Freiheitsstrafe für Exhibitionisten

Rastatt (up) – Ein 42-jähriger Exhibitionist ist vom Amtsgericht wegen sexuellen Missbrauchs zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er hatte sich vor Kindern entblößt.

Das Rastatter Amtsgericht spricht eine sechsmonatige Bewährungsstrafe aus. Foto: av

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Das Rastatter Amtsgericht spricht eine sechsmonatige Bewährungsstrafe aus. Foto: av

Damit der Straftatbestand des sexuellen Missbrauchs von Kindern erfüllt ist, muss der Täter seine Opfer nicht berühren. Ein Missbrauchsfall liegt nach Ansicht des Gesetzgebers bereits dann vor, wenn Kinder sexuelle Handlungen von Erwachsenen anschauen müssen.

Mit einem solchen Fall musste sich am Dienstag das Amtsgericht Rastatt befassen. Angeklagt war ein 42 Jahre alter Mann, der an einem Nachmittag im September des vergangenen Jahres im Plittersdorfer „Freizeitparadies“ vor drei Mädchen im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren sexuelle Handlungen an sich vorgenommen hat.

Der Angeklagte räumte die Tat ein. Demnach haben die Mädchen damals Verstecken gespielt, als er versuchte, Blickkontakt zu ihnen herzustellen und auf sich aufmerksam zu machen. Als dies gelungen war, begann er zu masturbieren und machte sich damit des sexuellen Missbrauchs an Kindern in drei tateinheitlichen Fällen schuldig. Richter Christoph Schaust verurteilte den Mann zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe, die drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem muss der Beschuldigte eine Geldbuße in Höhe von 2.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung bezahlen und gemeinnützige Arbeit leisten.

Mädchen müssen nicht aussagen

Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht dessen Geständnis, wodurch den Mädchen eine Aussage vor Gericht erspart blieb. Sie dürften wahrscheinlich auch keine dauerhaften Schäden davontragen, so der Staatsanwalt. Positiv für den Angeklagten wirkte sich aus, dass er Arbeit hat, mit einer Partnerin zusammenlebt und eine Therapie macht.

Nachteilig auf das Strafmaß hat sich vermutlich eine einschlägige Vorstrafe des Angeklagten ausgewirkt. Bei einer weiteren Vorstrafe war es um Körperverletzung und Beleidigung gegangen; beide Fälle liegen aber mehrere Jahre zurück.

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Erstellt:
16. Juni 2021, 11:00 Uhr
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