Freibad: Stadtwerke holen gebrauchte Traglufthalle

Rastatt (ema) – Nach dem Aus für das Alohra läuten die Stadtwerke die Übergangsphase ein zur Gewährleistung eines ganzjährigen Badebetriebs auf dem Natura-Gelände bis zum Start des Kombibads.

Ähnlich wie hier in diesem Freibad im Berliner Wedding könnte eine Traglufthalle das 50-Meter-Becken im Natura überspannen. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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Ähnlich wie hier in diesem Freibad im Berliner Wedding könnte eine Traglufthalle das 50-Meter-Becken im Natura überspannen. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Ab Mitte nächster Woche bis zum 22. Dezember lässt das Versorgungsunternehmen Betonfundamente für das Freibad anliefern.
Sie dienen zur Verankerung der künftigen Traglufthalle, die über das 50-Meter-Becken gespannt wird, erläuterte Stadtwerke-Chef Olaf Kaspryk im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Teile kommen aus Konstanz. Die dortige Bädergesellschaft benötige die Betonteile ebenso wenig wie die Traglufthalle, sagt Kaspryk: „In Konstanz haben sie keine Verwendung mehr dafür, und bei uns passt die Halle ziemlich genau auf unser 50-Meter-Becken. Das ist für uns eine Glückssache“, sagt der Stadtwerke-Chef. Wie viel die Stadtwerke für das gebrauchte „Mobil-Hallenbad“ zahlen, will Kaspryk momentan noch nicht sagen. Es stünden noch Abstimmungen mit dem Rechnungsprüfungsamt aus.

Allemal billiger sein dürfte es im Vergleich zu den Summen, die dem Gemeinderat beim Beschluss zu der Übergangslösung im Natura vorgelegt wurden. Die Kosten für den Kauf einer Traglufthalle wurden mit 1,5 Millionen Euro beziffert; teurer würde eine Mietvariante ausfallen. Umkleidegarderobe, Sanitäreinrichtungen und Duschen würde man in Containern unterbringen.

Podest für 50-Meter-Becken

Kaspryk zufolge haben die Stadtwerke einen Planer an der Hand, der das Projekt konzipiert. Erster Schritt ist jetzt die Anlieferung der Betonteile. Gerechnet wird mit 26 Lkw-Fahrten in beiden Richtungen – und zwar über die Murgtalstraße in Niederbühl und den Philosophenweg. Offen ist noch, wo und wann diverse Flächen im Natura für die Container ausgewiesen und mit einem Fundament bestückt werden. Davon hängt letztlich auch der Grad der Nutzung des Freibads in der kommenden Saison ab. Kaspryk plant, dass man bereits Anfang Mai das Natura öffnet und dabei eine Beheizung zuschaltet, wie es bereits gegen Ende der diesjährigen Saison praktiziert wurde. Die Schwimmer sollen das Freibad dann bis Mitte/Ende Oktober nutzen dürfen. „Das 50-Meter-Becken soll so lange wie möglich in Betrieb bleiben“, sagt Kaspryk. Allerdings müssen sich die Badegäste auf eine Einschränkung gefast machen. Denn, so die Planung: Bis zur Eröffnung im Mai soll ein Podest aus Stahl oder Beton eingebaut werden, um ein Mehrzweckbecken für die Übergangszeit zu schaffen.

Kaspryk ist mit den Bäderbetreibern in Konstanz im Austausch, damit die Stadtwerke von deren Erfahrungen mit der Traglufthalle profitieren können.

In der Debatte im Rastatter Gemeinderat waren zuletzt Zweifel laut geworden, ob in einem Bad unter einer Traglufthalle nicht eine zu kühle Außen- und Wassertemperatur herrschten. Eine von der Stadt Rastatt beauftragte Planerin wies dies zurück. Man könne eine Wassertemperatur von 26 Grad halten.

Die Traglufthalle im Natura soll möglichst im November in Betrieb genommen werden.


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