlift bereits. Foto: Raimund Götz

Rund zwölf Millionen Euro sind für die Vorhaben des Energieunternehmens kalkuliert. Hintergrund der Baumaßnahmen: Die ökologische Durchgängigkeit der Murg muss gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie gewährleistet sein.

Kirschbaumwasen sollte bis Anfang 2021 fertig sein. Der Fertigstellungstermin verschiebt sich auf Mitte nächstes Jahr, informiert Ralph Eckhardt, Pressesprecher der EnBW, auf BT-Anfrage.

Geplant war, parallel zum Dotiergebäude den Durchbruch und Stahlbetonbau am Einlaufbauwerk bis Ende des Jahres auszuführen. Im Dotiergebäude werden der Fischlift und die Lockstrom-Turbine untergebracht. Die Fische werden in eine Art Aufzugskabine geleitet. Diese gleitet in einem Schacht nach oben oder unten.

An der Baustelle bei Kirschbaumwasen kommt es zu Verzögerungen. Foto: Raimund Götz

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An der Baustelle bei Kirschbaumwasen kommt es zu Verzögerungen. Foto: Raimund Götz

Da die Planung für diesen Bereich angepasst werden musste, konnte mit dem Stahlbetonbau für das Einlaufbecken noch nicht begonnen werden, so Eckhardt. Nach Fertigstellung des Dotiergebäudes soll die Baustelle Ende des Jahres unterbrochen werden und die Arbeiten im Einlaufbereich wieder im Frühjahr 2021 fortgeführt werden, nach dem Abfluss der Murg-Hochwasser. Eine Öffnung der Stauhaltung der wasserreichen Zeit würde ein erhöhtes Schadensrisiko für Anlagenteile durch Hochwasser mit sich bringen.

Die Arbeiten in Forbach beim Niederdruckwerk schreiten voran. Aktuell werden der Einlaufbereich und der oberwasserseitige Zulaufkanal hergestellt, und das Dotiergebäude ist mittlerweile bis zum Erdgeschoss vorangeschritten. Als Fertigstellungstermin ist das Frühjahr 2021 vorgesehen, daran hält das Energieunternehmen fest. Ob es bei den geplanten Kosten von zwölf Millionen Euro bleiben wird, ist derzeit offen. Aktuell steht die EnBW noch in Verhandlungen mit Lieferanten, erläutert Eckhardt. Glücklicherweise habe Corona bislang keine wesentlichen negativen Einflüsse auf die Projektabwicklung gehabt. Auf den Baustellen seien organisatorische Maßnahmen ergriffen worden, um ein Infektionsrisiko so gut wie möglich zu minimieren. „Uns ist aber bewusst, dass die Pandemie nach wie vor erhebliche Risiken in sich birgt, die Auswirkungen auf Termine und Kosten haben können.“

Großbohrgerät sorgt für Belastungen

Die Baustelle in Kirschbaumwasen liegt weit außerhalb einer Bebauung und hat dadurch geringe Auswirkungen auf die Nachbarschaft. Die Baustelle in Forbach liegt dagegen mitten im Wohngebiet. Auch wenn bei der Auswahl der Bauverfahren besondere Rücksicht darauf genommen werde, könne man bei bestimmten Arbeiten Lärmemissionen nicht gänzlich verhindern, erläutert der Pressesprecher. „Insbesondere die Arbeiten mit einem Großbohrgerät im Sommer erforderten von den Anwohnern besondere Nervenstärke und Verständnis.“

Der Fußgängersteg über die Mauer des Niederdruckwerks muss aus Sicherheitsgründen weiterhin gesperrt bleiben, da er mitten durch das Baufeld führt. Die Sperrung werde mindestens bis Ende des ersten Quartals 2021 andauern. Die Fischwanderhilfen werden ohne größere Eingriffe in die denkmalgeschützten Bauwerke realisiert. Wegen enger Platzverhältnisse und schwankender Wasserstände seien Fischtreppen nicht möglich.


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