Fotograf Klaus Echle zu Gast in Bühl

Bühl (sga) – Die „Wildnis vor der Haustür“: Förster und Fotograf Klaus Echle ist bald im Bürgerhaus Neuer Markt zu Gast. Das BT hat ihm vorab schon einige Fragen zu seiner Arbeit gestellt.

Ganz nah: Diese Aufnahme entstand, während Echle einen Fuchs über sechs Monate begleitet hat. Foto: Klaus Echle

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Ganz nah: Diese Aufnahme entstand, während Echle einen Fuchs über sechs Monate begleitet hat. Foto: Klaus Echle

Die „Wildnis vor der Haustür“ ist die Domäne des Freiburger Försters Klaus Echle. Der international preisgekrönte Naturfotograf („BBC Wildlife Photographer of the Year“) zeigt in seinen Projekten das enge Miteinander und die starke Vernetzung von Natur- und Kulturlandschaft in den heimischen Gefilden und kommt am Sonntag, 21. November, zur Vortragsreihe „AugenBlicke“ nach Bühl. BT-Redakteurin Sarah Gallenberger hat mit ihm über seine Arbeit gesprochen.

BT: Herr Echle, Sie sind unter anderem Förster, zweiter Naturschutzbeauftragter und Mitglied im NABU. Seit wann sind Sie auch fotografisch an der Tierwelt interessiert?
Klaus Echle: Ich fotografiere schon seit meinem 15. Lebensjahr, aber damals nie Tiere. Ungefähr 1999 habe ich intensiv damit angefangen, weil ich mit Fledermäusen gearbeitet und darüber auch Vorträge gehalten habe. Eigene Aufnahmen sind da immer von Vorteil, und Fotografie ist ein ganz wichtiger Schlüssel. Abstrakt über ein Tier zu erzählen ist nicht das Gleiche, als über die Emotionen einer Aufnahme mitgenommen zu werden.

BT: In Ihrem Portfolio sind auch Füchse, Luchse und Wildkatzen zu sehen. Faszinieren diese Tierarten Sie besonders?
Echle: Insgesamt mache ich sehr viel. Aber ich habe mich irgendwann dazu entschlossen, den ökologischen Fußabdruck gering zu halten und mich auf die Tiere zu konzentrieren, die wir hier haben. Ich widme mich meistens sehr intensiv für lange Zeit einer Tierart, wie zum Beispiel der Wildkatze oder dem Fuchs – und versuche dann von A bis Z zu fotografieren.

In der Natur im Einsatz: Klaus Echle. Foto: Klaus Echle

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In der Natur im Einsatz: Klaus Echle. Foto: Klaus Echle

BT: In Ihrer Fotostrecke „Wildnis vor der Haustür“ begeben Sie sich in die heimischen Wälder. Sie wohnen aber in Freiburg. Was hat Sie in die Bühler Umgebung geführt?
Echle: Die Wildkatze galt seit 1912 als ausgestorben. 2006 sind die ersten Tiere wieder aufgetaucht, 2009 hat eine Bühlerin zwei solcher Katzen im Wald gefunden und ist davon ausgegangen, dass es Hauskatzen sind. Sie hat jedoch schnell gemerkt, dass diese Katzen nicht leicht zu zähmen sind, und ist auf das Projekt „Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt“ aufmerksam geworden, das ich begleitet habe. So ist der Kontakt entstanden. Die zwei Wildkatzen wurden später auch mit einem Sender belegt und heißen Hänsel und Gretel.

BT: Einer Ihrer Schwerpunkte ist das Verhältnis zwischen Menschen und Tieren. Fuchs und Wildkatze sind aber gar nicht so ungefährlich. Um was genau geht es Ihnen dabei?
Echle: Die Frage stellen sich ganz viele: Gehört zum Beispiel der Fuchs in den Siedlungsbereich? Man geht aber davon aus, dass die Dichte um das zehn-, wenn nicht sogar 20-fache höher ist als im Wald. Große Städte gelten mittlerweile auch als Hauptstädte der Füchse. Wir leben also sehr eng mit Wildtieren zusammen, ob wir wollen oder nicht. Deshalb ist der Bezug zwischen Wildtier, Natur und Mensch letztlich sehr nah bei uns.

Einlass zur Veranstaltung am Sonntag, 21. November, ist ab 16 Uhr nach der 3G-Regel. Es wird darum gebeten, früh da zu sein. Der Vorverkauf findet im Bürgerhaus, in der Buchhandlung Leseinsel in Bühl, der Tourist-Info Achern sowie im Milchladen in Steinbach statt, außerdem auch online.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
5. November 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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