Franz-Brauerei: Erweiterung soll bald starten

Rastatt (dm) – Die Brauerei Franz in Rastatt will nun ihre Erweiterung angehen. Sie soll im Frühjahr 2022 fertiggestellt sein und damit früher als der geplante Hotel- und Wohnbau.

Corona wirkt sich aufs Ergebnis aus, bringt die Brauerei aber nicht in erhebliche Schwierigkeiten, sagt der Chef: Während der Fassbierabsatz um mehr als die Hälfte einbricht, verzeichnet das Flaschenbier 25 bis 30 Prozent Zuwachs. Foto: Linkenheil

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Corona wirkt sich aufs Ergebnis aus, bringt die Brauerei aber nicht in erhebliche Schwierigkeiten, sagt der Chef: Während der Fassbierabsatz um mehr als die Hälfte einbricht, verzeichnet das Flaschenbier 25 bis 30 Prozent Zuwachs. Foto: Linkenheil

Lange hat man nichts mehr gehört von den Brauereineubau-, Hotel- und Wohnbauplänen auf dem Franz-Areal in Rastatt. Jetzt aber soll zumindest die Brauerei-Erweiterung „mit Volldampf“ umgesetzt werden, wie der Unternehmenschef Wolfgang Scheidtweiler gestern im BT-Gespräch betonte. Ende September wolle man das Baugesuch einreichen. Die Zeit drängt inzwischen offenbar: Im April kommenden Jahres sollen möglichst die neuen Lagerkeller in Betrieb gehen. Sollte die Coronapandemie bis dahin bewältigt sein, könne man ansonsten nämlich wohl nicht so viel Bier liefern wie nachgefragt wird.
Das wiederum hat mit dem fortwährenden Erfolg des Rastatter Biers zu tun. Zwar hat auch Franz die Coronakrise zu spüren bekommen – laut Scheidtweiler hat man aufgrund der vielen ausgefallenen Feste und des zeitweisen Stillstands der Gastronomie mehr als die Hälfte des Fassbierabsatzes verloren. Zugleich aber verzeichne Franz einen Zuwachs beim Flaschenbier um 25 bis 30 Prozent. Mit Fassbier erreiche man zwar eine höhere Kostendeckung, gleichwohl habe man dies mit den Flaschenbierzahlen so weit kompensieren können, dass die Situation die Rastatter Brauerei nicht in erhebliche Schwierigkeiten bringe. Als Scheidtweiler Anfang 2015 Franz übernommen hatte, lag der Ausstoß bei 7.000 Hektolitern. „Ohne Corona hätten wir in diesem Jahr die 30.000-Hektolitermarke geknackt“, ist sich der Unternehmer sicher. „Sensationell“ sei diese Entwicklung, wenn man bedenke, dass gleichzeitig der Biermarkt bundesweit sinkt.

Erweiterung auf 45.000 bis 50.000 Hektoliter

Der Brauereichef betont: Alles, auf dem Franz draufsteht, wird – außer dem Weizenbier, das aus dem Hause Palmbräu kommt – auch in Rastatt gebraut. Und dort hat man nun die Kapazitätsgrenze erreicht. Mit der geplanten Erweiterung sollen 45.000 bis 50.000 Hektoliter auf dem Areal an der Murg gebraut werden können – zuletzt habe man die Pläne nochmals etwas nachjustiert und die Anlage vergrößert, so Scheidtweiler. Tanks und Technik für die Lagerhalle würden nun bestellt, die Ausschreibung soll raus. Komplett in Betrieb gehen werde die neue Brauerei mit neuem Sudhaus im Frühjahr 2022, schätzt Scheidtweiler. Dessen Firmengruppe, zu denen auch Hotels zählen, sei insgesamt schon von Corona getroffen worden. Auch das sei ein Grund, warum sich das Bauprojekt zuletzt nochmals verzögert habe.

Noch offene Statikfragen

Daran wiederum hängt auch der geplante Wohnungsneubau, der vom Unternehmen Realis errichtet wird. Wie berichtet, sollen rund 130 Wohnungen im östlichen Teil des Franz-Areals in Richtung Hilberthof entstehen. Im kommenden Jahr soll’s nun damit losgehen. Die alten Brauerei-Lagerhallen, die Platz für einen Teil der Gebäude machen, können erst abgerissen werden, wenn die neuen errichtet sind. In den vergangenen Jahren habe man sich eben zunächst drum kümmern müssen, die Brauerei in Schuss und am Laufen zu halten, so Scheidtweiler.

Unterdessen birgt die Festungsanlage im Untergrund noch offene Fragen für die Ausführung des Hotel- und Brauereibaus. Drei Gewölbekeller und ein Verbindungskeller schlummern unter aufgeschüttetem Gelände. Das historische Erbe soll später im neuen Hotel erlebbar sein. Am Donnerstag war ein Vor-Ort-Termin mit den Architekten, erläuter Scheidtweiler. Thema: die Statik. Eine Firma, die auf Denkmäler spezialisiert ist, habe nun die „Hausaufgabe“ bekommen, zu untersuchen, „wie wir über die Festung bauen können, ohne diese anzugreifen“, so der Unternehmenschef. Es werde nächsten Sommer oder Herbst werden, bis man loslegen könne, vermutet er. Bis 2023 wird sich der Hotelbau dann wohl hinziehen.

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Erstellt:
4. September 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 41sec

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