Frauen sind in der Überzahl – besonders in Baden-Baden

Stuttgart/Baden-Baden (fk) – In der Landesbevölkerung gibt es 67.514 mehr Frauen als Männer. Verhältnismäßig besonders viele Frauen gibt es in Baden-Baden. Das BT beleuchtet die Gründe.

Bevölkerung nach Alter und Geschlecht. Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg / Infografik: Jasmin Vogt/BT

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Bevölkerung nach Alter und Geschlecht. Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg / Infografik: Jasmin Vogt/BT

Gute Nachrichten für alle alleinstehenden Männer in Baden-Baden: Nachdem eine Dating-App für Handys schon vor Jahren zu dem Schluss gekommen war, dass auf dem Baden-Badener Weihnachtsmarkt deutschlandweit die attraktivsten Singles zu finden seien, verrät das Statistische Landesamt nun auch, dass es in Baden-Baden deutlich mehr Frauen als Männer gibt und ja, prozentual gesehen sogar die zweitmeisten Damen im ganzen Land. Dem (männlichen) Liebesglück scheint also nichts mehr im Wege zu stehen. Es bleibt allerdings wenn ein spätes Glück – und auch ein rein statistisches.

Männer leben kürzer


Zwar stimmt es, dass entlang der Oos zum Stichtag 31. Dezember vergangenen Jahres exakt 2.141 mehr Frauen als Männer lebten, doch ist dieser Überschuss wie überall im Land nicht gleichmäßig verteilt. Im Gegenteil – einen Frauenüberschuss gibt es lediglich bei den fortgeschrittenen Altersklassen. Bei den jüngeren Generationen herrscht nämlich ein Überangebot an Männern – statistisch gesehen landesweit bis zu einem Alter von 59 Jahren. Das hat zwei einfache, biologische Gründe. Prinzipiell werden seit jeher mehr Männer als Frauen geboren. 2019 etwa kamen 2.719 mehr Jungen auf die Welt. Gleichzeitig, und das ist die Kehrseite der Medaille, beträgt die rein statistische Lebenserwartung jener Jungen nur 79,8 Jahre, während die Damen im Schnitt auf 84,2 Jahre blicken können und somit rein rechnerisch deutlich länger Leben. Flapsig formuliert bedeutet das schlicht, dass im Alter von 59 Jahren Gevatter Tod genau jene Anzahl an Männern mehr als Frauen dahingerafft hat, die zum Zeitpunkt der Geburt und in den ersten 60 Lebensjahren noch das maskuline Plus ausgemacht hatten.

Und genau das ist auch der Grund dafür, dass der Stadtkreis Baden-Baden beim Frauenanteil in der Statistik so weit vorne liegt. Denn da die Kurstadt seit jeher den höchsten Anteil älterer Menschen der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten hat, verstärken sich die vorgenannten Aspekte. Da die Männer deutlich früher sterben, gibt es bei den über 60-Jährigen in Baden-Baden einen besonders hohen Anteil an Frauen an der Bevölkerung.

Der Landkreis Rastatt ist im Vergleich dazu weniger auffällig. Hier hält sich der statistische Anteil an der Gesamtbevölkerung fast die Waage; wenngleich natürlich auch hier die Männer dem Tod nicht entrinnen können und es auch hier wie überall im Land bei den älteren Semestern einen Überschuss an Frauen gibt und in jüngeren Jahren mehr Herren der Schöpfung durch den Landkreis wandeln.

Auch Krieg hat Auswirkungen

Diese zahlenmäßige Dominanz wird landesweit mit zunehmendem Alter immer ausgeprägter: Unter den 60- bis unter 80-Jährigen sind „nur“ gut 52 Prozent Frauen, bei den 80-Jährigen und Älteren in Baden-Württemberg dagegen bereits knapp 61 Prozent – „und zwar nicht nur wegen ihrer höheren Lebenserwartung, sondern auch aufgrund der einschneidenden Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs, als erheblich mehr Männer als Frauen infolge des Krieges ums Leben kamen“, bilanziert das Statistische Landesamt.

Anteilsmäßig am meisten Frauen gibt es im Stadtkreis Freiburg im Breisgau (52,3 Prozent). Am geringsten ist der Frauenanteil im Stadtkreis Karlsruhe (48,8 Prozent). Dieser Unterschied liegt unter anderem in der Ausrichtung der Universitäten der beiden Städte begründet, wie Werner Brachat-Schwarz vom Statistischen Landesamt gegenüber dem BT erklärt. Die Freiburger Uni ist eher geisteswissenschaftlich geprägt – Studienrichtungen die bei Frauen einen größeren Anklang finden. Die technische Ausrichtung der Karlsruher Hochschule bewirkt genau das Gegenteil.


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