Franz-Brücke: Scharfe Kehre um 90 Grad

Rastatt (ema) – Autofahrer sind wie Wasser. Sie suchen sich den kürzesten Weg. Das sorgt derzeit in der Rauentaler Straße in Rastatt für Probleme.

Rechts abbiegen in die Rauentaler Straße verboten – doch darum scheren sich etliche Autofahrer nicht. Für den OB ist die Verkehrsführung nicht nachvollziehbar. Foto: Egbert Mauderer/BT

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Rechts abbiegen in die Rauentaler Straße verboten – doch darum scheren sich etliche Autofahrer nicht. Für den OB ist die Verkehrsführung nicht nachvollziehbar. Foto: Egbert Mauderer/BT

Es kann zu Unheil führen, wenn sich die Flüssigkeit an und in Gebäuden einen Weg sucht, der dafür gar nicht vorgesehen ist. Das gilt ebenso für die motorisierten Verkehrsteilnehmer, wenn sie eine Straße befahren, deren Nutzung gar nicht gestattet ist. So zum Beispiel die Rauentaler Straße in Rastatt, in die man zurzeit nicht abbiegen darf, wenn man aus Richtung Karlschule kommt. Die Einschränkung ist der laufenden Sanierung der Franzbrücke geschuldet. Gerade ist die Fahrspur murgaufwärts aufgerissen; auf der Brücke sind trotz Baustelle weiter zwei Fahrspuren angelegt. Es geht also eng zu – erst recht, weil es nicht nur Autofahrer gibt, sondern auch Radfahrer im Umfeld der Gemeinschaftsschule im Dörfel.

Dass es an der Engstelle über der Murg noch nicht gekracht hat und Radfahrer zu Schaden kamen, dürfte für CDU-Stadtrat Heiko Ullrich fast schon an ein Wunder grenzen. Im Gemeinderat machte er jetzt auf heikle Situationen aufmerksam, weil Autofahrer nach rechts in die Rauentaler Straße abbiegen – mit scharfer 90-Grad-Wende, da die Abbiegespur gesperrt ist.

Abbiegeampel arbeitet munter weiter

Die Verkehrsschilder erklären zwar, dass es per Umleitung nur geradeaus zur Hilberthof-Kreuzung geht, wenn man Richtung Industriegebiet oder Rauental will. Doch auf diesen Umweg wollen sich etliche Autofahrer nicht einlassen – ein Zustand, der auch Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch bereits aufgefallen ist. „Ich habe mich auch schon gewundert“, pflichtete der Rathaus-Chef dem CDU-Stadtrat bei, dass es dort ganz schön brenzlig werden kann – erst recht, wenn die Fußgängerampel auf Grün steht und Autofahrer die Radfahrer kaum erkennen können.

Möglicherweise fühlt sich manch Automobilist zum illegalen Manöver deshalb ermuntert, weil zwar die Abbiegespur gesperrt, deren Ampel jedoch weiter in Betrieb ist und regelmäßig munter grünes Licht signalisiert, während die Zeichen der Ausschilderung inhaltlich auf Rot stehen. Kein Wunder, dass für den OB die jetzige Verkehrsführung „nicht nachvollziehbar“ ist, wie er bekannte.

Dass sich der Autoverkehr nun rechtmäßig seinen Weg bahnen wird, will der Rathaus-Chef durch mehr Kontrollen sicherstellen lassen. Na, ob das der Logik des Baustellen-Managements auf die Sprünge hilft?

Ihr Autor

BT-Redakteur Egbert Mauderer

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Erstellt:
30. Juni 2021, 13:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 04sec

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