Freibadbetreiber: Noch viele Fragen offen

Rastatt (sawe/ema) – Die Freibäder dürfen ab 6. Juni wieder öffnen. Das stellt die Verantwortlichen von Herausforderungen. Das Natura in Rastatt wird daher frühestens am 15. Juni den Badebetrieb starten.

Das Wasser lockt verführerisch, doch die Pforte ist noch gesperrt – wie hier im Rastatter Freibad Natura. Foto: Frank Vetter/BT

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Das Wasser lockt verführerisch, doch die Pforte ist noch gesperrt – wie hier im Rastatter Freibad Natura. Foto: Frank Vetter/BT

Die Temperaturen der vergangenen Tage haben Lust auf ein Bad im erquicklichen Nass gemacht. In den Schwimmbädern der Region ist längst alles für die Freibadsaison vorbereitet. Doch erst Ende Mai hatte das Land den 6. Juni als frühestmöglichen Wiederöffnungstermin für die Bäder in Corona-Zeiten bestimmt. „Dass es so kurzfristig kommt, hat schon für Kopfschütteln gesorgt“, hält der Durmersheimer Bürgermeister Andreas Augustin mit seiner Meinung nicht hinterm Berg, zumal die entsprechende Verordnung mit Vorgaben auch gestern noch auf sich warten ließ. „Wir hatten mit Mitte Juni gerechnet“, sagt er. In Durmersheim hofft man dennoch, das Terrassenbad am Samstag öffnen zu können. Für das Rastatter Natura ist frühestens vom 15. Juni die Rede, für das Kuppenheimer Cuppamare steht noch kein Termin fest.

Der Badbetrieb darf nur starten, wenn ein detailliertes Betriebskonzept vorliegt, das strenge Hygienevorgaben berücksichtigt. „Doch was bedeutet dies genau und wie sieht dies in der Praxis aus?“, sieht der Kuppenheimer Bürgermeister Karsten Mußler noch viele Fragen offen. Gleichwohl arbeite man in der Knöpflestadt „mit Hochdruck an einem Betriebs- und Hygienekonzept“, das allerdings auch durchführbar sein muss, betont Mußler: „Wir müssen daher schauen, was passt für uns und wie setzen wir es um“ – auch im Hinblick auf das Hallenbad und das Badpersonal. Dieses befindet sich übrigens seit Mitte Mai in Kurzarbeit.

In dem Konzept müssen Regelungen für die maximale Anzahl der Badegäste für das gesamte Bad und für die Becken, für die Zu- und Ausgänge, die Nutzung einzelner Bereiche, die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln sowie für Maßnahmen bei Verstößen getroffen werden. Bis gestern gab es lediglich eine Vorab-Information des Städtetags Baden-Württemberg, was kommen könnte. Demnach soll die maximale Anzahl der Personen im Wasser folgendermaßen berechnet werden: sechs Quadratmeter Wasserfläche pro Person im Schwimmerbecken, 3,5 Quadratmeter pro Person im Nichtschwimmerbecken. Die maximale Anzahl der Personen im Freibadgelände soll sich aus der Liegefläche mit mindestens 15 Quadratmetern pro Person errechnen, höchstens aber ein Drittel der Auslastung zu Spitzenzeiten betragen. Im Durmersheimer Freibad dürften sich demnach pro Tag maximal 200 Besucher aufhalten, teilt Augustin mit. Zum Vergleich: Durchschnittlich 500 bis 600 Besucher sind es pro Tag in einer normalen Saison, bis 2 200 an Spitzentagen.

Die Stadtwerke Rastatt werden das Freibad Natura frühestens am 15. Juni öffnen, sagte Bäderleiter Tobias Peter dem BT. Zwar habe man ein Konzept erarbeitet, wie der Betrieb unter Corona-Bedingungen laufen könnte. Allerdings warten die Stadtwerke wie andere Betreiber noch auf die entsprechende Verordnung der Landesregierung, um ins Detail gehen zu können. Für die Umsetzung brauche man dann einen gewissen Vorlauf. In welchem Ausmaß Besucher hereingelassen werden können, hängt laut Peter auch davon ab, ob sich die Auflagen an der Badewasserfläche oder der Grundgröße der Einrichtung bemessen. Offen ist auch, wie man den Ticketverkauf gestaltet und mit einer Attraktion wie der Rutsche umgeht.

Auch in Durmersheim wurde ein Konzept erarbeitet, wobei drei Slots vorgesehen sind, wie Augustin weiter informiert: Von 12 bis 14 Uhr soll das Bad für Senioren und begrenzte Gruppen geöffnet sein, von 15 bis 17 Uhr für Familien und von 18 bis 20 Uhr für Berufstätige. In den Stunden dazwischen wird desinfiziert. Der Ticketverkauf soll online erfolgen, dafür müsse allerdings noch eine Software gekauft werden. Dennoch liebäugelt Augustin mit einem Start am Samstag, sofern die Verordnung rechtzeitig vorliegt. Wenn nicht, müsse die Eröffnung um eine Woche auf den 13. Juni verschoben werden.

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Erstellt:
4. Juni 2020, 10:39 Uhr
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