Freibäder: Buchungssystem „nicht optimal“

Gernsbach (stj) – Die coronabedingte Besucherbegrenzung sorgt in Gernsbacher Freibädern teilweise für Probleme, auch im Onlinebuchungssystem gibt es Schwachstellen.

Idylle pur: Das Freibad in Reichental meldete am Freitagvormittag bereits, dass für den Tag nur noch wenige Tickets verfügbar sind. Die Besucherregelungen sorgen teilweise für Unmut bei den Schwimmbadfreunden in Gernsbach. Foto: Lukas Gangl

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Idylle pur: Das Freibad in Reichental meldete am Freitagvormittag bereits, dass für den Tag nur noch wenige Tickets verfügbar sind. Die Besucherregelungen sorgen teilweise für Unmut bei den Schwimmbadfreunden in Gernsbach. Foto: Lukas Gangl

Während in Baden-Württemberg bei Open-Air-Veranstaltungen bis zu 500 Personen im Publikum erlaubt sind, gelten in den Freibädern weiter Besucherbegrenzungen, die teilweise deutlich darunter liegen, etwa in Reichental und Obertsrot. Das verstehen viele nicht. Hinzu kommen in Gernsbach einige „Kinderkrankheiten“ beim Onlinebuchungssystem der Eintrittskarten.

Auch Stadtwerke-Chef Sean Brent räumt auf BT-Anfrage ein: „Das System ist nicht optimal.“

So waren am Dienstagmittag in Obertsrot bereits alle zur Verfügung stehenden Tickets (175) ausgebucht, allerdings kamen nicht alle auch tatsächlich ins Freibad. Das stellten die Dienstschieber des örtlichen Schwimmbadvereins durch ihre händische Registrierung am Eingang fest. Sie zählten nämlich nur 166 Besucher, weil es sich einige offenbar anders überlegt haben und trotz Buchung nicht im Bad erschienen. Problem: Ihr Platz bleibt vergeben und kann nicht an den nächsten Interessenten weitergegeben werden. Selbiges gilt für Gäste, die das Bad wieder verlassen – sie können nicht ausgebucht werden, damit ihre Plätze wieder zur Verfügung stehen.

Keine Möglichkeit, sich auszubuchen

„Das gibt das System nicht her“, bedauert Walter Schmeiser. Der Ortsvorsteher von Obertsrot war Anfang der Woche mit seinem Reichentaler Amtskollegen Guido Wieland bei Brent, um die Problematik zu erörtern. Für eine sinnvolle, dauerhafte Lösung seien der Stadt Gernsbach aber die Hände gebunden, wie Brent betonte. Zum einen arbeite der Provider des Onlinebuchungssystems noch an dessen Weiterentwicklung, mit der dann auch die Möglichkeit geschaffen werden soll, sich wieder ausbuchen zu können. Zum anderen müsse man sich an die Vorgaben der Landesregierung halten und habe die aktuellen Regelungen der Corona-Verordnung zu beachten und umzusetzen. Man versuche, mit der Situation im Interesse der Schwimmbadfreunde so pragmatisch und unbürokratisch wie möglich umzugehen, versichert Brent. Schließlich habe auch die Stadt ein Interesse daran, dass die Freibäder möglichst gut besucht, bestenfalls ausgelastet sind.

Vor allem an heißen Wochenenden dürfte die Besucherbegrenzung zum Problem werden. Das liegt auch am ausgedünnten Angebot im Murgtal. In die vereinsbetriebenen Schwimmbäder nach Weisenbach, Ottenau oder Sulzbach dürfen nur Mitglieder, das Waldseebad und das Freibad in Lautenbach befinden sich noch im Umbau. Wenn dann dienstags das Igelbachbad seinen Ruhetag einlegt, kann es in Obertsrot schnell eng werden, wie ein Blick auf diese Woche zeigt.

Dann sind „Fehlkapazitäten“ schon ärgerlich, findet Guido Wieland: „Es ist eine Schwäche des Systems, dass man nicht ausbuchen kann, damit der Platz wieder frei wird, wenn man geht.“ Der Reichentaler Ortsvorsteher findet das händische System vom Vorjahr besser, bei dem Besucher ein Armband bekommen haben, das sie beim Verlassen wieder abgeben mussten. So war die mögliche Auslastung der Bäder in Reichental und Obertsrot sichergestellt und man wusste stets, wie viele Leute sich tatsächlich im Bad aufhalten. Er sei nicht gegen die Digitalisierung und den technischen Fortschritt, „aber wenn es keinen Sinn macht“ könne man die Onlinegeschichte schon infrage stellen – zumindest in kleinen Freibädern wie Obertsrot, Reichental und Lautenbach müsse es auch ohne gehen, meint der Ortsvorsteher.

Analoge Lösung hat sich im Vorjahr bewährt

Sollten die Probleme im Buchungssystem nicht abgestellt werden, plädiert Wieland dafür, wieder auf die in der Vorsaison bewährte analoge Lösung zurückzugreifen – wenn es dann überhaupt noch coronabedingte Einlassbeschränkungen gibt. Aktuell sind diese in der Corona-Verordnung „Bäder und Saunen“ vom 21. Mai 2021 geregelt.

Ihr Autor

BT-Redakteur Stephan Juch

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Erstellt:
18. Juni 2021, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 41sec

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