Freude in Eisental über die Ortsmitte

Bühl (jure) – Mit einem Bürgerfest ist in Eisental der neue Platz in der Dorfmitte eingeweiht worden. Strahlende Gesichter, Rückblick auf die Umgestaltung und Musik begleiteten den Festakt.

Die Eisentäler nehmen die neue Ortsmitte dankend an. In der Oktobersonne wird mit zünftiger Musik der Affentaler Musikanten gefeiert. Foto: Judith Feuerer

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Die Eisentäler nehmen die neue Ortsmitte dankend an. In der Oktobersonne wird mit zünftiger Musik der Affentaler Musikanten gefeiert. Foto: Judith Feuerer

Neudeutsch heißt es „Shared-Space“, für Eisental ist es ein Platz der Begegnung, ein Platz zum Treffen und Feiern aber auch ein Meilenstein in der Ortsgeschichte, ein Knotenpunkt im Ort sowie Ausgangspunkt für weitere Entwicklungen. Die Rede ist von dem neu gestalten Bereich zwischen Schule, Schartenberghalle, DorV-Zentrum und Kirchbachstraße.

Innerhalb von zwei Jahren wurden hier gleich mehrere Probleme gelöst und in einem Bürgerbeteiligungsverfahren ein Ergebnis geschaffen, das am Samstag mit vielen lobenden und anerkennenden Worten eingeweiht wurde. 1,9 Millionen Euro wurden investiert. „Davon gut die Hälfte in den Untergrund“, wies Ortsvorsteher Jürgen Lauten auf marode Kanäle hin. Mit den neuen und auch größer dimensionierten Kanälen sowie einem erneuerten Leitungssystem wurden bereits Vorarbeiten für die ebenfalls dringend notwendige Sanierung der Kirchbachstraße geleistet.

Möglichkeiten bei der Einweihung getestet

Die engagierte Bürgerbeteiligung führte auch dazu, dass der Rebland-Stadtteil Eisental mit 600.000 Euro aus dem ELR-Topf (Entwicklung Ländlicher Raum) bedacht wurde, „damit kostet der Platz die Stadt nur noch 400.000 Euro, und das ist diese neue Dorfmitte allemal wert“, stellte Jürgen Lauten fest. Der Ortsvorsteher freute sich, dass das hohe bürgerschaftliche Engagement als ELR-Schwerpunktgemeinde so belohnt wurde. Die Gestaltung der Dorfmitte sei schon lange ein Thema, blickte der Ortsvorsteher auf den Abriss des Winzerkellers zurück, der den Bereich zum „Ground Zero“ machte. „Der Platz verlor seinen Charme. Aber mit der Entscheidung zum DorV-Zentrum wurde eine neue Geschichte im Dorf angestoßen.“ Aus dem Trottenplatz wurde ein neuer Lebensmittelpunkt.

Welche Möglichkeiten der Platz bietet, das zeigte sich bereits bei der Einweihung. Die Affentaler Musikanten saßen links im Bereich der Winzerstraße, rechts zur Schule hin luden Tische und Bänke zum Zwiebelkuchengenuss ein. 3.000 Quadratmeter Pflasterfläche samt barrierefreier Bushaltestelle sowie Bauminseln prägen den Platz, der im Herbst noch mehr Bäume, ein Sonnensegel und eine Rundbank erhalten soll. „Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch“, erklärte Lauten auf der neuen, großzügig gestaltete Treppenanlage zur Schartenberghalle, die sich harmonisch einfügt und die Lokalitäten miteinander verbindet.

Hans-Peter Behrens (Grüne), Ortsvorsteher Jürgen Lauten, Pfarrer Frank Maier, OB Hubert Schnurr, Ingenieur Johannes Sackmann und Tobias Wald (CDU) geben den Platz frei (von links). Foto: Judith Feuerer

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Hans-Peter Behrens (Grüne), Ortsvorsteher Jürgen Lauten, Pfarrer Frank Maier, OB Hubert Schnurr, Ingenieur Johannes Sackmann und Tobias Wald (CDU) geben den Platz frei (von links). Foto: Judith Feuerer

„Es entspricht dem Zeitgeist, neue Wege in der Straßengestaltung zu gehen und so die Wohn- und Aufenthaltsqualität zu steigern“, meinte Oberbürgermeister Hubert Schnurr. Zusammen mit den Landtagsabgeordneten Tobias Wald (CDU) und Hans-Peter Behrens (Grüne) freute er sich darüber, dass aus dem Verkehrsknotenpunkt ein Aufenthaltsort wurde.

Die Anforderungen an den Platz skizzierte Johannes Sackmann vom Ingenieurbüro Zink. Es galt die Dominanz des motorisierten Verkehrs zurückzuführen, eben zu entschleunigen. Gleichzeitig sollten neue Versorgungsleitungen gelegt werden und die Kanäle so saniert werden, dass auch die Unterlieger in der Kirchbachstraße besser geschützt sind. Von dem Platz sollten Grundschüler genauso profitieren wie Nutzer des DorV-Ladens, die nun kurze Wege haben. Auf den Punkt brachte Pfarrer Frank Maier den Gedanken des neuen „Shared-Space“. Die Menschen sehnen sich zurück: „Vom Asphalt zurück in die Natur“ – so sei die Dorfmitte nun ein Platz der Verbindung und Vernetzung in jeder Hinsicht. In diesem Sinne segnete er den Platz und schnitt zusammen mit den politischen Vertretern das symbolische Band durch.

Die Affentaler Musikanten unter Marc Noetzel begleiteten den feierlichen Akt ebenso wie die strahlenden Gesichter der Eisentäler, die schöne gemeinsame Stunden in der Oktobersonne genießen konnten.

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Erstellt:
3. Oktober 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 38sec

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