Freiwillige Nachhilfe an Gymnasien in der Region

Stuttgart (bjhw) – Weitere „Lernbrücken“ in Baden-Baden, Bühl, Gaggenau, Gernsbach und Rastatt: Jetzt sind auch Gymnasien bekannt, die sich am Nachhilfeprogramm des Landes beteiligen wollen.

Auch acht Gymnasien aus der Region bieten in den Ferien Nachhilfe für den durch die Corona-Pandemie zu kurz gekommenen Lernstoff an. Symbolfoto: Bernd Wüstneck/dpa/Archiv

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Auch acht Gymnasien aus der Region bieten in den Ferien Nachhilfe für den durch die Corona-Pandemie zu kurz gekommenen Lernstoff an. Symbolfoto: Bernd Wüstneck/dpa/Archiv

In der grundsätzlichen Einschätzung des freiwilligen Nachhilfeangebots für alle Kinder und Jugendlichen im Land bleiben Kultusministerin und viele Praktiker uneins. Denn während Susanne Eisenmann (CDU) erwartet, dass mit den „Lernbrücken“ genau jene erreicht werden, „für die eine zusätzliche Förderung auch besonders wichtig ist“, berichten viele Pädagogen, dass gerade Schüler mit dringendem Aufholbedarf von ihren Eltern nicht angemeldet worden seien.
Jetzt sind auch die Gymnasien in Baden-Baden, Bühl, Gaggenau, Gernsbach und Rastatt bekannt, die sich am vom Land finanzierten Corona-Nachhilfeprogramm beteiligen wollen: in Baden-Baden das Gymnasium Hohenbaden, das Markgraf-Ludwig- und das Richard-Wagner- sowie in Bühl das Windeck-Gymnasium; im Murgtal sind zwei Standorte dabei – Goethe- und Albert-Schweitzer-Gymnasium – und in Rastatt das Ludwig-Wilhelm- sowie das Tulla-Gymnasium. Das Kultusministerium nutzte den ersten Ferientag, um die erwarteten Zahlen aus dem ganzen Land vorzulegen. Danach haben an mehr als 2000 Schulen 5000 Gruppen sich für den Unterricht in den zwei ersten Septemberwochen angemeldet. Ob sie tatsächlich zustande kommen, ist aber weiterhin nicht sicher. Kinder könnten durchaus noch abspringen, vor allem wenn sich herausstellt, dass sie nicht in ihrer Schule und nicht von den ihnen bekannten Lehrkräften unterrichtet werden.

Werner Schlindwein, geschäftsführender Schulleiter für Grund- und Werkrealschulen in Baden-Baden, wirft den Blick nicht nur ins nächste Schuljahr, in dem er einen kostenlosen Förderunterricht für alle mit Bedarf verlangt, sondern darüber hinaus. „Wir brauchen eine Bildungsoffensive vor allem in der Grundschule“, sagte er gegenüber dem BT. In den digitalen Unterricht müsse früh und grundsätzlich eingestiegen werden. Für den Grundschulverband, der auch Teil der neuen „Initiative für Digitalisierung“ im Land ist, hatte erst kürzlich Thomas Irion an das „Missverständnis im Umgang mit Digitalisierung und digitalen Unterricht“ erinnert: Für die Bundesrepublik sei die Digitalisierung beschlossen, und alle Verantwortlichen für Schulen und Universitäten hätten sich damit jetzt „bildungswirksam auseinanderzusetzen“. Die Ausstattung aller mit Endgeräten bedeute nicht mehr als einen allerersten Schritt.

Anfang Juni hatte die Landesregierung immerhin jene 65 Millionen Euro des Bundes verdoppelt, die zum raschen Ankauf von rund 300000 Tablets und Laptops ausreichen sollen. An etwa 20 Prozent der bisher nicht versorgten Kinder sollen sie ausgeliehen werden. Ihren Dank zum Schuljahresende verbindet die Ministerin mit der Ankündigung, dass die Schulen künftig mit Endgeräten aushelfen würden, schon allein deshalb, weil digitales Lernen im nächsten Schuljahr auch „verbindlichen Leitlinien und Qualitätskriterien“ unterworfen sein werde. Den Einsatz jener rund 6550 Pädagogen, die sich für die „Lernbrücken“ gemeldet haben, hebt die Ministerin besonders hervor, denn es sei „keineswegs selbstverständlich“, sich „nach diesem besonders herausfordernden Schuljahr“ noch freiwillig in den Ferien zu engagieren.


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